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Mit dem Vertrag der Ampel-Koalition dürfte Keyenberg vor den Braunkohlebaggern gerettet sein. [Foto: Dirk Jansen]

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

trotz aller (berechtigten) Kritik am Koalitionsvertrag der "Ampel": der Kohleausstieg wird beschleunigt, fünf weitere Garzweiler-Dörfer bleiben erhalten, die erneuerbaren Energien erhalten endlich Priorität. Das ist nicht zuletzt auch ein Erfolg der Klimabewegung, die nicht locker lässt, dass klimaschutzpolitisch und ökologisch Notwendige einzufordern. Doch jetzt muss sich endlich auch die Landespolitik ändern! Wir brauchen schnell eine neue Braunkohle-Leitentscheidung, die weitere sinnlose Zerstörungen zugunsten der Tagebaue ausschließt. Bis dahin muss ein Moratorium gelten. Und wir brauchen eine Energieversorgungsstrategie, welche den naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien forciert, ohne das Artenschutzrecht oder die Bürgerbeteiligung auszuhebeln. Dass wir mehr Tempo bei der Energiewende brauchen, unterstreicht auch der Umstand, dass sich die Stromerzeugung aus Braunkohle in 2021 um rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhte.

Wir werden also auch im neuen Jahr nicht locker lassen, damit NRW auf einen mit dem Pariser 1,5 Grad-Ziel konformen Pfad kommt. In 2022 stehen wichtige Entscheidungen an: Unsere Klagen gegen die Kohlekraftwerke Datteln IV und Lünen werden aller Voraussicht nach ebenso entschieden, wie die Klagen gegen die Erweiterung des Tagebaus Hambach und unsere dortige Zwangsenteignung. Auch eine Entscheidung über unsere Normenkontrollbeschwerde gegen den windenergiefeindlichen Landesentwicklungsplan steht an.

Ganz herzlich möchte ich mich bei all denen bedanken, die unsere Arbeit auch in diesem Jahr wieder so tatkräftig unterstützt haben. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, unser Land auch in 2022 wieder ein Stück zukunftsfähiger zu machen.

Ich wünsche Ihnen eine frohe Weihnachtszeit und bleiben Sie gesund!

Ihr Dirk Jansen, Geschäftsleiter

 
Die Windenergienutzung in NRW wird noch immer behindert. [Foto: Dirk Jansen]
Energieversorgungsstrategie

Die von NRW-Energieminister Andreas Pinkwart vorgestellte neue Energieversorgungsstrategie ist schon jetzt überholt. Bis 2020 soll der Anteil der Erneuerbaren Energien jetzt auf 55 Prozent gesteigert werden; die Ampel-Koalition strebt hingegen 80 Prozent an. Den umstrittenen 1.000 Meter-Abstand will Pinkwart nicht aufgeben, und auch zum 2 Prozent-Flächenziel findet sich nichts. Stattdessen setzt Pinkwart auf neue Gaskraftwerke und Energieimporte. mehr

In der "Manheimer Bucht" sollen Kies und andere Materialien zur Rekultivierung der überhöhten Innenkippe des Tagebaus Hambach gewonnen werden. [Foto: Dirk Jansen]
Streit um "Manheimer Bucht"

Der Braunkohlenausschuss will den Weg für die weitere Zerstörung wertvollen Kulturlandes ebnen. Nur weil die Politik daran festhält, 250 Hektar rekultiviertes Agrarland auf der Innenkippe des Tagebaus Hambach schaffen zu wollen, soll dafür zwecks Materialgewinnung die 600 Hektar große "Manheimer Bucht" abgebaggert werden. Absurder geht es kaum. Der BUND hat von Minister Pinkwart ein Moratorium und eine Neuplanung eingefordert. mehr

Strukturwandel

Mit einem Braunkohleausstieg bis 2030 eröffnen sich neue Perspektiven für das dann ehemalige Revier. Doch die Steuermilliarden drohen in weitere Fehlentwicklungen investiert zu werden. Überall planen die Kommunen neue gigantische Gewerbegebiete "auf der grünen Wiese". Ein transparentes Bewertungsraster für Projekte, das sicherstellt, dass nur wirklich nachhaltige Vorhaben gefördert werden, fehlt. mehr

BUND-Projektskizze "Grünes Netz Rheinisches Revier"
Biotopverbund im Revier

Bei der Zukunftsgestaltung des Braunkohlenreviers wurden die Biodiversitätsziele bislang viel zu wenig berücksichtigt. Mit unserer bei der Zukunftsagentur Rheinisches Revier eingereichten Projektskizze "Grünes Netz Rheinisches Revier" wollen wir diese Lücke schließen. Damit soll der Grundstein gelegt werden für ein revierweites Biotopverbundsystem, ein Netz grün-blauer Infrastruktur als Basis eines auf Nachhaltigkeit ausgelegten Wirtschafts- und Lebensraums. mehr

In wenigen Stunden wurde der Wald am 1. Dezember gerodet. Nur einige Fledermausbäume blieben übrig.
RWE rodet wieder

Trotz einer laufenden Klage des BUND und einer Intervention bei der Bergbehörde hat die RWE Power AG am 1. Dezember das etwa 4 Hektar große „Bochheimer Wäldchen“ für den Tagebau Hambach gerodet. Damit wurde ein wichtiger ökologischer Trittstein für die Wiedervernetzung der Bürgewälder zerstört. mehr

BUIND-Widerstandswiese im Tagebau Hambach. [Foto: Dirk Jnasne]
Kohle gegen Kohle

Trotz Rodungsstopp im Hambacher Wald will RWE den Tagebau erweitern. Wir wehren uns dagegen vor Gericht. Zwei unserer Klagen richten sich gegen die vom Land NRW verfügte Zwangsenteignung und vorzeitige Besitzeinweisung unserer Widerstandswiese. Nur mit Ihrer Hilfe werden wir den juristischen Kampf durchstehen können! Unterstützen Sie uns! JETZT SPENDEN!