BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Der Wolf kehrt zurück

In Nordrhein-Westfalen konnte 2009 erstmals wieder ein Wolf nachgewiesen werden. Nachdem jahrelang nur einige Durchzügler in NRW gesichtet wurden, geht das Landesumweltamt aufgrund genetischer Nachweise davon aus, dass im Verlauf des Jahres 2018 im Bereich Schermbeck (Kreis Wesel) ein weibliches Tier standorttreu geworden ist. Das Umweltministerium NRW hat in dem betreffenden Landschaftsraum mit Wirkung zum 01.10.2018 deshalb das erste nordrhein-westfälische "Wolfsgebiet" ausgewiesen.

Rückkehrer: Wolf

Bald auch in NRW wieder heimisch? (Uwe Tichelmann)

Im Jahr 2000 vermehrten sich zum ersten Mal wieder erfolgreich Wölfe in Deutschland, nachdem sie hier als Konkurrenten der Nutztierhalter spätestens um 1900 vollständig ausgerottet worden waren. 

Für das Monitoringjahr 2018/2019 wurden für Deutschland 105 Rudel, 29 Paare und 11 sesshafte Einzeltiere nachgewiesen. D In 100 der 145 Territorien wurde Reproduktion bestätigt, mit insgesamt 394 Welpen. Der Schwerpunkt der Verbreitung umfasst die Bundesländer Brandenburg (49 Terretorien), Sachsen (27), Sachsen-Anhalt (17), Niedersachsen (31) und Mecklenburg-Vorpommern (10).

In Nordrhein-Westfalen wurde für das Monitoringjahr 2018/19 nur ein territoriales Einzeltier registriert - die mittlerweile bekannte Wölfin Gloria. Seither hat sich aber auch in NRW noch einmal vieles getan: Stand August 2020 gibt es vier ausgewiesene Wolfsgebiete mit einem Rudel im Wolfsgebiet Oberbergisches Land, der Wölfin Gloria im Wolfsgebiet Schermbeck, vereinzelte Wolfsnachweise in den Wolfgebieten Eifel - Hohes Venn und Senne.

Voraussetzungen schaffen

Zwei Voraussetzungen waren entscheidend für den Erfolg der selbstständigen Wiederansiedlung des Wolfes: die Jagd, die zu seiner Ausrottung geführt hatte, wurde verboten. Und es gibt inzwischen mit Wildschwein, Reh und Rothirsch - vielfach auch Damhirsch - wieder ausreichend Nahrung für den Wolf.

Doch weil Nutztiere wie Ziegen und Schafe ohne Schutzmaßnahmen mit dem geringsten Aufwand zu erbeuten sind, landen sie natürlich auch schon mal auf der Speisekarte des Wolfs.

Auch innerhalb des Naturschutzes gibt es deshalb Gesprächsbedarf, denn betroffene Nutztierherden leisten wertvolle Arbeit für den Erhalt unserer Kulturlandschaft. In NRW muss deshalb ein gut funktionierendes Wolfsmanagement kontinuierlich und zügig durchgeführt werden sowie zuverlässige Ansprechpartner vorhanden sein. 

Wolf zurück – intakte Natur?

Die Rückkehr des Wolfes ist aus Sicht des BUND kein Hinweis auf eine intakte Natur. Wölfe kommen sehr gut im ländlichen Siedlungsraum bzw. der Kulturlandschaft zurecht. Sie benötigen genügend Nahrung und Rückzugsgebiete. Dass unsere Natur keinesfalls in Ordnung ist, beweisen das dramatische Insektensterben, der Rückgang vieler Vogelarten und die Klimaerwärmung mit all ihren Folgen.

BUND-Ansprechpartner

Achim Hertzke

BUND-Arbeitsgruppe Wolf
E-Mail schreiben

BUND-Kreisgruppe Wesel, Angelika Eckel/Günther Rinke, Tel. 02853-693582, bundkgwesel@bund-wesel.de, www.bund-wesel.de 

Weitere Infos

Förderrichtlinien Wolf. Richtlinien über die Gewährung von Billigkeitsleistungen und Zuwendungen zur Minderung oder Vermeidung von durch den Wolf verursachten wirtschaftlichen Belastungen: https://wolf.nrw/wolf/de/management/foerderung

Wolfsmanagementplan für NRW. Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe. Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen. Recklinghausen 2016 

Download

 

Wolfs-Seite des Landes NRW: www.wolf.nrw.de

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf: https://www.dbb-wolf.de/

Die Broschüre "Leben mit Wölfen" des BfN: https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/artenschutz/pdf/Leben_mit_Woelfen.pdf 

Rückkehrer willkommen!

Neben dem Wolf kehrten auch andere Säugetiere wie Fischotter, Luchs und Wisent zu uns zurück.

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