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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Biber in Leverkusen angekommen

08. März 2017 | Biber

Aufmerksamen Anwohnern ist es schon seit 2-3 Jahren aufgefallen: auf Leverkusener Stadtgebiet finden sich seitdem entlang von Fließgewässern Spuren, die auf Biber hinweisen.

Eindeutige Biberspuren in Leverkusen. Februar 2017

Angenagte Baumstämme, und auch gefällte Weiden von teils 20cm Durchmesser, eindeutig nicht von Menschenhand (Axt, Säge) bearbeitet. Das kann sonst nur der Biber, die typischen Nagespuren  sind ein klarer Beweis, auch wenn man ihn selbst noch nicht gesehen hat.

Ebenfalls unklar ist, ob es sich nur um ein Einzeltier handelt oder eine vermehrungsfähige Population. Letzteres ist wahrscheinlich, denn die Spuren sind recht weitläufig verteilt. Und auch die spannende Frage, wo er oder sie denn her kommt / kommen, ist noch unbeantwortet. Zwar gibt es Bestände am Niederrhein und an der Lippe bei Hamm, und auch im Rhein bei Düsseldorf ist schon einer gesichtet worden, doch diese Vorkommen sind entweder zu weit weg (Niederrhein) oder zu jung und klein (Lippe), als dass man in Leverkusen mit einer so schnellen Ansiedlung von dort aus hätte rechnen können. Zumal Leverkusen auf den ersten Blick kein Biber-Paradies ist. Eher zu erwarten zu diesem Zeitpunkt war eine Ausbreitung  von Hessen aus, oder, wenn der Bestand an der Lippe sich etabliert, in einigen Jahren von eben dort aus. Dann wäre der Biber aber erst in ein paar Jahren im Rechtsrheinischen bei Köln oder Düsseldorf aufgetaucht.

So oder so: der Biber ist jetzt angekommen in Leverkusen, was uns sehr freut, und wir sind gespannt wo und in welcher Form er als Ökosystemingenieur einen Beitrag zur Biotop- und Artenvielfalt leisten wird, z.B. durch die Auflichtung von Uferbereichen, zum Vorteil für Libellen aber auch Wasserpflanzen. Schäden sind nicht konkret zu erwarten, z.B. durch Biberdämme oder unterwühlte Deiche, denn an den Stellen, an denen er sich niedergelassen hat, gibt es für ihn keinen Grund Dämme anzulegen, da eine ausreichende Wassertiefe vorhanden ist. Auch hat er dort genügend Grünflächen in Gewässernähe, um sich mit Futter versorgen zu können. Als reiner Vegetarier, der Menschen (und deren vierbeinigen Begleitern) lieber ausweicht, indem er v.a. nachts aktiv ist, stellt er keine konkrete Gefahr dar. Es gehört schon Glück dazu, ihn zu Gesicht zu bekommen. 

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