Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Datteln 4-Hauptaktionär Fortum will schnelleren Kohleausstieg – Energiekonzern bestätigt BUND-Analyse

15. Januar 2020 | Energiewende, Klimawandel, Kohle, Kohlekraftwerk Datteln

Fortum will mehr Gas statt Kohle

Das umstrittene Steinkohlenkraftwerk Datteln 4. [Foto: Dirk Jansen]

Düsseldorf | Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt der finnische Uniper-Großaktionär Fortum einen schnellen Ausstieg aus der Kohleverstromung und wünscht sich von der Bundesregierung eine beschleunigte Reduktion des Treibhausgases CO2. Der finnische Staat ist Hauptaktionär des Energieunternehmens Fortum, das wiederum derzeit einen Anteil von 49,9 Prozent an Uniper hält. Fortum erwirbt gerade zusätzliche Aktienpakete für eine Gesamtbeteiligung an Uniper von über 70 Prozent.

Der BUND hatte unlängst nachgewiesen, dass die von Uniper angebotene Stilllegung aller ihrer deutschen Kohlekraftwerke wegen deren geringer Auslastung von nur 25 Prozent im Jahr 2019 weniger real benutzter Leistung entspricht, als das neue Kraftwerk Datteln 4 nominell aufweisen würde. Zudem würde das Festhalten an der Kohle die wesentlich effizienteren Gaskraftwerke weiter kannibalisieren", stellt der stellvertretende BUND-Landesvorsitzende Thomas Krämerkämper fest. „Obwohl wir diese Gaskraftwerke für die Energiewende brauchen, waren zum Beispiel die Uniper-Gaskraftwerke im letzten Jahr nur zu etwa 1 Prozent ausgelastet. Insofern freuen wir uns, dass der zukünftige Uniper-Mehrheitseigner Fortum unsere Analyse teilt."

In einem Interview mit dem finnischen NachrichtenmagazinTekniikka ja Talous  hatte Fortum-Sprecherin Pauliina Vuosio die BUND-Ausführungen ausdrücklich bestätigt. Fortum habe Uniper gerade wegen der emissionsarmen Gaskraftwerke gekauft. Die Forderung des BUND nach einer stärkeren CO2-Reduzierung auch durch eine bessere Auslastung der Gaskraftwerke entspreche auch der Strategie von Fortum. „Wir haben genau das gleiche Ziel, die Kohle aufzugeben. Es macht uns nichts aus, wenn das so schnell wie möglich geschieht“, wird die Fortum-Sprecherin zitiert.

Fortum fordert deshalb sowohl die finnische als auch die deutsche Regierung auf, beim Klimaschutz ambitionierter vorzugehen. „Die finnische und die deutsche Regierung sollten sich darauf konzentrieren, die Emissionsreduzierung zu beschleunigen “, sagte Esa Hyvärinen, Direktor von Fortum. 

Deutschland kann sich nach BUND-Auffassung allerdings ein Beispiel an Finnland nehmen. Der finnische Staat hat bereits einen Kohleausstieg bis 2030 beschlossen. „Dem gegenüber will die Bundesregierung den Einstieg in den Kohleausstieg mit der Inbetriebnahme  des neuen Kohlekraftwerks in Datteln beginnen. Das zerstört den allerletzten Rest an klimaschutzpolitischer Glaubwürdigkeit“, so BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen. Der BUND und andere Klimaschützer kündigen deshalb weitere Proteste gegen das Steinkohlenkraftwerk Datteln 4 an. Auch die Bewegung Fridays for Future mobilisiert gegen das Kraftwerk. So sollen ersten Demonstrationen am 24. Januar in Datteln und Berlin starten.

 

mehr zu Datteln 4

 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb