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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

BUND-Landesdelegiertenversammlung 2017

Am 21. Mai trafen sich etwa 130 BUND-Delegierte aus NRW in Köln, um den Kurs des Verbandes festzulegen. Im Zentrum der LDV standen die Konsequenzen aus der Landtagswahl.

Delegierte gegen Rollback in der Natur- und Umweltschutzpolitik

Warnt vor einem Rollbacvk: BUND-Chef Holger Sticht. (D. Jansen)

Etwa 130 Delegierte und Gäste waren am 21. Mai der Einladung des BUND NRW zur diesjährigen Landesdelegiertenversammlung (LDV) im Bürgerhaus Stollwerck in Köln gefolgt. Bereits am Tag zuvor hatten sich die Delegierten im Rahmen einer Exkursion in das BUND-Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide auf die LDV eingestimmt.

Mit einer einstimmigen Entlastung des Landesvorstandes endete der formale Teil der Versammlung. Danach folgte der politische Teil. Der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht legte den Entwurf einer Resolution vor, in der vor massiven Einschnitten beim Natur- und Umweltschutz gewarnt wird. Mit der Landtagswahl am 14. Mai 2017 sei eine rot-grüne Landesregierung abgewählt worden, die sich auf den Weg einer ökologisch-ökonomischen Erneuerung des Landes gemacht habe. „Diese Errungenschaften sind jetzt bedroht“, sagte Sticht. „Wir fordern alle progressiven Kräfte in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf, sich den von Schwarz-Gelb geplanten Rückschritten zu widersetzen und gemeinsam für ein zukunftsfähiges Nordrhein-Westfalen zu kämpfen. Das Land braucht nicht weniger ökologische Leitplanken, sondern mehr." Die Resolution wurde einstimmig verabschiedet.

 

Nachwahl zum Landesvorstand

Neu im Landesvorstand: Adalbert Niemeyer-Lüllwitz. (Dirk Jansen)

Mit einem einstimmigen Votum der BUND-Delegierten wurde Adalbert Niemeyer-Lüllwitz im Rahmen einer Nachwahl als Beisitzer in den Landesvorstand gewählt. Der 65-jährige Bielefelder leitete bis zu seinem Ruhestand für viele Jahre die Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) und veröffentlichte verschiedene Fachbücher zu Themen wie Naturnahes Gärtners und Gewässerschutz. "Der BUND ist der bedeutendste Umweltverband, wenn es um eine konsequente Politik zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen und für eine lebenswerte Zukunft geht", sagte Niemeyer-Lüllwitz. Es gebe aber noch viel zu tun, zum Beispiel in den Bereichen der boden-, wasser- und naturbelstenden Landwirtschaft, dem anhaltenden Flächenverbrauch und dem Gewässerschutz. "Für die Umweltarbeit in diesen Themenfeldern brauchen wir einen starken BUND. Dazu möchte ich in den nächsten Jahren beitragen." Die Umweltbildung, der Einsatz für mehr Wildnisgebiete sowie einen zweiten NRW-Natonalpark in der Senne und der Kampf für naturnahe Gewässer liegen Niemeyer-Lüllwitz dabei besonders am Herzen.

 

 

(D. Jansen)

Gegen den Rollback in der Natur- und Umweltschutzpolitik

Resolution der BUND-Landesdelegiertenversammlung

Köln, den 21. Mai 2017

Mit der Landtagswahl am 14. Mai 2017 ist eine rot-grüne Landesregierung abgewählt worden, die sich – wenn auch zaghaft – auf den Weg einer ökologisch-ökonomischen Erneuerung des Landes gemacht hat. Die von Rot-Grün verabschiedete Gesetze wie das Landesnaturschutz-, das Landeswasser- und das Landesjagdgesetz stellten die Weichen für den besseren Schutz der Biodiversität. Das Landesklimaschutzgesetz und der Klimaschutzplan lieferten den Rahmen für den Einstieg in den Ausstieg aus der Kohleverstromung. Erstmals wurde mit Garzweiler ein landesplanerisch genehmigter Braunkohlentagebau verkleinert. Der Klimaschutz wurde als Innovationsmotor anerkannt.

Diese Errungenschaften sind jetzt bedroht. Mit der neuen schwarz-gelben Mehrheit droht in allen Bereichen der Natur- und Umweltschutzpolitik ein Rückschritt.

Beide Parteien, CDU und FDP, sind sich zum Beispiel einig darin, das Klimaschutzgesetz NRW wieder abzuschaffen und an der Förderung der Braunkohle bis zur Mitte dieses Jahrhunderts festzuhalten. Die Nutzung der Windenergie soll gedeckelt und durch landesweit einheitliche Mindestabstände eingeschränkt werden. Der Flächenverbrauch für Industrie, und Gewerbe soll gesteigert und der Fernstraßenneubau neu angekurbelt werden. CDU und FDP setzen ebenso auf eine Expansion des klimaschädlichen Luftverkehrs, wie sie gemeinsam für Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA oder Kanada eintreten. Der Ausweisung eines zweiten NRW-Nationalparks wird eine Absage erteilt, die entscheidenden Fortschritte des Landesnaturschutz- und das Landesjagdgesetz sollen revidiert werden.

Der BUND wendet sich massiv gegen diese marktradikale und die Umwelt bedrohende Neu-Ausrichtung der Landespolitik. Nicht ungezügeltes Wirtschaftswachstum, sondern der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und die Schonung unserer nicht-erneuerbaren Ressourcen müssen zur politischen Maxime werden.

Der BUND fordert deshalb alle progressiven Kräfte in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf, sich den von Schwarz-Gelb geplanten Rückschritten im Natur- und Umweltschutz zu widersetzen und gemeinsam für ein zukunftsfähiges Nordrhein-Westfalen zu kämpfen. Das Land braucht nicht weniger ökologische Leitplanken, sondern mehr.

In Zeiten, in denen der Natur- und Umweltschutz unter die Räder zu kommen droht, ist es umso wichtiger, zivilgesellschaftliche Bündnisse zu schmieden, die das ökologisch Notwendige einfordern.

So muss etwa der außerparlamentarische Widerstand gegen die Kohle-Vorrang-Politik jetzt noch lauter, kreativer und sichtbarer werden. Deshalb ruft der BUND dazu auf, sich an den geplanten Massenprotesten für den Stopp der Braunkohlentagebaue Ende August und Anfang November zu beteiligen. Wir zeigen der schwarz-gelben Landesregierung die „Rote Linie“ auf!

Auch die Atompolitik gehört weiter auf die Agenda. In der Urananreicherungsanlage in Gronau wird die Grundlage für den unverantwortlichen Betrieb der belgischen Pannen-Meiler gelegt. Der BUND ruft deshalb zum grenzenlosen Protest für ein atomfreies Europa auf. Am 25. Juni werden wir gemeinsam mit vielen Aktiven die Menschenkette von Aachen zum AKW Tihange zu einem unüberhörbaren Signal für den sofortigen Atomausstieg machen!

 

 

Exkursion in die Dellbrücker Heide

Am Vortag der diesjährigen Landesdelegiertenversammlung besuchten die BUND-Aktiven unter der sachkundigen Führung von Holger Sticht das Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide. Insbesondere die verschiedenen Naturschutzmaßnahmen, die für viele BUND-Gruppen landesweit zum Aufgabenfeld gehören, standen dabei im Mittelpunkt. Aber auch die Erholungslenkungsmaßnahmen und das Portfolio der Informationsarbeit war von besonderem Interesse.  

Die 40 Hektar große Dellbrücker Heide im Nordosten Kölns gehört zu den kleinsten, jüngsten und gleichzeitig wertvollsten Naturschutzgebieten des Naturraums Bergische Heideterrasse. Sandtrockenrasen und Calluna-Heiden sind Refugium für gefährdete Spezialisten wie Blauflügelige Ödlandschrecke, Berg-Sandglöckchen, Kreuzkröte oder Schwalbenschwanz. 

Der BUND betreibt in Abstimmung mit der Stadt Köln Öffentlichkeitsarbeit, Erholungslenkung und Naturschutzmaßnahmen in dem wertvollen Gebiet. Ziel ist es aber auch, die Dellbrücker Heide auf einem attraktiven und gleichzeitig naturschutzverträglichen Wegenetz erlebbar zu machen.

Mehr Infos: www.dellbruecker-heide.net

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