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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Im Zeichen des 40jährigen Vereinsjubiläums: Die BUND-Landesdelegiertenversammlung 2016

Neuwahlen des Landesvorstandes

Gelsenkirchen | Holger Sticht bleibt für weitere drei Jahre Landeschef des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Auf der BUND-Landesdelegiertenversammlung in Gelsenkirchen wurde der 44-jährige Kölner einstimmig in seinem Amt bestätigt. Mit seiner Wiederwahl geht Sticht in seine zweite Amtszeit als Landesvorsitzender. Auch Kerstin Ciesla (Duisburg) und Thomas Krämerkämper (Castrop-Rauxel) wurden als seine Stellvertreter wiedergewählt.

Sticht erklärte: "Der BUND spielt eine wichtige Rolle als unabhängiger Anwalt von Natur und Umwelt. Die stetig wachsenden Mitgliederzahlen belegen den hohen Stellenwert, den unser Kampf für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen in der Gesellschaft hat." Als zentrale Aufgaben benannte Sticht den Einsatz für eine naturverträgliche Energiewende und für den Kohleausstieg. Einen weiteren Schwerpunkt wird der Einsatz für die biologische Vielfalt bilden. "Wir brauchen ein Umsteuern, das geht nur mit dem ehrenamtlichen Naturschutz", sagte Sticht am internationalen Tag der Biodiversität.

Impressionen "40 Jahre BUND NRW"

Impressionen "40 Jahre BUND NRW"

40 Jahre BUND NRW e.V.

... am Anfang war der BNU. Einen kurzweiligen Rückblick auf die 40-jährige Geschichte des BUND in Nordrhein-Westfalen bot ein BUND-Empfang mit Talkrunde am Vorabend der Landesdelegiertenversammlung. Im Mittelpunkt standen - stellvertretend für viele tausende ehrenamtliche Aktive in den letzten vier Jahrzehnten - ein Dutzend BUND-Vertreter/innen aus allen Landesteilen NRWs. Unter bewährter Moderation von Andreas Vollmert berichteten sie über ihre Motivation, mancherlei Highlights und Anekdoten.

Die Gründungsmitglieder Rainer Lechner und Gerhard Bremicker tauchten dabei in die Gründungsjahre des damaligen "Bund Natur- und Umweltschutz Nordrhein-Westfalen" (BNU-NW) hinab. Gemeinsam mit neun weiteren Naturschützern erkannten sie: Der Naturschutz braucht auch politisch einen starke Stimme! Die damals 11 Herren legten los und damit den Grundstein unseres heutigen BUND mit aktuell mehr als 27.000 Mitgliedern. Der Dortmunder Thomas Quittek und Frank Weissenberg aus Schwerte zeigten auf, wie sehr sich über die Jahre hinweg Beharrlichkeit und ein klares, beherztes und kompetentes Auftreten im täglichen Kampf für mehr Umweltschutz lohnen. Auch Irmgard Hoppe und Hiltrud Brüggemann von der BUND-Kreisgruppe Warendorf blicken auf ein langjähriges Engagement zurück. Irmgard Hoppe hat schon vor mehr als 25 Jahren junge Menschen an den Umwelt- und Naturschutz herangeführt und Kinder- und Jugendgruppen geleitet, Hiltrud Brüggemanns Einsatz gilt seit jeher der umwelt- und tierschutzgerechten Landwirtschaft und den Erhalt alter Geflügelrassen.

Es war am Anfang nicht abzusehen, aber mit ihrer eigenen Ausdauer und den erreichten Erfolgen zählt inzwischen auch Kornelia Fieselmann aus Petershagen zum BUND-'Urgestein'. Ihre Aufmerksamkeit gilt ganz besonders dem Gewässerschutz. Bei Birgit Langner aus Soest ist es die Umweltbildung, der sie sich mit Begeisterung verschrieben hat. Was das ist? Für sie "eine Herzenssache!" Dass sich auch jüngere Menschen gern einmischen und die Dinge selbst in die Hand nehmen, zeigten Patrick Matuszewski aus Bochum und Nathan Niedermeier aus dem Kreis Minden-Lübbecke. Sie schätzen, dass sie im BUND selber vieles mitgestalten können und dies gemeinsam mit anderen. "Machen statt Motzen", so die Devise. Als "Special Guest" wurde schließlich der langjährige Vorsitzende und leidenschaftliche Gewässerschützer Paul Kröfges begrüßt. Fazit: Ein munterer Abend! Die bunte Vielfalt des BUND an Themen, Projekten und Charakteren ist eine echte Besonderheit und Stärke.

Ein Rückblick auf 40 Jahre BUND NRW

Am 6. Februar 1976 trafen sich in Düsseldorf 11 Herren, acht aus dem Rheinland und drei aus Westfalen, und gründeten den "Bund Natur- und Umweltschutz Nordrhein-Westfalen e.V." (BNU-NW).

Ausschlaggebend dafür war die wachsende Erkenntnis, dass der klassische Naturschutz nicht geeignet erschien, die drängenden gesellschaftlichen Fragen zu lösen. Der Naturschutz sollte von der bis dahin vorherrschenden "Piepmatzideologie" befreit werden, wie es eines der Gründungsmitglieder damals formulierte. Ein "moderner" Umweltverband, der Lösungen für die zunehmenden Umweltprobleme anbot, musste her. Denn die negativen Folgen des Wirtschaftswachstums der Nachkriegszeit traten immer gravierender zutage: Smog in den Städten, vergiftete Flüsse, das Waldsterben und wachsende Müllberge. Dazu kam die aufflammende Diskussion um die Atomkraft und die zunehmende Verkehrslawine.

Das Ziel war damit definiert, nur fehlte es an der Umsetzung. Da sich der Vorstand überwiegend aus aktiven Naturschützern rekrutierte, widmete sich der neue Verband in seinen Anfangsjahren überwiegend den klassischen Themen wie Moorschutz und Tümpeltod sowie der Kampagne "Rettet die Vögel". Der Kampf um die Rieselfelder Münster stand dabei im Mittelpunkt. Die stärkere Politisierung des Verbandes begann dann mit dem Streit um die geplante "West-Ost-Autobahn" durch das Sauerland und das Rothaargebirge.

Fünf Jahre nach der Gründung des BNU-NW erfolgte die Umbenennung in "Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesgruppe NRW e.V." Ein weiterer Meilenstein des Jahres 1981 war die Anerkennung des BUND nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz. Damit wurde die Mitwirkung an Vorhaben, die in Natur und Landschaft eingreifen, garantiert.

In den 1980er Jahren rückten dann der Immissionsschutz, die Chemiepolitik und der Kampf gegen Kohle und Atom in den Fokus. Themen, die in der Folgezeit und bis heute noch die inhaltliche Arbeit des BUND bestimmen.

Nach langem Kampf konnte im Jahr 2000 ein weiterer Durchbruch zur Stärkung der Verbandsbeteiligung erzielt werden: Die Verbandsklage wurde endlich auch in NRW eingeführt. Damit blieb die Beteiligung nicht länger ein "zahnloser Tiger", rechtswidrige Genehmigungen umweltschädlicher Vorhaben konnten fortan auch vor Gericht überprüft werden.

Aus den 11 Gründungsmitgliedern von einst sind heute etwa 27.000 geworden. Der BUND ist längst eine feste Größe in der politischen Landschaft Nordrhein-Westfalens - finanziell unabhängig, basisdemokratisch, parteipolitisch neutral, fachkundig. Und der Verband wächst immer weiter - ein Zeichen, dass der Natur- und Umweltschutz nach wie vor einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung genießt.

Das Fundament der erfolgreichen Arbeit bildet dabei nach wie vor die ehrenamtliche Basis. In den etwa 170 Orts-, Kreis- und Regionalgruppen sind viele hundert Aktive im Einsatz. In neun Facharbeitskreisen bündelt sich das Expert*innenwissen. Der zehnköpfige Landesvorstand bestimmt im Auftrag der Landesdelegiertenversammlung die Geschicke, unterstützt von einer professionell arbeitenden Landesgeschäftsstelle.

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