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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Biber im Rhein-Sieg-Kreis angekommen

14. März 2018 | Biber

Am 12. Februar 2018 erreichte unsere Biber AG per Email eine Meldung von Boris Werner, mit dem Hinweis auf Biberspuren an der Sieg bei St. Augustin und ziemlich aussagekräftigen Fotos.

Diese Biberspur an der Sieg ist schon etwas älter: der Biber ist nicht erst seit gestern hier (Aufnahme: 03.03.2018)  (Justus Siebert)

Inzwischen haben sich unsere Mitglieder von der Biber AG nochmal vor Ort umgeschaut  und nicht nur die von Herrn Werner dokumentierten sondern weitere, noch eindeutigere Nagespuren gefunden, die eindeutig auf Biber hinweisen. Damit ist dies der erste Hinweis auf Biber im Rhein-Sieg-Kreis. Herzlich Willkommen!

Was noch unklar ist: ob es nur einer ist oder eine Familie, wie er dort hin gekommen ist und ob es ein einheimischer eurasischer oder ein kanadischer Biber ist. Denkbar ist eine Einwanderung über den Rhein in die Siegmündung. Das nächste größere Vorkommen am Niederrhein ist zwar doch eine gute Strecke entfernt, aber nicht unmöglich. Auch nicht auszuschließen ist eine inoffizielle Auswilderung. Offizielle Biber-Auswilderungs-Projekte gibt es nicht in NRW, sind auch nicht nötig, da es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie sämtliche Fluss-Einzugsgebiete besiedelt haben werden.


Jedenfalls freuen wir uns, dass er es früher als später hierhin geschafft hat, auf welchem Wege auch immer, denn wir brauchen ihn auch hier dringend, als Landschaftsgestalter von vielgestaltigen und artenreichen Lebensräumen. Die Sieg, aber auch die einmündende Agger, bieten mit ihren teils weiten Auen einen durchaus geeigneten Lebensraum. Dass Spazierwege teils recht nah am Siegufer entlang führen, damit kann der Biber leben, er weicht den menschlichen Zeitgenossen mit ihren vierbeinigen Begleitern aus, indem er verstärkt nachts aktiv ist. Auf den ersten Blick schnell zu verwechseln ist der Biber mit der etwas kleineren Nutria, die an der Sieg zahlreich vorkommt, recht zahm und den Anwohnern durchaus vertraut ist. Eindeutiges Unterscheidungsmerkmal: Der platte Schwanz des Bibers, im Gegensatz zum rundlichen der Nutria oder auch der Bisamratte. Schwimmend sieht man diesen jedoch meist nicht, da helfen die Schnurrhaare: Nutrias haben weiße, Biber dunkle.

An der Sieg selbst wird sich seine Anwesenheit mutmaßlich nicht sehr signifikant auswirken, die ein oder andere gefällte Weide dürfte zu sehen sein, aber da die Sieg breit genug ist, ergibt sich für ihn keine Notwendigkeit Dämme zu bauen, um seine Biberteiche anzustauen. Spannender wird es, sollte es sich tatsächlich um eine Population handeln, die sich dann in die zufließenden Bäche ausbreiten würde. An Bächen kommt sein landschaftsgestalterisches Wirken weitaus stärker zum Tragen, weil er dort durch das Anlegen von Biberteichen sehr sichtbar etwas verändert, und links und rechts der Gewässer durch das Fällen der Bäume für eine offen-besonnte Uferlandschaft sorgt und diese aus ihrem Schattendasein befreit.  Aber das bleibt zu beobachten, in anderen Gebieten wie der Rureifel hat man die Erfahrung gemacht, dass der Biber nicht immer das macht was man von ihm erwartet.

Mit Konflikten ist aufgrund des weitläufigen Gebietes zunächst nicht zu rechnen, sollte es dennoch (irgendwann) zu Vorkommnissen kommen wie gefällten Apfelbäumen im Garten (wenn sich dieser in Gewässernähe befindet), oder verstopften Abflussrinnen, dagegen kann man etwas machen, unsere Biberbotschafter sind als Ansprechpartner gerne zur Stelle.

Aber zunächst noch einmal: Willkommen Biber im Rhein-Sieg-Kreis! 

P.S.:

Auch die Lokalzeit des WDR hat sich schon für den Biber interessiert:

Lokalzeit Bonn WDR vom 14.03.2018

Und der Generalanzeiger Bonn:

GA Bonn 15.03.2018

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