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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Artenschwund hält weiter an / Landesnaturschutzgesetz "zu halbherzig"

02. März 2016 | Naturschutz, , Biber

Aber auch kleine Erfolge. BUND stellt anlässlich des Tags des Artenschutzes erste Biber-Seite online.

Biber mit Jungem  (Leopold Kanzler)

Anlässlich des Internationalen Tags des Artenschutzes am 3. März weist der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf den nach wie vor anhaltenden Schwund der Arten hin. Gleichzeitig kritisierte der Umweltverband den Entwurf für ein Landesnaturschutzgesetz als "zu halbherzig".

"45 Prozent der untersuchten Arten – und untersucht sind nur etwa 12.000 von rund 44.000 Arten – sind landesweit bereits gefährdet oder ausgestorben. Insgesamt ist die Lage also wahrscheinlich noch dramatischer, als wir bisher wissen", sagte der Landesvorsitzende des BUND, Holger Sticht.

Wesentliche Ursache hierfür sei der anhaltend hohe Flächenverbrauch von 10 Hektar pro Tag in NRW sowie die industrielle Landwirtschaft mit massiven Düngungen, Pestizideinsatz und immer intensiverer Bodenbearbeitung. Gerade bei Arten der Agrarlandschaft sei der deutlichste Abwärtstrend erkennbar.

Dies werde durch intensive Formen der Jagd noch zusätzlich verstärkt. So hat der Kreis Recklinghausen gerade die Ringeltaube zum Abschuss während der kompletten nun startenden Brutzeit genehmigt. Weitere Kreise und Städte könnten folgen.

"350.000 Ringeltauben töteten Jäger nach Angaben des Umweltministeriums allein im Jagdjahr 2014/2015 in NRW. Damit finden vor unserer Haustür Massentötungen mit den damit verbundenen Störungen auch für gefährdete Arten wie Kiebitz und Rebhuhn statt, wie wir sie in Mittelmeerländern zu Recht anprangern, nur dass diese bei uns auch während der Jungenaufzucht stattfinden", so Sticht.

Aber auch die Streichung des Totholzschutzes im Wald im zweiten Entwurf des Landesnaturschutzgesetzes, der am 3. März erstmals im Landtag auf der Tagesordnung steht, mache deutlich, dass die Landesregierung bisher zu wenig getan habe, um das Löschen der Festplatte unserer Natur zu stoppen.

Es gibt aber auch einzelne Erfolge des ehrenamtlichen Naturschutzes, die zeigen, dass sich Artenschutz lohnt. Populäres Beispiel ist die durch den BUND initiierte Wiederansiedlung des Wanderfalken in NRW. Die Art konnte sogar inzwischen wieder von der Roten Liste gestrichen werden.

Auch der einst ausgerottete Biber breitet sich mittlerweile wieder selbstständig in ganz NRW aus. Anlässlich des Tags des Artenschutzes stellt der BUND die erste NRW-Internetseite zum Biber online: www.biber-nrw.de . "Wir wollen den Biber willkommen heißen und für ihn werben, denn wir brauchen ihn als Motor für die Wiederbelebung unserer Fließgewässer", sagte Sticht.

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