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„Kahlschlag in der Landesforstverwaltung stoppen“

Düsseldorf, 17.08.2005  BUND zur geplanten Reduzierung der Forstämter:

Die von der Landesregierung geplante drastische Reduzierung der Zahl der Forstämter stößt auf heftige Kritik des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Umweltschützer befürchten einen „Kahlschlag in der Landesforstverwaltung“. Dies hätte nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum, sondern auch ökologische und soziale Einschnitte zur Folge. Die jetzt diskutierten Sparvorschläge sehen neben der Auflösung von 25-30 Forstämtern auch die Vergrößerung von Staatswaldrevieren sowie die Reduzierung von Dienstleistungen für den Privatwald vor.

Bernd Meier-Lammering, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender: „Dieser geplante Kahlschlag in der Landesforstverwaltung bedeutete gravierende Einschnitte in die ökologischen und sozialen Funktionen des Waldes. Weniger Waldnaturschutz, weniger Termine für Schulklassen, Kindergärten, Wandergruppen und andere im Wald Erholung Suchende. Das heißt dann auch: weniger öffentliche Sicherheit und Ordnung im Wald. Wenn die Gesellschaft eine solche Abwendung von der Daseinsvorsorge im Wald zulässt, werden unsere Kinder und Enkel die nachteiligen Folgen zu spüren bekommen“.

Der erst Anfang 2005 gegründete Landesbetrieb Wald und Holz NRW ist mit seinen rd. 1.300 Bediensteten für die Betreuung von ca. 150.000 privaten Waldbesitzern sowie für die Wahrnehmung behördlicher Aufgaben auf einer Waldfläche von über 900.000 Hektar zuständig. Ferner bewirtschaftet der Landesbetrieb ca. 120.000 Hektar Staatswald, der neben seiner ökonomischen Aufgabe auch ökologische und soziale Funktionen für 18 Mio. Bürgerinnen und Bürger in NRW erfüllt. Zu den zuletzt genannten Funktionen zählen der Waldnaturschutz, die Unterhaltung des Nationalparks Eifel, die Umwelterziehung sowie die Betreuung und Lenkung der Erholung suchenden Bevölkerung im Wald.

Minister Uhlenberg erwarte von dem neu gegründeten Landesbetrieb ausdrücklich einen betriebswirtschaftlichen Erfolg. Dagegen sei nichts einzuwenden, doch der BUND kritisiert, dass bereits ein halbes Jahr nach Gründung die gesamte Betriebsstruktur von der Betriebsleitung grundlegend in Frage gestellt und der gesellschaftliche Nutzen nicht berücksichtigt werde. In der Privatwirtschaft wäre es undenkbar, sich ohne eine erste Erfolgskontrolle von Geschäftsfeldern, Produkten und dem damit verbundenen Personal zu trennen. Dazu sei es „geradezu abstrus, zur Deckung des finanziellen Defizits ausgerechnet einen verstärkten Holzeinschlag im Nationalpark Eifel vorzusehen “, so Bernd Meier-Lammering.

Der BUND appelliert an Politik und Landesregierung, den Gemeinwohlfunktionen des Waldes den angemessenen Stellenwert einzuräumen und ein klares Bekenntnis zum Wald und dem Erhalt der Einheitsforstverwaltung abzulegen.



Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
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