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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

BUND-Klage gegen Hambach

Seit vielen Jahren kämpft der BUND gegen den Braunkohlentagebau Hambach und für den Erhalt des Hambacher Waldes mit seinen vielen seltenen Tierarten. Der Wald ist so zum Beispiel der wichtigste Lebensraum für die streng geschützte Bechsteinfledermaus. Jetzt konnten wir die für 2017 geplanten Rodungen gerichtlich verhindern.

Wald oder Kohle?

Der geltende Rahmenbetriebsplan für den Braunkohlentagebau Hambach ist bis zum 31. Dezember 2020 zugelassen. Vergeblich hatte der BUND versucht, diesen nach wie vor als europarechtswidrig eingestuften Rahmenbetriebsplan gerichtlich zu verhindern. 

2008 hat die RWE Power der Bezirksregierung Arnsberg die zeitlichen und inhaltlichen Eckpunkte für den vorgezogenen 3. Rahmenbetriebsplan für die Fortführung des Tagebaus mitgeteilt. Auf einem behörderinternen Termin am 3. Juli 2008 wurde der Inhalt der notwendigen ökologischen Untersuchungen abgestimmt. Nach dem ursprünglichen RWE-Zeitplan sollte der Antrag auf Zulassung des 3. Rahmenbetriebsplanes im Jahr 2010 erfolgen. De facto hat das Zulassungsverfahren im Januar 2012 mit der Offenlegung der Planunterlagen begonnen.

RWE Power und die Bezirksregierung Arnsberg gehen nach wie vor davon aus, dass das Genehmigungsverfahren als so genanntes "fakultatives Rahmenbetriebsplanverfahren" ohne Pflicht zur Planfeststellung mit integrierter Umweltverträglichkeitsprüfung geführt werden durfte. Auch wird negiert, dass der Hambacher Wald als potenzielles FFH-Gebiet dem besonderen Schutz der europäischen Naturschutz-Richtlinien unterliegt.

Mit Bescheid vom 12.12.2014 hatte die Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung 6 Bergbau und Energie in NRW, die Zulassung des 3. Rahmenbetriebsplans erteilt. Dagegen hat der BUND am 2. März 2015 Klage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Mit der Klage wird auch die Aufhebung des von 2015 bis 2017 geltenden Hauptbetriebsplanes beantragt. Dieser regelt zum Beispiel die Rodungen.

Da dem BUND seit Juni 2017 ein erweitertes Klagerecht zusteht, haben wir dazu im August mit einem Eilantrag einen Rodungsstopp beantragt. Dem wurde in Teilen statt gegeben. Gleichwohl hat der BUND gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Köln Beschwerde beim OVG Münster eingelegt. Auch mit einem Antrag auf Erlass einer Zwischenverfügung hatte der BUND Erfolg. Seit dem 28.11.2017, 18 Uhr, darf RWE nicht mehr roden. Inzwischen haben die Beteiligten eine Erledigungserklärung abgegeben, womit sich der B UND im Eilverfahren voll durchgesetzt hat.

Dies trotz des Umstandes, dass das VG Köln die Klage in der Hauptsache am 24.11.2017 abgewiesen hat. Gegen dieses Urteil wird der BUND in die Berufung gehen.

Ohne einen neuen Hauptbetriebsplan ab 1. Januar 2018 würden die Bagger still stehen. Minister Pinwart hat angekündigt, dieses ohne eine Rodungserlaubnis erlassen zu wollen.

 

 

 


 

 

Deckt die Naturschutzbehörde die Vertreibung der Fledermäuse?

(D. Jansen)

Untätigkeit zugunsten von RWE?

Mit zunehmenden Unverständnis reagiert der BUND auf das zögerliche Agieren des Umweltamtes des Kreises Düren in Bezug auf die fortgesetzten Verstöße gegen artenschutzrechtliche Bestimmungen im Hambacher Wald. Der BUND hat die Behörde heute erneut aufgefordert, alle Verschlüsse der Fledermaushöhlen der Quartierbäume unverzüglich zu entfernen.  mehr


 

 

Bergbehörde verlängert Hauptbetriebsplan

Zulassung ohne Rodungserlaubnis

20.12.2017 | Die Bezirksregierung Arnsberg hat heute auf Antrag der RWE Power AG die Geltungsdauer des derzeitigen Hauptbetriebsplans verlängert, um den drohenden Stopp des gesamten Tagebaus zu verhindern. Die Zulassung ist längstens bis zum 31.03.2018 befristet. In der Nebenbestimmung Nr. 17 heißt es: "Rodungs- und Abholzungsmaßnahmen auf bewaldeten Flächen sind nicht zugelassen".

Ferner wird die RWE Power AG aufgefordert, bis spätestens zum 15.02.2018  einen aktualisierten Antrag auf Zulassung des Hauptbetriebsplans 2018-2020 oder aber einen weiteren Antrag auf Verlängerung des derzeitigen Hauptbetriebsplans einzureichen.


 

 

Die Rodungssaison ist vorbei

Energieminister bestätigt Kettensägen-Aus

15.12.2017 |Auch im Januar 2018 werden die Kettensägen im Hambacher Wald schweigen. NRW-Energieminister Andreas Pinkwart bestätigte im WDR, dass es vor dem nächsten Herbst keine Rodungen geben wird. "Da ab März laut Naturschutzgesetz ohnehin keine Bäume mehr gefällt werden können, kommen Abholzungen im Hambacher Forst nicht vor Oktober 2018 in Betracht", sagte Pinkwart. Da der Tagebau ohne eine entsprechende bergrechtliche Zulassung am 1.1.2018 nicht fortgeführt werden könnte, will das Land dem RWE jetzt eine Hauptbetriebsplan-Zulassung ohne Rodungserlaubnis erteilen.


 

 

BUND erzielt Erfolg für Hambacher Wald

RWE erklärt Rodungsverzicht

14.12.2017 | Im Eilbeschwerdeverfahren um den vom Braunkohlentagebau bedrohten Hambacher Wald hat der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen wichtigen Etappensieg errungen. RWE erklärte heute verbindlich einen Rodungsverzicht auf Basis der aktuellen Genehmigung und sicherte die Kostenübernahme für das Verfahren zu.  mehr


 

 

BUND signalisiert Einigungsbereitschaft

Hambacher Wald im Dezember 2017. (D. Jansen)

Vergleichsvorschlag des Oberverwaltungsgerichts zum Hambacher Wald

13.12.2017 | Im Eilbeschwerdeverfahren um den vom Braunkohlentagebau bedrohten Hambacher Wald hat der BUND heute seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, dem vom Oberverwaltungsgericht vorgeschlagenen Vergleich zuzustimmen. Kern des Vergleichs ist ein Rodungsstopp und die Beauftragung eines Gutachters zur Klärung der zentralen Frage der Eignung des Hambacher Waldes als FFH-Gebiet. Der BUND hat dem Land NRW heute schriftlich vorgeschlagen, den zu beauftragenden Gutachter direkt miteinander abzustimmen. Die Auswahl eines kompetenten und unparteiischen Gutachters ist für die endgültige Akzeptanz des Vergleichs für den BUND entscheidend. Das schließe bereits für eine der Parteien in dieser Sache tätige Gutachter aus.

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Vergleichsvorschlag des Oberverwaltungsgerichts zum Hambacher Wald

Etwa zwei Hektar wertvollen Waldes hatte RWE bis zum Rodungsstopp gefällt. (D. Jansen)

BUND begrüßt alle Initiativen zur Lösung des Konflikts

01.12.2017 | Im juristischen Streit um den vom Braunkohlentagebau bedrohten Hambacher Wald hat das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen heute den Verfahrensbeteiligten einen Vergleichsvorschlag unterbreitet. Darin ist vorgesehen, dass die RWE Power AG bis zum 31. Dezember 2017 keine weiteren Abholzungs- und Rodungsmaßnahmen in dem Gebiet durchführt und das beklagte Land ein Sachverständigengutachten dazu einholt, ob die bewaldete Fläche mit Blick auf die Bechsteinfledermaus die Kriterien für ein FFH-Gebiet erfüllt.

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RWE vertreibt Fledermäuse

Zur Gewinnung der Braunkohle vertreibt RWE nicht nur Menschen aus ihrer Heimat, sondern auch streng geschützte Tiere. Mit Maßnahmen, die nicht durch artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen abgedeckt sind, werden aktuell zum Beispiel die Quartierbäume von Fledermäusen unbewohnbar gemacht. Dagegen hat der BUND bei den zuständigen Behörden jetzt Beschwerde eingelegt. 

 


 

 

BUND setzt Rodungsstopp im Hambacher Wald durch

Ab heute, 18 Uhr, schweigen die Sägen 

28.11.2017 |Auf Antrag des BUND hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster heute einen Rodungsstopp im Hambacher Wald verfügt. Das Gericht hat das Land NRW im Wege einer Zwischenentscheidung verpflichtet, sicherzustellen, dass RWE die Fällarbeiten ab heute, 18.00 Uhr, einstellt. Das Rodungsverbot gilt zunächst so lange bis das OVG über die BUND-Beschwerde gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Köln vom 25. Oktober 2017 entschieden hat. 

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Interview: Brauchen wir noch Braunkohle?

WDR 5 Profit - aktuell | 24.11.2017 | 04:42 Min.

Interview mit Dirk Jansen, Geschäftsleiter Umwelt- und Naturschutzpolitik BUND NRW  ... hier (extern)


 

 

Weiter Widerstand gegen Tagebau Hambach

Verwaltungsgericht Köln, 24.11.2017 (D. Jansen)

Antrag auf Zwischenverfügung beim Oberverwaltungsgericht eingereicht

24.11.2017 | Nach dem heutigen Urteil des Verwaltungsgerichts Köln kündigte der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weiteren Widerstand an. Das Gericht hatte die Klage des BUND gegen den Braunkohlentagebau Hambach abgewiesen. Bei der mündlichen Urteilsbegründung hatte die Kammer jedoch ihr Bedauern ausgedrückt, dass RWE und das Land NRW den Vergleichsvorschlag des Gerichts abgelehnt hatten. 

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„RWE und Land müssen Beitrag zum Rechtsfrieden leisten“

Das BUND-Gerichtsteam: Dr. Thomas Krämerkämper, Dr. Matthias Schreiber, Dirk Jansen, Rechtsanwalt Dirk Teßmer

BUND fordert Ende der "Augen-zu-und-durch"-Strategie

22.11.2017 | Im Rechtsstreit um den Braunkohlentagebau Hambach fordert der (BUND) das Land NRW und die RWE Power auf, die kategorische Ablehnung eines Vergleichs aufzugeben. In der gestrigen mündlichen Verhandlung hatte das Gericht den Prozessbeteiligten einen Vergleich vorgeschlagen, der den verbliebenen Rest des Hambacher Waldes verschont hätte, ohne die Braunkohlenförderung zum Erliegen zu bringen. Der Vorsitzende Richter Holger Maurer hatte ausgeführt, dass aus Klimaschutzgründen der Kohleausstieg unabwendbar sei. Der Kohleausstieg sei nur noch eine Frage der Zeit. Daher müsse über Lösungen nachgedacht werden, um weitere Rodungen zu vermeiden. Damit könnte auch ein Beitrag zum Rechtsfrieden in der Region geleistet werden.

Die Urteilsverkündung erfolgt am 24.11.2017, 10 Uhr, Saal 1, VG Köln

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Gericht entscheidet über BUND-Klagen

Bleibt der Rodungsstopp bestehen?

17.11.2017 | Am Dienstag, den 21. November (10.30 Uhr VG Köln, Appellhofplatz, Eingang Burgmauer, Saal 1, Erdgeschoss), verhandelt das Verwaltungsgericht Köln die Klagen des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland gegen die Fortführung des Braunkohlentagebaus Hambach. Setzt sich der BUND vor Gericht durch, wären damit auch die vom Kohlekonzern aktuell geplanten Rodungen im Hambacher Wald gestoppt.

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Hambacher Wald: BUND reicht Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht ein

Herbst im Hambacher Wald. (D. Jansen)

Nach Gerichtsbeschluss zum Tagebau Hambach ruft der BUND die nächste Instanz an 

25. Oktober 2017 | Im Rechtsstreit des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen das Land Nordrhein-Westfalen zum Stopp der Rodungen im Hambacher Wald hat das  Verwaltungsgericht Köln heute eine erste Entscheidung im Eilverfahren gefällt. Das Gericht hat dem Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Klage gegen die Zulassung des Hauptbetriebsplans hinsichtlich einer etwa 56 Hektar großen Waldfläche stattgegeben. In diesem Teilbereich sind Rodungen damit bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren unzulässig. Für den übrigen dem Tagebau am nächsten gelegenen Bereich wurde der BUND-Antrag abgelehnt. 

zur Pressemitteilung des BUND

Beschluss des VG Köln vom 25.10.2017

 


 

 

Hambacher Wald retten: Im Video erklären wir, warum der Wald so wertvoll ist.


 

 

Hambach-Klage: Gerichtstermin aufgehoben

Verwaltungsgericht Köln sieht noch weiteren Klärungsbedarf

13. Oktober 2017 | Der vom Verwaltungsgericht Köln ursprünglich für den 17. Oktober anberaumte Termin der mündlichen Verhandlung der BUND-Klagen gegen den Braunkohlentagebau Hambach wurde kurzfristig aufgehoben. Das Gericht begründet die Aufhebung damit, dass vorab eine weitere Aufklärung des Sachverhalts und die Gewährung rechtlichen Gehörs zu Umständen erforderlich seien , zu denen die Beteiligten bisher nicht Stellung genommen haben. 

Als neuer Verhandlungstermin wurde der 21. November, 10.30 Uhr festgelegt ( VG Köln, Appellhofplatz, Eingang Burgmauer, Saal 1, Erdgeschoss).

 


 

 

Braunkohlentagebau Hambach vor Gericht

Wald oder Kohle? (M. Goergens)

Verwaltungsgericht Köln verhandelt BUND-Klagen

Düsseldorf, 09.10.2017 | Am 17. Oktober verhandelt das Verwaltungsgericht Köln die Klagen des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Gegenstand der Klagen sind die von der Bezirksregierung Arnsberg erteilten Zulassungen des Rahmenbetriebsplans zur Fortführung des Tagebaus von 2020 bis 2030 sowie des Hauptbetriebsplans für den Zeitraum von 2015 bis 2017. Der BUND hält beide für rechtswidrig, da bei deren Zulassung wesentliche Umweltbestimmungen nicht eingehalten wurden. Die Verhandlung ist öffentlich und findet um 10.30 Uhr in Saal 160 des VG Köln (Appellhofplatz, Eingang Burgmauer) statt.

Der BUND hatte die Klagen am 2. März 2015 eingereicht. Die vom BUND angefochtene Rahmenbetriebsplan-Zulassung umfasst eine Abbaufläche von weiteren 924 Hektar. Davon sind 226 Hektar wertvoller Wald, der 142 Vogelarten eine Heimat bietet. Allein zwölf streng geschützte Fledermausarten wie zum Beispiel die höchst seltene Bechstein-Fledermaus und die streng geschützte Haselmaus haben dort ihr Refugium. Um weitere 450 Millionen Tonnen Braunkohle fördern zu können, will RWE den 12.000 Jahre alten Hambacher Wald bis auf wenige Reste zerstören.

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Vorerst keine Rodungen im Hambacher Wald

Der BUND hat die Motorsägern erst einmal gestoppt. (D. Jansen)

RWE reagiert auf BUND-Klagen

05.09.2017 | Die RWE Power AG wird nicht wie geplant am 1. Oktober mit den Rodungsarbeiten im Hambacher Wald fortfahren. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat der Braunkohlekonzern jetzt einem Aufschub der Baumfällungen zugestimmt. Gegenüber dem Gericht hat der Bergbautreibende verbindlich erklärt, mit den Rodungsarbeiten zur Freimachung des weiteren Vorfeldes des Tagebaus Hambach nicht vor dem 25. Oktober beginnen zu wollen. Hintergrund  ist der Eilantrag an das Verwaltungsgericht Köln vom 22. August 2017, mit dem der BUND die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung seiner Klagen gegen die bergrechtlichen Zulassungen zur Fortführung des Braunkohlenagebaus Hambach beantragt hat. Zur mündlichen Verhandlung der Klagen hat das VG Köln für den 17. Oktober geladen (VG Köln,  Saal 160, 10:30 Uhr).

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Eilantrag für Rodungsstopp im Hambacher Wald

Jeder Quadratmeter unersetzlich. (D. Jansen)

Notmaßnahme vor beginn der Rodungssaison

22.08.2017 | Mit einem heute beim Verwaltungsgericht Köln eingereichten Eilantrag will der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen Rodungsstopp  für den Hambacher Wald erzwingen.

„Jeder Quadratmeter dieses einzigartigen und eigentlich streng geschützten Lebensraums ist es wert, gerettet zu werden“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. Vom einst mehr als 4.100 Hektar großen Wald sind trotz der Zerstörung durch die Braunkohlenbagger noch immer große Bestände mit streng geschützten Tierarten wie der Bechsteinfledermaus vorhanden. Die Restbestände der Eichen-Hainbuchenwälder gehören noch immer zu den flächenhaft und qualitativ hochwertigsten Vorkommen dieses Lebensraumtyps in der ganzen atlantischen Region Deutschlands. Die Bechsteinfledermaus-Kolonien gehören zu den bedeutendsten Europas.

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Hintergrundpapier zum Hambacher Wald  

 


 

 

Tagebau Hambach: Entscheidung vertagt

Der Hambacher Wald. (D. Jansen)

Gericht hebt Termin zur mündlichen Verhandlung der BUND-Klage auf

07.06.2017 | Der ursprünglich für den 20. Juni vorgesehene Termin der mündlichen Verhandlung der BUND-Klage gegen den 3. Rahmenbetriebsplan und den aktuellen Hauptbetriebsplan des Tagebaus Hambach wurde vom Verwaltungsgericht Köln aufgehoben. Grund dafür sind Zuständigkeitsfragen. Der Geltungsbereich des streitgegenständlichen Rahmenbetriebsplanes liegt in verschiedenen Gerichtsbezirken (Aachen und Köln), weshalb die Kölner Richter vom Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster klären lassen wollten, welches Verwaltungsgericht denn nun zuständig sei. Mit Beschluss vom 31. Mai hat das OVG „mit Blick auf das Gebot effektiver und sachgerechter Verfahrensdurchführung“ das VG Köln als zuständiges Gericht bestimmt.

Der BUND hofft jetzt auf eine schnelle Neu-Terminierung, um nach Möglichkeit noch vor dem Beginn der Rodungs-Saison im Hambacher Wald eine Entscheidung herbei zu führen. Mit der Klage soll geklärt werden, ob es rechtens war, die bergrechtlichen Zulassungen unter Umgehung eines Planfeststellungsverfahrens und damit ohne Umweltverträglichkeitsprüfung zu genehmigen. Auch die Fragen, inwieweit der Hambacher Wald als potentielles FFH-Gebiete und faktisches Vogelschutzgebiet zu berücksichtigen wären und welche artenschutzrechtlichen Tatbestände verletzt wurden, sind entscheidungserheblich.

Setzen wir uns durch, können mehrere hundert Hektar des Hambacher Waldes gerettet werden.

 


Neue BUND-Klage gegen Tagebau Hambach

"Rahmenbetriebsplanzulassung ist klar rechtswidrig"

02.03.2015 | Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unternimmt einen neuen Anlauf zum juristischen Stopp des Braunkohlentagebaus Hambach bei Köln. Der Umweltverband legte heute beim Verwaltungsgericht Köln Klage gegen die Zulassung des dritten Rahmenbetriebsplanes zur Fortführung des Tagebaus von 2020 bis 2030 ein.

"Der Tagebau zerstört ein einzigartiges Waldgebiet von europäischem Rang", sagte Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND. "Ein größerer Eingriff in die Natur ist nicht vorstellbar. Und dabei haben es die Behörden erneut unterlassen, zumindest eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen."

Die jetzt vom BUND angefochtene bergrechtliche Zulassung der Bezirksregierung Arnsberg umfasst eine Abbaufläche von 924 Hektar. Davon sind 226 Hektar wertvoller Wald, der 142 Vogelarten eine Heimat bietet. Allein zwölf streng geschützte Fledermausarten wie zum Beispiel die höchst seltene Bechstein-Fledermaus und die streng geschützte Haselmaus haben dort ihr Refugium. Um weitere 450 Millionen Tonnen Braunkohle fördern zu können, will RWE den 12.000 Jahre alten Hambacher Wald bis auf wenige Reste zerstören. Zwar soll versucht werden, eine Art Ersatznatur für die geschützten Tierarten zu schaffen. Der BUND hält dies jedoch für einen untauglichen Versuch, die Rechtwidrigkeit des Eingriffs zu kaschieren.

Nach BUND-Auffassung ist die Rahmenbetriebsplanzulassung aus zwei Gründen "klar rechtswidrig". Zum einen führt die Weiterführung des Tagebaus unstreitig zur vollständigen Zerstörung der Waldbereiche mitsamt ihrer Lebensraumtypen und des spezifischen Arteninventars. Diese Flächen erfüllen alle gesetzlichen Anforderungen eines potenziellen FFH- und auch faktischen Vogelschutzgebiets. "Deren Zerstörung ist nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesverwaltungsgerichts unzulässig", konstatierte BUND-Anwalt Dirk Teßmer von der Frankfurter Kanzlei Philipp-Gerlach und Teßmer. Zum anderen haben die Behörden bewusst auf die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet und den Rahmenbetriebsplan nicht als Planfeststellungsbeschluss erlassen. Dies sei ein gravierender Verfahrensfehler.

Mit der Klage gegen die Rahmenbetriebsplanzulassung hat der BUND gleichzeitig eine Klage auf vorbeugende Feststellung der Rechtswidrigkeit einer künftigen Enteignung seines BUND-Eigentums in der Tagebaufläche eingereicht. „Wir sind seit 1997 Eigentümer eines Grundstücks im Tagebaufeld Hambach“, sagte BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen. „Dieses wollen wir nicht kampflos an RWE abtreten, zumal es ein geschütztes römisches Bodendenkmal umfasst.“

Mit dem erneuten juristischen Vorstoß geht der langjährige juristische Widerstand des BUND gegen den Tagebau Hambach in eine neue Runde. Eine erste Klage hatte der Umweltverband 1996 eingereicht. Seitdem habe sich die Rechtsprechung in entscheidenden Punkten fortentwickelt. Insofern sieht der BUND dem neuerlichen Rechtsstreit optimistisch entgegen.

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Eckdaten 3. Rahmenbetriebsplan Hambach

  • Plangebiet: 924 Hektar davon 226 ha Wald
  • Kohleinhalt: 450 Millionen Tonnen
  • Abraum: 2,85 Milliarden Kubikmeter
  • Abbautiefe: bis 465 m unter Grund
  • Betroffene planungsrelevante Tierarten: z.B. 142 Vogelarten, 12 Fledermausarten, Haselmaus, 3 Amphibienarten

Vortrag von Dirk Jansen, Januar 2018

zum Nachlesen

Der juristische Kampf um den Hambacher Wald

MubürgerDokus hat den Vortrag von BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen am 27. Januar 2018 in Kerpen-Buir in Bild und Ton dokumentiert.

zum Nachsehen und -hören

BUND-Hintergrund 2017

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Umfassende Chronologie des Rechtsstreits gegen den Tagebau Hambach.

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