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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

EMNID-Studie: Breite Mehrheit unterstützt einen Nationalpark Senne

12. Juli 2018 | Lebensräume, Naturschutz

Über 15.000 formelle Einwendungen gegen die Streichung des Nationalparks aus dem Landesentwicklungsplan

Die Senne muss Nationalpark werden! [Foto: Günter Bockwinkel]

Bad Lippspringe | 85 Prozent der Bevölkerung in NRW befürworten die Einrichtung eines Nationalparks in der Region Senne. Zu diesem sehr deutlichen Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Studie des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts KANTAR EMNID, die heute von den NRW-Naturschutzverbänden BUND, LNU und NABU  in Bad Lippspringe vorgestellt wurde. Die Ergebnisse der Studie sind aus Sicht der Naturschutzverbände eindeutig, so der Sprecher der Naturschutzkonferenz OWL, Karsten Otte: „Die große Mehrheit der Bevölkerung in ganz NRW und auch in Ostwestfalen befürwortet parteiübergreifend die Einrichtung eines Nationalparks in der Senne und ist von den Vorteilen überzeugt. 81 Prozent der Befragten verbinden damit einen besseren Schutz der Natur. 56 Prozent sieht zudem auch Vorteile für die wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere durch eine Förderung des Tourismus“, so Karsten Otte.

„Diese überwältigende Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger aus NRW zu einem Nationalpark Senne ist ein klares Signal an die Verantwortlichen in der Politik und an die NRW-Landesregierung“, so der BUND-Vorsitzende Holger Sticht. Die Behauptung im Koalitionsvertrag der Regierung, ein Nationalpark Senne hätte in der Region keinen Rückhalt, würde damit widerlegt. Denn nach dem Ergebnis der Studie befürworten auch 76 Prozent der Menschen im Regierungsbezirk Detmold einen Nationalpark in der Region Senne.

Mit dieser aktuellen Befragung werden Beschlüsse des Landtages NRW für eine Ausweisung der Senne als Nationalpark bestätigt. Dennoch wolle die NRW-Landesregierung den Nationalpark Senne als Option aus dem Landesentwicklungsplan streichen. Über die vom Kabinett beschlossene Änderung soll demnächst der Landtag entscheiden. Damit würde, so der NABU-Vorsitzende Josef Tumbrinck, der Schutz dieses national und international einzigartigen Naturgebietes aufs Spiel gesetzt. „Für die Zukunft der Senne gibt es nach dem für 2020 angekündigten Abzug der britischen Streitkräfte vom Truppenübungsplatz dann keine sichere Perspektive mehr“, so Tumbrinck.

Die Naturschutzverbände weisen auf die vorliegenden Fachgutachten hin, nach denen sich die Senne besonders für eine Nationalparkausweisung eignen würde. Die Gutachten bestätigen, so Josef Tumbrinck, dass einzig die höchste Schutzkategorie, die der Naturschutz kenne, geeignet sei, die biologische Vielfalt der Senne zu sichern.

Mit artenreichen Offenlandgebieten, mit Heiden, Sandtrockenrasen und Mooren, wertvollen Erlenbruchwäldern und glasklaren Fließgewässern bilde die Senne eine europaweit einmalige naturnah erhaltene Landschaft. Hier gäbe es einen unglaublichen Reichtum an Pflanzen- und Tierarten, von denen mehr als 1.000 auf der „Roten Liste“ gefährdeter oder vom Aussterben bedrohter Arten stehen.

Über zwei Jahrzehnte gab es in NRW politisches Einvernehmen über das Ziel, nach einem Militärabzug in der Senne einen Nationalpark einzurichten. Jetzt, wo der Abzug kurz bevorstehe, wolle sich das Land NRW davon verabschieden. Durch diese neue Situation würden viele Begehrlichkeiten auf das bisherige Sperrgebiet geweckt. „Der wertvollste Naturraum Nordrhein-Westfalens mit seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt steht zur Disposition, wenn die Schutzperspektive „Nationalpark“ aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen wird“, so der Vorsitzende der Landesgemeinschaft Natur- und Umweltschutz (LNU), Mark vom Hofe.

Auch die Forderung des Regionalrates OWL zur Ansiedlung von Industrie und Gewerbe im Randbereich der Senne widerspreche aus Sicht von Karsten Otte eindeutig den Schutzzielen. Der Landesentwicklungsplan müsse deshalb unbedingt an dem Ziel einer Nationalparkausweisung in der Senne festhalten. Deshalb fordern die NRW-Naturschutzverbände die Abgeordneten des Landtages auf, diesen Plänen ihre Zustimmung zu verweigern. Nachdruck erhält diese Forderung auch durch über 15.000 formelle Einwendungen und zahlreiche Stellungnahmen, die heute in Düsseldorf an Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart übergeben wurden.

Der wertvollste Naturraum Nordrhein-Westfalens mit seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt steht aus Sicht der Naturschützer zur Disposition. Die Naturschutzverbände rufen alle Menschen in NRW auf, den Einsatz für den Erhalt der Senne zu unterstützen. Für Naturschützer und Kenner der Region steht fest: Die Senne darf nicht sterben. Wenn das Militär abzieht, so der Appell an Politik und Öffentlichkeit, sei einzig der Nationalpark eine sichere Perspektive für den Schutz der Senne!

 

Ansprechpartner:

Adalbert Niemeyer-Lüllwitz, BUND NRW, 0151 16500470

Josef Tumbrinck, NABU NRW, Tel. 0171 3867379

Karsten Otte, Naturschutzkonferenz OWL, 0163 8340021

 

Anhang:

Studie des Meinungsforschungsinstituts Kantar EMNID zu einem Nationalpark in der Region Senne, Juli 2018

 Kantar EMNID befragte 1.020 Personen ab 16 Jahren in Nordrhein-Westfalen zu ihren Meinungen über einen möglichen Nationalpark in der Region Senne. Die Stichprobe wurde repräsentativ und zufällig ausgewählt. Damit sind die Ergebnisse repräsentativ für Nordrhein-Westfalen. Die telefonische Befragung fand im Zeitraum vom 12. bis zum 28. Juni 2018 statt.

 Auf die Frage „Wie fänden Sie es, wenn ein neuer Nationalpark in der Region Senne eingerichtet würde?“ antworteten 85 % der Befragten aus NRW mit „gut oder sehr gut“, 8 % mit „schlecht oder sehr schlecht“. Bei den Befragten aus dem Regierungsbezirk Detmold antworteten 75 % mit „gut oder sehr gut“ und 22 % mit „schlecht oder sehr schlecht“.

  • Die Grafiken zu den zentralen Ergebnissen der EMNID-Studie finden Sie ...hier
  • Ein 8-seitiges Hintergrundpapier zum Nationalpark Senne finden Sie ...hier
  • druckfähige Pressefotos zu Ihrer Verwendung (bei Autorennennung) finden Sie ...hier

 

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