Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
vier Jahre nach der letzten Leitentscheidung zur Braunkohlenpolitik hat die schwarz-gelbe Landesregierung jetzt den Entwurf für eine neue, nunmehr die insgesamt vierte Leitentscheidung vorgelegt. In 14 Entscheidungssätzen fasst die Landesregierung darin die neuen Anforderungen an die Braunkohlenplanung zusammen. Nach eigenem Bekunden übersetzt die Landesregierung damit das Kohleausstiegsgesetz des Bundes in die räumliche Planung des Landes und schafft den Rahmen für die bevorstehenden Veränderungen in den rheinischen Tagebauen.
Der Entwurf erntete heftige Kritik vom BUND, den Bürgerinitiativen und Tagebaubetroffenen. Auch wenn die Landesregierung sich selbst dafür feiert: Weder die Klimaschutzziele, noch die Belange der Betroffenen oder der Umwelt werden mit der Leitentscheidung hinreichend berücksichtigt.
Zweifel gibt es auch, wie ernst es der Landesregierung mit der Bürger*innen-Beteiligung meint. So suchte man auf dem Podium der ersten von zwei so genannten Dialogveranstaltungen vergebens nach Umsiedlungsbetroffenen. Die Politik, Landesbehörden und RWE waren da unter sich. Wenn dann noch der Energieminister von einem "Energieversorgungsauftrag für RWE" schwadroniert und sein Staatssekretär - wie gestern bei der zweiten Dialogveranstaltung - von "bürgerfreundlicher Umsiedlung" redet, bestätigt dass nur die Zweifler*innen.
Noch bis zum 1. Dezember läuft dazu eine Online-Konsultation. Ob diese nennenswerten Einfluss auf das Endergebnis hat, ist nach den Ausführungen der Landesregierung zum Stellenwert des gesammelten Feed-backs mehr als fraglich. Eine fünfte Leitentscheidung unter anderen politischen Vorzeichen scheint damit unausweichlich.
Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund!
Dirk Jansen, Geschäftsleiter BUND NRW