Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Der Wildkatze auf der Spur - BUND-Projekt im Lohmarer Wald bei Köln

19. März 2014 | Wildkatze,

Umwelt-Staatssekretär Horst Becker unterstützt Wildkatzenbotschafter

Seit diesem Jahr verfolgt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auch im nordöstlichen Rhein-Sieg-Kreis die Spuren der Europäischen Wildkatze. Im Rahmen des durch Bundes- und Landesumweltministerium geförderten Projekts „Wildkatzensprung“ versuchen die Naturschützer, die Bestandsentwicklung der stark gefährdeten Art zu verfolgen. Durch dasselbe Projekt waren vor zwei  Jahren Neufunde der Wildkatze im Kottenforst bei Bonn gelungen.

„Nur wenn wir die Lebensräume und Wanderkorridore kennen, können wir die Wildkatze, und mit ihr zahlreiche andere bedrohte Arten auf Dauer erfolgreich schützen“, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Landesumweltministerium, Horst Becker (Bündnis 90 / Die Grünen).

Mehrere Wildkatzenbotschafter des BUND und des Bündnis Heideterrasse hatten in den vergangenen Wochen unter wissenschaftlicher Anleitung von Dr. Christine Thiel Lockstöcke im Wald zwischen Lohmar und Siegburg aufgestellt. Ihnen tat es der Staatssekretär heute gleich. Dabei macht man sich die Anziehungskraft von Baldrian zu Nutze, die viele Hauskatzenbesitzer von ihren Lieblingen kennen: Angelockt durch den für sie unwiderstehlichen Duft reiben sich die Katzen an den aufgerauten Holzleisten und hinterlassen dabei Haare, anhand derer man Art, Geschlecht und Verwandtschaft ermitteln kann. Doch von dieser Vorliebe abgesehen hat die Europäische Wildkatze mit unseren „Stubentigern“  wenig gemein.

„Wildkatzen sind keine verwilderten Hauskatzen“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht, „archäologische Funde belegen die Anwesenheit der Wildkatze bereits vor mindestens  300.000 Jahren“.

Erst vor etwa 2.000 Jahren führten die Römer Hauskatzen, die von einer afrikanischen Unterart der Wildkatze abstammen, bei uns ein. Durch Verfolgung und Zerschneidung der Landschaft mit Verkehrswegen waren die einst über ganz Mitteleuropa verbreiteten Europäischen Wildkatzen auf wenige, zersplitterte Restareale wie die Eifel zurück gedrängt worden. Dank des verbesserten Schutzes scheint sie in den letzten Jahren verloren gegangene Lebensräume wieder zu besiedeln.

Ob die Wildkatze auch schon nach Lohmar zurück gefunden hat, kann jetzt noch nicht abschließend gesagt werden. „Die genetischen Analysen der zahlreichen Proben durch das Senckenberg-Institut werden noch Monate in Anspruch nehmen“, sagte Katzenexpertin Thiel. Auf kurz oder lang sei aber fest mit den Tieren zu rechnen, die nächsten derzeit bekannten Vorkommen im Siebengebirge seien nicht weit

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb