Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Bürger*innen messen Feinstaub

Die Schadstoffe mit den größten Auswirkungen in Europa sind Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon. Feinstaub ist so klein, man sieht ihn einfach nicht. Wir haben in Deutschland zwar ein großes Netzwerk an Messstationen. Aber wir Bürger*innen haben nicht immer die Möglichkeit, uns über die Belastung vor Ort zu informieren. Mit dem Forschungsprojekt hackAIR haben Sie die Möglichkeit, Feinstaub selbst zu messen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat jetzt die bundesweite Feinstaubinformationsplattform „hackAIR“ gestartet. Die im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts entwickelte Online-Datenbank sammelt auf vielfältigen Wegen Daten zur Feinstaubbelastung. Auf einen Blick zeigt die Feinstaubinformationsplattform, die auch als App für iOS oder Android verfügbar ist, den Bürger*innen die Feinstaubbelastung bei Ihnen vor Ort. Darüber hinaus ermöglicht es die Mitmach-App „hackAir“, mit verschiedenen Methoden Feinstaub zu messen und so Daten aus offiziellen Messstationen und anderen Quellen zu vervollständigen.

Luftverschmutzung ist nach wie vor das Umweltproblem Nummer eins in Europa und wirkt sich negativ auf die Lebensqualität und die Gesundheit der Menschen aus. Ungefähr 90 Prozent der europäischen Stadtbevölkerung sind tagtäglich gesundheitsschädlicher Luftverschmutzung ausgesetzt. Feinstaub ist dabei besonders gesundheitsschädlich. Laut Europäischer Umweltagentur sterben in Deutschland jährlich 66.000 Menschen vorzeitig aufgrund zu hoher Feinstaubbelastung. Auch direkt bei uns vor der Haustür ist die Schadstoffbelastung höher als medizinisch vertretbar. Zwar wurden die Feinstaubgrenzwerte voraussichtlich in 2017 in allen NRW-Städen eingehalten. Allerdings gibt es keine Wirkungsschwelle, ab der die gesundheitlichen Risiken zunehmen. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Richtwert für die kleineren Feinstaub-Partikel von zehn Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel und für die größeren Partikel einen Richtwert von 20 Milligramm pro Kubikmeter im Jahresmittel. In Europa liegen die entsprechenden Werte bei 25 bzw. 40 µg/m3.

Während  die Gesundheitsschädlichkeit von Feinstaub allgemein bekannt ist, ist der Zugang zu Informationen über die Schadstoffkonzentration in der Luft in Bereichen ohne direkte Messstation für Interessierte schwierig. Die hackAIR Datenbank gibt eine Antwort auf diese Frage und bietet die Möglichkeit, mit eigenen Messungen selbst aktiv zu werden und zu der Antwort auf diese Fragen beizutragen.

Weitere Informationen zu hackAir:
Ziel der Datenbank ist, Nutzern möglichst auf ihren Standort bezogen zeitnahe Informationen zur Feinstaubbelastung zu bieten. Zentral ist dabei eine Karte, die alle verfügbaren Messungen in der Umgebung anzeigt und aus diesen einen Überblick über die aktuelle Feinstaubbelastung zusammenfasst. So sollen Interessierte die Möglichkeit bekommen, sich besser über die Feinstaubbelastung zu informieren. Es geht um mehr Bewusstsein für das lokale aber auch überregionale Problem der Luftverschmutzung.

Die hackAIR Datenbank greift auf die Feinstaubdaten der offiziellen Messstationen zu, importiert andere Datenquellen und bietet Bürgern die Möglichkeit, eigene Feinstaubmessungen hinzuzufügen.

Funktionsweise:

  • Interessierte können mit der hackAIR App ein Foto vom Himmel machen. Die App errechnet durch eine Spektralanalyse eine Schätzung der regionalen Belastung.
  • Interessierte können mit kleinen, elektronischen Feinstaubsensoren vor Ort Feinstaubdaten sammeln. Die Sensoren sind erschwinglich und einfach zusammenzubauen.
  • Bürger können mit einem Getränkekarton und etwas Vaseline-Gel Feinstaub sammeln und damit über die App Feinstaubbelastung schätzen. 

  • Erfahrene Nutzer können zudem über eine Schnittstelle der Datenbank auf die Daten zugreifen.


Die App und Datenbank: Mehr Informationen zu der Datenbank und der App für iOS und Android finden Sie unter www.bund.net/hackair  und www.hackair.eu .  

 

Über hackAIR: hackAIR ist ein europäisches Forschungsprojekt mit insgesamt sechs  europäischen Organisationen, die aktiv in Forschung, Campaigning und Citizen Science im Bereich Luftverschmutzung arbeiten. Die Partner sind DRAXIS (Griechenland), NILU (Norwegen), CERTH (Griechenland), BUND e.V. (Deutschland), Freie Universität Brüssel (Belgien) und ON:SUBJECT (Niederlande). hackAIR wird gefördert durch das Horizon 2020 Programm der Europäischen Union unter der Fördernummer 688363. 

Flyer zum Projekt

download

Basteln Sie eine eigene Messstation

Feinstaubsensor und Minicomputer
Das hackAIR-Aktionspaket enthält alles, was Sie für Ihre eigene Messstation benötigen: Ein Bastelkit mit Feinstaubsensor, Minicomputer sowie Bau- und Nutzungsanleitungen für Sensor, Gehäuse und Datenbank.
Bestellen Sie zudem den hackAIR-Projektflyer und den Flyer zur projekteigenen hackAIR-App.
BUND-Mitglieder erhalten das Bastelkit für einen Eigenanteil von 12,50 €.  

hackAIR-Aktionspaket bestellen

BUND-Bestellkorb