Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
wir Umwelt- und Klimaschützer*innen beklagen seit langem eine mehr als zögerliche Klimaschutzpolitik: die Erkenntnisse der Wissenschaft werden ignoriert, die Interessen der Kohlelobby hofiert, das Allgemeinwohl missachtet. Am deutlichsten zutage tritt der Filz beim Streit um die Braunkohle. Schon die Tagebaugenehmigungen in den 1970er- bis 1990er Jahren wären ohne die engen Verflechtungen zwischen RWE und großen Teilen der Politik so nie erteilt worden - exemplarisch nachzulesen in unserer Garzweiler II-Chronik. Darunter leidet die Region noch heute, zumal nie ein "Plan B" - also eine vorzeitige Ausstiegs-Strategie - vorgesehen war.
Dass aber an dieser Politik noch im 21. Jahrhundert festgehalten wird, ist ernüchternd. Es wird weiter getrickst und getäuscht. Aktuell manifestiert sich das am Beispiel des bewusst zurück gehaltenen Regierungs-Gutachtens, das belegt, dass es keine energiepolitische Notwendigkeit gibt, fünf weitere Dörfer im geplanten Tagebau Garzweiler II umzusiedeln. "Es bleibt (und solche Sätze schreibe ich ungern) die bittere Erkenntnis, von Bundes- und Landesregierung nach Strich und Faden belogen und betrogen worden zu sein." So lautet dazu der bittere Kommentar von Stefan Lauscher im WDR.
Damit aber wird nicht nur die Glaubwürdigkeit der Politik weiter unterminiert, nein, auch der soziale Frieden im Rheinischen Revier rückt in weite Ferne. Keine guten Aussichten für das Jahr 2021. Nur der schnelle Kohleausstieg bis 2030 und der Erhalt aller Dörfer könnten diesen wieder herstellen.
Herzliche Grüße, eine besinnliche Weihnachtszeit und bleiben Sie gesund!
Dirk Jansen, Geschäftsleiter BUND NRW