BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Von Menschen und Wölfen: Wissen und Verständnis schafft Brücken

Verstärkung von Information und Öffentlichkeitsarbeit – ein Wolfsbüro für NRW

Canis lupus. Foto: Stefan Eschweiler, Pfotenstudio.

Im ländlichen Raum wird die Rückkehr des Wolfes bei den Menschen oft durch Ängste, Unsicherheit und viele offene Fragen begleitet. Dass das Landesumweltamt jetzt in den neuen Wolfsgebieten einzelne Veranstaltungen durchführt, ist zu begrüßen. Aber das reicht aus Sicht des BUND nicht aus. Erfahrungen aus anderen Bundesländern zeigen, dass eine kontinuierliche und gut organisierte Öffentlichkeitsarbeit wesentlich zum konfliktarmen Miteinander beitragen kann. Bewährt hat sich dazu z.B. in Sachsen die Einrichtung eines beim Land angesiedelten Wolfsbüros, die Fachstelle Wolf oder in Niedersachsen das Wolfsbüro. Vorteil ist, dass hier alle Aktivitäten zum Wolfsschutz – vom Monitoring bzw. der Bearbeitung von Meldungen und Wolfsrissen, der Beratung der Nutztierhalter und der Bearbeitung von Förderanträgen sowie auch der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit an einer Stelle zusammengefasst werden. Die Büros wurden dafür mit entsprechendem Fachpersonal ausgestattet. Der BUND hat der Umweltministerin vorgeschlagen, auch in NRW ein solches Wolfsbüro einzurichten.

BUND lehnt eine Bejagung des Wolfes ab

Des Öfteren wird dort, wo sich Wolfsrisse an Nutztieren häufen, eine Bejagung des Wolfes gefordert. Aber Jagd kann nach Aussage von Experten nicht wirksam zum Schutz von Weidetieren beitragen. Denn dazu sind Wölfe viel zu mobil und anpassungsfähig. Und einmal auf Wanderschaft können sie in kurzer Zeit sehr weite Strecken von hunderten Kilometern zurücklegen. „Wolfsfreie Zonen“, wie manche sie fordern, sind also nicht denkbar. Jagd auf den Wolf ist zudem nach dem aktuellen EU-Artenschutzrecht nicht möglich; der im Bestand gefährdete Wolf ist ganzjährig geschützt. Ein Töten von Wölfen ist nur in extremen Ausnahmefällen möglich. Regelungen dazu finden sich in den Wolfsmanagementplänen. Und der Wolf gehört in das Ökosystem unseres europäischen Festlandes! Auch an ihm hat die Evolution ihr Werk getan - er ist Teil unserer heimischen Biodiversität! Diese zu schützen sollte oberste Priorität haben. Nicht die Tiere rücken dem Menschen immer näher sondern der Mensch rückt der Natur immer weiter auf die Pelle.

Hinzu kommt: Wölfe ernähren sich weit überwiegend von Rehen, Rotwild und Schwarzwild, wirken im Wald mit seinen meist zu hohen Wildbeständen positiv. Wildschäden in der Landwirtschaft werden so reduziert. Der BUND ist deshalb der Auffassung, dass der Wolf dort, wo er sesshaft wird, eine Bereicherung besonders unserer Wald-Ökosysteme sein kann. 

Weitere Infos

Wolfsmanagementplan für NRW. Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe. Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: Download

Wolfs-Seite des Landes NRW: www.wolf.nrw.de

Positionspaper des Deutschen Wanderverbands  "Mit dem Wolf leben - aber wie?": hier

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf: https://www.dbb-wolf.de/

Die Broschüre "Leben mit Wölfen" des BfN: hier

Konzeptpapier zum Kompetenzzentrum Weidetierhaltung und Wolf: Download

 

Ökologie des Wolfes

BUND-Ansprechpartner

Adalbert Niemeyer-Lüllwitz

BUND-Arbeitsgruppe Wolf
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