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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Wasserstraßen

Nordrhein-Westfalen ist ein Land ohne Küsten, liegt aber dennoch an der Schnittstelle wichtiger europäischer Wasserstraßen – und steht damit auch in Verbindung zu bedeutenden europäischen Seehäfen. Zugespitzt kann man sagen: Die nordrhein-westfälischen Seehäfen heißen Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam. Eine wesentliche Rolle spielt ohne Frage der Rhein, die in Nordrhein-Westfalen mit ihren 226 Kilometern längste und verkehrsreichste Wasserstraße. 80% der Binnenschifffahrt findet auf dem Rhein statt.

Aber auch über das europäische Kanalsystem – darin enthalten der Rhein-Herne-Kanal, Dortmund-Ems-Kanal, der Wesel-Datteln-Kanal, der Datteln-Hamm-Kanal u.a. – bestehen wichtige Verbindungen zur Nordsee, zur Ostsee und darüber hinaus zum Atlantik, zum Mittelmeer und dem Schwarzen Meer. Insgesamt beträgt die Länge der Wasserstraßen in Nordrhein-Westfalen rund 720 Kilometer.

Bauprojekte im Bundesverkehrswegeplan 2015

Der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015 sieht zur Optimierung der nordrhein-westfälischen Wasserstraßen unterschiedliche Bauprojekte mit bundesweiten Auswirkungen vor. So liegen noch auf Basis des vorherigen BVWP Anmeldungen für den Dortmund-Ems-Kanal, den Datteln-Hamm-Kanal und den Rhein-Herne-Kanal vor, die mittels Ausbau der Wasserstraßen die Befahrbarkeit z.B. für Schubverbände bis 185 Meter Länge ermöglichen. Damit werden in vielen Fällen erst wirtschaftliche Schiffstransporte möglich.

Eine wichtige Neuanmeldung ist u.a. die viel diskutierte Rheinvertiefung. Während auch aufgrund des Widerspruchs von BUND und NABU die Anmeldung zur Vertiefung der Rhein-Fahrrinne zwischen Duisburg und Koblenz auf 2,80m Minimalwassertiefe auf Basis einer Vorbewertung ausgeschieden ist, bleibt eine weitere Anmeldung für die Strecke Duisburg – Köln bestehen. Dabei geht es um eine Abladeverbesserung (genauer eine Erhöhung der Abladetiefe durch Angleichung an unterhalb vorhandene Fahrrinnentiefen) sowie eine Sohlenstabilisierung zur Verbesserung der wirtschaftlichen Befahrbarkeit.

Weitere Neuanmeldungen umfassen Anpassungen des Dortmund-Ems-Kanals, eine Querschnittserweiterung des Wesel-Datteln-Kanals und einen Ausbau des Datteln-Hamm-Kanals. In Minden ist zudem für einen Verbindungskanal ein Ersatzneubau einer Schleuse zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der Anbindung des Mindener Weserhafens angemeldet.

Mehrere Anmeldungen zum Rhein-Herne-Kanal, Dortmund-Ems-Kanal, Wesel-Datteln-Kanal und Datteln-Hamm-Kanal sind auf Basis einer Vorbewertung bereits ausgeschieden: im Wesentlichen handelte es sich dabei um Verbesserungen der Brückendurchfahrtshöhen für 2-lagigen Containerverkehr auf unterschiedlichen Kanalrelationen. Der BUND kritisiert dieses vorzeitliche Ausscheiden, da damit umweltfreundlicher Güterverkehr verhindert wird. Der BUND fordert, dass diese Projekte wegen ihrer Netzrelevanz weiter verfolgt werden sollen. Nur wenn durchgängige Transportketten für 2-lagigen Containertransport entstehen, z.B. zum Hamburger Hafen wird es gelingen, Container in dieser Relation auf Binnenschiffe zu verlagern und die Hinterlandhäfen besser zu nutzen

"Schiffsverkehr umweltverträglich ausbauen"

Aber: Rheinvertiefung und Hafenausbau ökologisch höchst fragwürdig

Anlässlich der Landtagsanhörung am 11. Februar 2014 zum Thema "Binnenschifffahrt" forderte der BUND eine Landesinitiative nachhaltige Logistik. Die Potenziale eines umweltverträglichen Schiffverkehrs in NRW sollten dort, wo keine zusätzlichen Eingriffe in Flusslandschaften notwendig sind, gefördert werden. Die geplante Vertiefung der Fahrrinne des Rheins lehnt der BUND kategorisch ab. Auch geplante Hafenerweiterung wie in Köln-Godorf oder in Düsseldorf-Reisholz seien kritisch zu bewerten.

BUND-Stellungnahme zur Landtagsanhörung

Rheinvertiefung

Der BUND kämpft gegen die geplante Fahrrinnen-Vertiefung des Rheins.

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Hafenausbau

Umstrittene Hafenausbauprojekte (Godorf, Reisholz) gefährden die Akzeptanz der Binnenschifffahrt.

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