BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Internationaler Tag des Waldes: BUND fordert Paradigmenwechsel in der Forstwirtschaft

20. März 2020 | Naturschutz, Wälder, Lebensräume, Naturschutz

Auch NRW-Landesregierung handelt fahrlässig

Totholzreicher Eichen-Hainbuchen-Wald im Rheinland. [Foto: Dirk Jansen]

Anlässlich des Internationalen Tag des Waldes am 21. März fordert der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen Paradigmenwechsel in der Forstwirtschaft. „Wir brauchen ein Umdenken beim Umgang mit unseren Wäldern, damit auch zukünftig all ihre Funktionen wie Holzproduktion, Klimaschutz, Erholung und Schutz der biologischen Vielfalt bedient werden können“, sagte Holger Sticht, NRW-Vorsitzender des BUND. "Die vermeintliche Waldkrise mit Borkenkäfern und Trockenheit erwies sich als selbst verschuldete Forstwirtschaftskrise." Es sei in der Vergangenheit auf Anbau statt auf Waldentwicklung und auf exotische Baumarten anstelle von standortheimischen Gehölzen gesetzt worden. Die extremen Wetterereignisse deckten diese Fehler nur sehr deutlich auf.

„Mit dem Waldbaukonzept NRW setzt die Landesregierung auf ein „Weiter so“ anstatt aus den Fehlern zu lernen. Das ist grob fahrlässig, auch gegenüber der Zukunft privater Waldbesitzer“, sagte Sticht.

In Bezug auf die biologische Vielfalt seien die Ursachen der Probleme bekannt. Laut einer Publikation in der Fachzeitschrift „Natur und Umwelt, Heft 11/2019“ ist forstliches Flächenmanagement zu 95 Prozent verantwortlich für die Gefährdung von Waldbiotoptypen, klimainduzierte Veränderungen dagegen nur zu 3 Prozent. „Wir brauchen für die Zukunft wieder deutlich mehr selbst organisierte Waldökosysteme. Nur diese werden in der Lage sein, all den berechtigten Ansprüchen gerecht zu werden“, so Sticht.

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