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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Tagebau Hambach: RWE verbreitet "alternative Fakten"

29. August 2018 | Braunkohle, Hambach, Kohle, Klima & Energie

Zeitlicher Puffer macht Rodungen überflüssig

RWE hat genug zeitlichen Puffer, Rodungen sind jetzt nicht betrieblich zu rechtfertigen. [Kartengrundlage RWE Power AG, Entfernungsangaben vom BUND ergänzt]

Die Frage, ob die von der RWE Power AG ab dem 1. Oktober geplanten Rodungen im Hambacher Wald zulässig sind, beschäftigt derzeit noch aufgrund eines BUND-Eilantrags das Oberverwaltungsgericht in Münster. Daneben kommt allerdings auch der Frage, ob die Rodungen überhaupt notwendig sind, eine zentrale Rolle zu. Dazu hatte es bereits im Vorfeld der Sitzung der sog. Kohlekommission in der letzten Woche Briefe des RWE und des BUND an die Vorsitzenden der Kommission gegeben.

Im Nachgang hatte die RWE Power AG einen weiteren Brief an den BUND veröffentlicht, in dem uns vorgeworfen wird, mit „unredlichen Provokationen“ zu agieren, s. auch  http://www.rwe.com/web/cms/de/3928622/rwe-power-ag/nachbarschaft/nachbarschaftsinformation/newsletter/2018/kw-34/fakten-statt-behauptungen/.

Wir haben nunmehr auf diesen Brief mit einem Schreiben reagiert. Nach der Auswertung von RWE-Karten, Luftbildern sowie  eigenen aktuellen Laser-Messungen kommen wir zu dem Ergebnis, das selbst bei gleichbleibendem Abbaufortschritt noch ein Puffer von 3 bis 5 Jahren existiert. Solange könnte RWE unverändert weiterbaggern, ohne dass ein einziger Baum im Hambacher Wald gefällt werden müsste.  Mit einer weiter gehenden Optimierung der Böschungsbreite der einzelnen Tagebau-Sohlen würde sich der zeitliche Puffer noch einmal vergrößern.

Wenn also RWE unverändert davon spricht, die Entfernung der Abbaukante der obersten Sohle zum Wald würde bei 300 m liegen und bei einem jährlichen Abbaufortschritt von 150 m seit der notwendige 2-Jahres-Puffer erschöpft, wodurch es unweigerlich zur Betriebsstilllegung käme, wenn jetzt nicht weiter gerodet werden könnte, so ist dies nachweislich unzutreffend. Offenbar will RWE mit dieser Strategie der „alternativen Fakten“ die Kohlekommission, die Politik und die Öffentlichkeit beeinflussen. Angesichts der aufgeheizten Debatte um die Zukunft der Braunkohle und des Hambacher Waldes ist das schlichtweg verantwortungslos.

... der BUND-Brief an das RWE

 

 

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