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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Flughafen Münster/Osnabrück: Startbahn wird nicht verlängert

15. November 2017 | Mobilität

Erfolg für den Natur- und Klimaschutz

Flughafen Münster/Osnabrück. (Erich Westendarp / pixelio.de)  (Erich Westendarp)

Am 6. November 2017 meldeten die regionalen Tageszeitungen, dass der Aufsichtsrat des Flugplatzes Münster/Osnabrück (FMO) das Ende der Erweiterungspläne auf 3.000 m in seiner letzten Sitzung beschlossen habe. Damit wird das 60 Millionen teure, unnütze Vorhaben (vorerst?) beerdigt.

Dem geht allerdings eine lange und wechselvolle Geschichte voraus:

1997: Der damalige Ministerpräsident Clement wendet sich gegen die Meldung des „Eltingsmühlenbaches“ als FFH-Gebiet und gibt bekannt, dass die geplante Erweiterung des FMO  von 2.100 m auf 3.600 m bis 2001 beschlossen sein würde.

2000: Höhepunkt der Passagierentwicklung am FMO mit 1,75 Mio. Ein Gutachter prognostizierte für 2015 4,5 Mio Passagiere am FMO, ein anderer 3 Mio. Im Verlaufe der weiteren Jahre ging der Passagierbestand bis auf deutlich unter 1 Million zurück.

28.12.2004: Planfeststellungsbeschluss auf 3.600 m durch das Landesverkehrsministerium.

31.5.2011: Der NABU NRW erhob – auch mit Zustimmung des BUND damals – Klage vor den Verwaltungsgerichten gegen den Planfeststellungsbeschluss und obsiegte mit Urteil des OVG Münster. Das OVG bezog sich dabei u. a. auf ein Gutachten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das den Bedarf für Interkontinentalverkehr bestritt.

In den Jahren danach versuchte der NABU NRW, sich mit dem FMO auf eine „Zwischenlösung“ zu einigen, wonach nur auf 3.000 m ausgebaut würde und das FFH-Gebiet „Eltingsmühlenbach“ um das Ende der verlängerten Start- und Landebahn herumgelegt würde. Dieses geschah allerdings nicht mehr mit Zustimmung des BUND NRW.

31.10.2014: Der Vorsitzende des NABU NRW, Josef Tumbrinck, versuchte, den BUND NRW zu einer Klageverzichtserklärung gegenüber dem FMO zu überreden. Dieses Vorhaben scheiterte.

2014/2015: Zwischen dem damaligen Geschäftsführer des FMO und den Hauptanteilseignern des FMO nahmen die Spannungen zu, die letztlich in der Nicht-Verlängerung des Beschäftigungsvertrages gipfelten.

21.8.2015: Der BUND NRW gibt ein NRW-Luftverkehrskonzept heraus, in dem u. a. ausgeführt wurde, dass eine weitere Subventionierung der ohnehin hoch verschuldeten Regionalflughäfen (FMO um die 100 Mio €!) zwingend beendet werden müsste.

30.9.2016: Die Fa. PwC gibt ein Gutachten heraus, dass dem FMO schlechte Zukunftsperspektiven und keinen nennenswerten Frachtflug prognostizierte.

15.9.2017: Auf Einladung des seit dem 1.1.2017 dort tätigen neuen FMO-Geschäftsführers Prof. Schwarz besuchte BUND-Landesvorstand Michael Harengerd den FMO. Bei diesem Gespräch verwies er einerseits auf das Flughafenkonzept des BUND NRW sowie andererseits darauf, dass sich der BUND notfalls auf eine erneute Verbandsklage einlassen könnte, wenn der „Kompromiss“ mit dem NABU nicht aufgegeben würde.

Fazit von Michael Harengerd: "Nach den jahrzehntelangen vielen Fehlinvestitionen der Kreise (vor allem Stadt Münster, Kreis Steinfurt, Stadt Osnabrück, Gemeinde Greven usw.) war es für die Anteilseigner sicherlich nicht leicht, sich auf die Vernunft zurückzubesinnen. Hoffentlich hält dieser neue begrüßenswerte Zustand an."

 

 

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