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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

„Chance vertan“ – Leverkusener Rat lehnt umweltfreundlichere Landwirtschaft auf eigenen Flächen ab

17. Mai 2019 | Landwirtschaft

Deutliche Kritik an SPD

„Chance vertan“, so bewertet die Leverkusener Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die gestrige (16.05.2019) Ablehnung des städtischen Umweltausschusses, auf den im Eigentum der Stadt Leverkusen befindlichen Ackerflächen verbindlich Glyphosat auszuschließen und insgesamt den Pestizideinsatz zu reduzieren, Blühstreifen als Lebensraum für Insekten anzulegen und in breiten Fruchtfolgen zu wirtschaften. Dieses hatte der BUND zuvor in einer förmlichen Anregung an den Rat eingebracht, über die jetzt beraten wurde. „Wir sehen die Stadt Leverkusen in der Pflicht, auf ihren eigenen Flächen vorbildlich voranzugehen und im eigenen Verantwortungsbereich alles zu tun, dem anhaltenden Artensterben entgegenzuwirken“, so Ingrid Mayer, Sprecherin der BUND-Kreisgruppe Leverkusen. „Dass der Umweltweltausschuss mehrheitlich mit den Stimmen von CDU und SPD rigoros alle Anregungen ausnahmslos und vollständig ablehnt und die Verwaltung lediglich einzelne Maßnahmen ‚prüfen‘ und ansonsten abwarten soll zeigt, welch dicke Bretter in dieser Stadt zu bohren sind.“

Als besonders irritierend empfindet der BUND das Agieren der SPD-Fraktion. „Während Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) innerhalb der Bundesregierung für einen schnellen Glyphosatausstieg und ein ambitioniertes ‚Aktionsprogramm Insektenschutz‘ streitet, fällt ihr die Leverkusener SPD mit ihrer kompromisslosen und rückwärtsgewandten Haltung massiv in den Rücken. Auch widerspricht sie damit anderslautenden Bekundungen der eigenen Partei in Sachen umweltfreundliche Landwirtschaft“, so Ralf Bilke, Agrarreferent des BUND NRW, der in der Sitzung die BUND-Anregungen vorstellte. Dass man „mit gutem Willen“ auf kommunaler Ebene zu konkreten Verbesserungen kommen kann, zeigten etliche andere Kommunen in NRW. So haben die Städte Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Greven, Herford, Bottrop, Erkrath, Meerbusch, Wesel und Oberhausen inzwischen Beschlüsse zu Glyphosatausstieg, Blühstreifen oder anderen Maßnahmen auf den eigenen Flächen gefasst.

Der Beschluss erklärt die BUND-Anregungen „für erledigt“. Dem widerspricht der BUND ausdrücklich: „Für uns ist gar nichts erledigt, solange alles so bleibt wie bisher.“

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