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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Widerstand gegen Konverter

16. Februar 2013 | Netzausbau

Leitung für Braunkohlestrom / Bürger'innen auf den Barrikaden

Der Konverter dient v.a. der Einspeisung von Kohlestrom. © D. Jansen

 

Der Gegenwind für die fortgesetzte Nutzung der Braunkohle zur Stromversorgung wird immer stärker. Erst unlängst bescheinigte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin den Braunkohlenkraftwerken im Rheinland, zukünftig aus wirtschaftlichen, klimaschutzpolitischen und auch aus Gründen der schlechten Netzintegration zukünftig nicht mehr rentabel wirtschaften zu können. Braunkohlenstrom - so das Fazit der DIW-Studie - werde in einem zukunftsfähgen Energiesystem immer weniger benötigt. Trotzdem aber plant die Bundesregierung im engen Schulterschluss mit dem RWE, die Braunkohlennutzung auf hohem Niveau künstlich zu verlängern. Dazu sollen neue Hochspannungsleitungen gebaut werden, die den hier nicht mehr benötigten Strom nach Süddeutschland und Belgien transportieren. Doch dagegen regt sich heftiger Widerstand.

Dieser kulminiert in Meerbusch-Osterath bei Düsseldorf. Dort plant der Netzbetreiber Amprion mit dem Segen der Bundesnetzagentur die Errichtung eine Konverterstation mit 100.000 Quadratmetern Grundfläche und bis zu 20 Meter hohen Hallen. Die Konverterstation im Netzverknüpfungspunkt soll eine wichtige Schnittstelle im beschlossenen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetz (HGÜ) zwischen den Off-shore-Windparks im Norden und den Verbrauchszentren im Süden bilden. Sie sei für die Energiewende unverzichtbar, so das Argument.

Tatsächlich aber nutzt das Vorhaben zunächst vor allem RWE und seinen Braunkohlenkraftwerken. Versteckt in den Unterlagen der Bundesnetzagentur zum Netzentwicklungsplan 2012 findet sich denn auch die verräterische Aussage, dass so der in Braunkohlenkraftwerken erzeugte Strom besonders gut in die Verbrauchszentren Süddeutschlands transportiert werden könne. Und nur dafür braucht man einen Konverter, der den Drehstrom umwandelt und so die Einspeisung in das HGÜ-Netz ermöglicht. Gleiches gilt auch für die alten und neuen Kohlekraftwerke im Ruhrgebiet. Der NEP sieht vor, auch die aus Lünen, Datteln und Hamm verursachten Übertragungsengpässe durch den Bau von Freileitungen und den Ausbau des Netzknotens in Meerbusch-Osterath zu beseitigen.

Kein Wunder also, dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger auf die Barrikaden gehen. Letztendlich soll die schon jetzt durch Ewigkeitslasten geschundene NRW-Kohleregion die Energieversorgung Süddeutschlands sichern. Dabei wäre die Lösung einfach: Ein starker Ausbau der erneuerbaren Energien da, wo er gebraucht wird, und eine Absicherung der Lastschwankungen durch flexible Gaskraftwerke.

 

 

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