Düsseldorf– 07.09.2006 PFT-Skandal: Umweltschützer schalten Staatsanwaltschaft ein
Im Skandal um die Verseuchung von Ruhr und Möhne durch die giftige Industriechemikalie PFT hat der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt bei der Staatsanwaltschaft Arnsberg Strafanzeige xxxxx xxxx xxxxxx xx xxxxxxxxx xxx xxxxxx erstattet. Daneben wirft der Umweltverband den zuständigen Behörden im Kreis Soest „Beihilfe durch Unterlassen des Einschreitens“ vor. Bereits im Jahre 2002 habe der BUND die Behörden über die Aufbringung schadstoffhaltiger Bodenersatzstoffe im Raum Rüthen informiert, ohne dass diese Praxis beendet wurde.
Paul Kröfges, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender: „Die Verantwortlichen für diese Umweltstraftat sitzen nicht nur in Belgien. Wir sind die zögerliche Suche nach den Brunnenvergiftern leid. Diese kriminellen Machenschaften müssen konsequent verfolgt und Schuldige zur Rechenschaft gezogen werden.“
Der Umweltverband sieht die Tatbestände der Gewässer- und Bodenverunreinigung sowie des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen als erfüllt an. Nach dem Strafgesetzbuch werden diese Delikte mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren, im Falle einer besonders schweren Umweltstraftat sogar bis zu 10 Jahren – geahndet.
xxxx xxxxxxxxxx xxxx xxxxxx xxx xxxxxxxxxxxxx xxxxxx xxx xxxxxxxxxx xxx xxxxxxxxxxxxx xxxxxxxx xx xxxxxxxx xxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxx, in denen nach den bisherigen Erkenntnissen die giftigen Chemikalien PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) und PFOA (Perfluoroctansäue) aus der Gruppe der Perfluorierten Tenside (PFT) enthalten waren. Dieses Material wurde an verschiedene Landwirte im Raum Brilon und Rüthen geliefert, die diese auf zahlreiche land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen einbrachten. xxxxxxxxx xxx xxxx xxxx-xxxxxxx xxxx, xxxx xxxx xxx xxxxxxxxxxxxx xxxxxx xxx xxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxxx xxx xxxxx xxxxxxxxx xxxxxxxxxxxxxxx xxx xxxxxxxxxx xxxxxxxx xxx. Es sei nicht auszuschließen, dass dort militärische Altlasten vorhanden seien. Bekannt sei, dass der NATO-Treibstoff JP-8 die giftige Chemikalie PFOS enthalte.
Heftige Vorwürfe macht der BUND auch dem Kreis Soest als zuständige Wasser- und Abfallwirtschaftsbehörde. Die Aufbringung der Bodenersatzstoffe sei bereits 2002 Gegenstand etlicher Bürgerbeschwerden und Aufklärungsersuchen der örtlichen BUND-Gruppen gewesen, ohne dass die Behörden die Dimension der Straftat erkannt und angemessen reagiert hätten. Durch die jahrelang pflichtwidrig hingenommene Aufbringungspraxis sei nun eine nachhaltige Verseuchung von Boden und Grundwasser eingetreten.
Zugleich bekräftige der BUND seine Forderung nach einem totalen Verbot von PFT auf Bundes- und EU-Ebene. Ende September (26. oder 27.09.) stimmt das Europäische Parlament in Straßburg über ein solches Verbot ab. Darüber hinaus unerlässlich sei ein wirkungsvolles europäisches Chemikalienrecht (REACH). Am 10. Oktober wir hierüber im federführenden Umweltausschuss des EU-Parlaments abgestimmt. Der BUND hofft, dass die Politik vom jetzigen PFT-Skandal lernt und die Chance für ein Mehr an Gesundheits- und Umweltschutz nicht verstreichen lässt.
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