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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Vernässungen nach Tagebauende

Flurabstände und Bodensenkungen 1955 - 2012. (Quelle: LANUV)

Um die Braunkohle im Rheinischen Revier im offenen Tagebau zu gewinnen ist die großräumige Absenkung des Grundwasserspiegels notwendig. Diese erreicht Tiefen von über 500 Meter unter Flur. Je nach Ausmaß dieser Grundwasserabsenkungen und Beschaffenheit des Bodens stellen sich in der Folge Gelände­senkungen ein, die auch beim Grundwasseranstieg nach Tagebauende nicht voll reversibel sind. Bei erfolgtem Wiederanstieg könnendann in Gebieten mit ehemals geringem Flurabstand und gleichzeitig größeren Gelände­senkungen Bereiche mit Geländevernässungen entstehen. Was für die Natur gut sein mag, kann sich für Siedlungsbereiche negativ auswirken. Dies zeigt sich schon jetzt im Bereich der besonders von Bodensenkungen betroffenen Erftscholle. Im Einflussbereich des Tagebaus Hambach werden Bodensetzungen von bis zu 7,5 Meter erwartet. Vor allem in der Erftaue ist schon jetzt absehbar, dass eine dauerhafte Sümpfung nach Tagebauende notwendig sein wird, damit die Siedlungen nicht absaufen.

Bis heute nicht bekannt sind sowohl das genaue Ausmaß und die regionale Verteilung der zukünftig - bis zum Jahre 2200 -  zu erwartenden Vernässungen. Auch der Verursachungsbeitrag durch Bodensenkungen aufgrund der Tagebau-Sümpfungen des RWE kann derzeit nicht quantifiziert werden.

Die rot-grüne Landesregierung hatte deshalb vereinbart, das Problem des Grundwasserwiederanstiegs nach Beendigung der Kohleförderung und die damit verbundenen Risiken für Bergschäden zu untersuchen und mögliche Konsequenzen daraus für die Bauleitplanung mit den Kommunen im Rheinischen Revier zu ziehen.

Dabei geht es auch um die Frage, ob eventuelle Ewigkeitslasten des Bergbaus zu quantifizieren sind, für deren Bewältigung der Bergbautreibende eine finanzielle Vorsorge treffen muss. Diese Quantifizierung hat auch Bedeutung für die von der Bergbehörde bei der Zulassung von Betriebsplänen vorzunehmende Prüfung, ob sie die Zulassung erforderlichenfalls von der Leistung einer Sicherheit abhängig macht.

Untersuchungsprogramm gestartet

Mit einem im Juni 2016 begonnenen Untersuchungsprogramm unter Federführung des Landesumweltamtes (LANUV) will die Landesregierung die Problematik aufarbeiten. „Wegen der speziellen Bedeutung und dem großen öffentlichen und auch kommunal-politischen Interesse ist eine intensive, fachlich objektive und vor allem transparente Bearbeitung dieser Problematik notwendig“, so das LANUV. Inzwischen haben eine Facharbeitsgruppe und ein größeres Beratungsgremium – in beiden ist auch der BUND vertreten – ihre Arbeit aufgenommen.

Zur Bearbeitung der Problematik sind im ersten Schritt unterschiedliche Prognoserechnungen mit einem Grundwassermodell und Prognosen für die Entwicklung der Geländeoberfläche mit einem entsprechenden Modell anzustellen und die Ergebnisse zusammen zu führen. Auf Grundlage der Modellergebnisse soll es dann möglich sein, Risikogebiete im Hinblick auf die Vernässungsproblematik auszuweisen, den Anteil der Bergbautätigkeit an einer potenziellen Vernässung abzuschätzen und Gegenmaßnahmen überschlägig zu simulieren, um die dafür erforderlichen Aufwendungen abschätzen zu können. Mit der Vorlage der Ergebnisse wird im Jahre 2019 gerechnet.

Mehr Infos und alle Sitzungsprotokolle finden Sie auf der Projekt-Homepage

 

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