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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

NRW-Streuobstwiesen ohne gesetzlichen Schutz - Landesregierung untätig

03. Juli 2019 | Landwirtschaft, Naturschutz

Ankündigungen zum Insektenschutz und praktisches Handeln widersprechen sich

 (W. Hennebrüder)

Streuobstwiesen mit ihren hochstämmigen Obstbäumen und dem als Wiese oder Weide genutzten Grünland sind wertvoller Lebensraum für viele Tierarten. Insbesondere Vögel, Käfer, Schmetterlinge und Kleinsäuger profitieren von dem reichhaltigen Angebot an Höhlen, Blüten und herabfallenden Früchten. Doch ein Großteil der Streuobstwiesen in NRW ist in ihrem Bestand gefährdet, das kann der engagierte und ehrenamtliche Einsatz vieler Naturschützer*innen allein nicht abwenden. Im Jahr 2016 hat die damalige Landesregierung das Landesnaturschutzgesetz novelliert und u.a. Neuregelungen zum Schutz von Streuobstbeständen vorgenommen. Deren Schutz tritt danach erst dann in Kraft, wenn ihre Gesamtfläche zuvor landesweit um mindestens weitere 5 Prozent zurückgegangen ist. Eine weitere Zerstörung von Lebensräumen als Voraussetzung für ihren Schutz? Der BUND hat diese Regelung stets als naturschutzwidrig kritisiert.

Nunmehr - zweieinhalb Jahre später - steht der gesetzliche Streuobstwiesenschutz im Land als völlig gescheitert dar: Auf BUND-Anfrage hin teilte das NRW-Umweltministerium im Juni 2019 mit, dass sich die derzeit laufende, landesweite Streuobstwiesenkartierung, die u.a. die Bestandsentwicklung ermitteln soll, massiv verzögert und anders als geplant nicht Ende 2018, sondern erst nach 2020 abgeschlossen sein wird. Das für Naturschutz verantwortliche Ministerium kann damit weder die Bestandsverluste beziffern noch greift mangels Daten die unzulängliche 5%-Regelung des bestehenden Gesetzes noch hat die Landesregierung diese schlechte Regelung zwischenzeitlich durch eine bessere ersetzt noch legt sie einen Plan vor, wie es überhaupt mit dem gesetzlichen Obstwiesenschutz in Nordrhein-Westfalen weitergeht.

Der BUND meint: Eine Landesregierung, die öffentlich Artenschwund und den ungebremsten Verlust von biologischer Vielfalt beklagt, darf nicht weiter tatenlos zugucken. Streuobstbestände müssen - wie es für andere Lebensräume längst gilt - verbindlich als gesetzlich geschütztes Biotop unter Schutz gestellt werden.

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