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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Umstrittenes Ed Sheeran-Konzert - BUND fordert ergebnisoffene Prüfungen

17. April 2018 | Naturschutz

Keine Genehmigung im Hau-Ruck-Stil

Das geplante Ed Sheeran-Open Air-Konzert im Juli sorgt weiterhin für kontroverse Diskussionen. Der BUND setzt sich für eine ergebnisoffene Prüfung der Planung für ein Open Air-Konzertgelände in Düsseldorf ein und fordert, vor einer möglichen Genehmigung keine unumkehrbaren Fakten zu schaffen.

Die BUND-Position im Einzelnen:

  1. Der BUND begrüßt, dass das Konzert nicht am ursprünglich geplanten Standort stattfindet, weil dort die geschützte Feldlerche und andere seltene Arten der offenen Feldflur beeinträchtigt würden. Das ist nach dem Artenschutzrecht verboten und hätte wahrscheinlich zu (erfolgreichen) Klagen der Naturschutzverbände geführt.
  2. Grundsätzlich muss die Bedarfsfrage geklärt werden. Brauchen wir wirklich eine solche Open Air-Konzertfläche, die dann auch entsprechend ausgelastet werden müsste? Reicht nicht die unmittelbar benachbarte und bislang schlecht ausgelastete Arena aus?
  3. Wenn man der Auffassung ist, Open Air-Konzerte dieser Größenordnung hätten eine Daseinsberechtigung, gilt es, den am wenigsten problematischen Standort zu finden.
  4. Der vollständig versiegelte Großparkplatz an der Messe ist grundsätzlich ein solcher Standort. Dem steht auch nicht grundsätzlich der notwendige Baumschutz entgegen.
  5. Die Klärung der Frage, ob das Konzert dort tatsächlich stattfinden und ob die Fläche als Veranstaltungsort dauerhaft genutzt werden kann, setzt ein umfassendes Prüfprogramm voraus. Das muss natürlich die Frage möglicher arten- oder naturschutzrechtlicher Belange beinhalten und ein Lärmgutachten. Bis zu einer möglichen Genehmigung dürfen keine irreversiblen Fakten geschaffen werden.
  6. Aus Sicht des Trinkwasserschutzes ist auch die Frage zu klären, inwieweit es durch die Entnahme von Bäumen zu Gefährdungen des Grudwassers kommen kann. Auch die Auswirkungen der dauerhaften Einrichtung einen Open-Air Geländes für 80.000 Besucher*innen auf das Grundwasser muss geprüft werden.
  7. Führen die Gutachten zu dem Ergebnis, dass eine rechtssichere Genehmigung erteilt werden kann, ist die Frage einer angemessenen Kompensation des Eingriffs – sprich: Ersatzpflanzungen - zu klären.
  8.  Durch entsprechende Ersatzmaßnahmen ist u.U. auch eine ökologische Aufwertung der Ist-Situation in Düsseldorf möglich.

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