Schmetterling des Jahres

Schmetterling des Jahres 2008: Der Argusbläuling; Foto: D. Sommerfeld

Schmetterlinge sind unter den Insekten wahrscheinlich die beliebtesten. Und doch gelten fast zwei Drittel der einheimischen Tagfalter als bedroht, denn Schmetterling stellen häufig sehr hohe Ansprüche an ihre Umgebung. Sie gelten daher als Zeigertiere für Qualität und Vielfalt von Lebensräumen. Schmetterlinge sind allgemein bekannt, Kenntnisse über die einzelnen Arten haben jedoch nur wenige Menschen.

 

Die BUND NRW Naturschutzstiftung kürt seit 2003 den "Schmetterling des Jahres", um auf den bedrohlichen Rückgang der Schmetterling aufmerksam zu machen und dazu beizutragen, dass die natürliche Vielfalt von Lebensräumen erhalten bleibt und die ökologische und naturschutzfachliche Zusammenhänge deutlicher werden.

 

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Der Schönbär ist Schmetterling des Jahres 2010

Symbol für bedrohte natürliche Vielfalt im Internationalen Jahr der Biodiversität

Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. den Schönbär (Callimorpha dominula) zum Schmetterling des Jahres 2010 gekürt. Er gehört zu den wenigen Nachtfalterarten, die auch tagsüber aktiv sind. Seinen Namen verdankt der Falter seiner auffälligen Färbung und der „bärenartigen“ Behaarung als Raupe. Für die Jury ist der Schönbär im Internationalen Jahr der Biodiversität ein Symbol für die bunte Vielfalt der Natur und ihrer zunehmenden Bedrohung.

 

Der Schönbär ist auf lichte und feuchte Wälder angewiesen, die durch intensive Forstwirtschaft und die Trockenlegung von Kleingewässern immer seltener werden. Das Mähen von Wegrändern und Bachufern zerstört außerdem die Pflanzen, auf denen die Raupen leben. In Nordrhein-Westfalen gilt der Schönbär daher inzwischen als „stark gefährdet“.

 

Droht dem Falter Gefahr durch Vögel, zeigt er seine leuchtend roten Hinterflügel, die auch im Flug gut zu sehen sind. Auf diese Weise signalisiert er, ungenießbar zu sein. In der Ruhestellung legt der Schmetterling seine schwarzen Vorderflügel mit den gelben und weißen Flecken dachförmig übereinander und ist damit gut getarnt. Die Raupen schützen sich mit ihrer dichten Behaarung vor Fressfeinden, die ihre Beute so nur schwer fassen können.

 

Die etwa fünf Zentimeter großen Schmetterlinge saugen im Juni und Juli Nektar an Disteln und anderen Blüten. Die Weibchen legen ihre Eier an verschiedene Pflanzen wie Brennnessel, Taubnessel, Hahnenfuß oder Himbeere ab. Im August schlüpfen die Raupen, die im Laub überwintern und sich Ende Mai in der oberster Erd- oder Krautschicht verpuppen.

 

Mit dem seit 2003 gekürten „Schmetterling des Jahres“ macht die vom nordrhein-westfälischen Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegründete Stiftung auf die Bedrohung natürlicher Lebensräume für Schmetterlinge und andere Tier- und Pflanzenarten aufmerksam. Insgesamt gelten bis zu 80 Prozent der heimischen Falter als bedroht. Auch die Kampagne „Abenteuer Faltertage“ des BUND, die seit 2005 jährlich durchgeführt wird, dient dem Schutz der Schmetterlinge. Dabei werden unter Mithilfe der Bevölkerung leicht erkennbare Schmetterlingsarten gezählt.

 

Druckfähige Fotos von Ei, Raupe, Puppe und ausgewachsenem Schmetterling finden Sie kostenlos im Internet unter www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de/schmetterling2010.htm

 

 

Schmetterling des Jahres 2009

Tagpfauenauge: Foto: B. Gimmel

Das Tagpfauenauge   

Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat - gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. – das Tagpfauenauge (Aglais io) zum Schmetterling des Jahres 2009 gewählt, um auf den Klimawandel hinzuweisen: Denn das Tagpfauenauge bildet wegen der Klimaerwärmung inzwischen regelmäßig eine zweite Generation im Spätsommer aus. Früher kam dies in Deutschland nur in den wärmsten Regionen oder in sehr lang andauernden Sommern vor.

 

Die Falter überwintern als ausgewachsene Schmetterlinge und sind daher auch im Winter auf Dachböden oder in Kellern zu finden. Schon ab März saugen sie an warmen Tagen Nektar an Weidenkätzchen, Seidelbast oder Huflattich. Ihre Raupen ernähren sich von Brennnesseln. Die Schmetterlinge schlüpfen ab Juli und saugen meistens Nektar an violett blühenden Pflanzen, vor allem an Disteln. In Hausgärten findet man sie gemeinsam mit anderen Faltern häufig am Sommerflieder Buddleja, der deshalb auch "Schmetterlingsstrauch" genannt wird. Die zweite Generation schlüpft von Spätsommer bis Herbst.

 

Die großen Augenflecken, die dem Pfauenauge seinen Namen gaben, nutzt der Schmetterling als Schutz gegen Fressfeinde. Bei Gefahr klappt er die Flügel ruckartig auseinander und zeigt seine Flügeloberseiten. Dem Fressfeind wird so vorgegaukelt, ein großes Tier blicke ihn an. Im Ruhezustand klappt der Schmetterling seine Flügel zusammen und sieht dann aus wie ein trockenes Blatt.

 

Pfauenaugen gehören zu den häufigsten Tagschmetterlingen in Deutschland und sind mit Ausnahme des hohen Nordens in ganz Europa und Asien beheimatet. Schmetterlingsliebhaber sollten deshalb in ihrem Garten immer einige Brennnesseln stehen lassen - eine wichtige Futterpflanze auch für viele andere Falter.

 

Dem Tagpfauenauge droht eine besondere Gefahr durch Bt-Mais, der einzigen gentechnisch veränderten Pflanze, die derzeit in Deutschland kommerziell angebaut wird. Einer Studie zufolge starben etwa 20 Prozent der Schmetterlingsraupen, nachdem sie Brennnesselblätter mit Maispollen in typischer Konzentration, wie sie an Feldrändern auftritt, gefressen hatten.

 

Der Schmetterling des Jahres wird seit 2003 gekürt. Schmetterlinge eignen sich gut als Umweltindikatoren, da sie sehr schnell auf Veränderungen reagieren. Aufgrund der Klimaerwärmung breiten sich Wärme liebende Arten weiter aus. Arten dagegen, die auf kühlere Bedingungen angewiesen sind, ziehen sich - soweit möglich - nach Norden oder in Bergregionen zurück. Mit der Verschiebung der Verbreitungsgebiete wird sich auch die Artenzusammensetzung der Schmetterlinge in Deutschland verändern, wobei unterm Strich mit einem deutlichen Artenverlust zu rechnen ist.

 

 

Mehr Infos: www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de/schmetterling2009.htm

Schmetterling des Jahres 2008:

Foto: M. Albrecht

Der Argusbläuling

Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat - gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. - den Argusbläuling (Plebeius argus) zum Schmetterling des Jahres 2008 gekürt. Vom dem Falter, der auch Geißkleebläuling genannt wird, existieren zwei verschiedene Lebensraumtypen: eine Trockenform, die nährstoffarme Heideflächen, sandige Böschungen und Magerrasen besiedelt, und eine Feuchtform, die an Moorrändern lebt. Wenn Moore trockengelegt werden und bei Aufgabe der traditionellen landwirtschaftlichen Nutzung wie Mahd, Beweidung oder Plaggen wachsen Moore und Heiden langsam zu und verbuschen. Der Stickstoffeintrag aus der Luft, der als zusätzlicher Dünger über den Regen in den Boden gelangt, verstärkt das noch. Die Zerstörung seiner Lebensräume ist daher die Hauptursache dafür, dass der Argusbläuling nach der Roten Liste in Deutschland als gefährdet gilt.

 

Um den Schmetterling dauerhaft zu erhalten, übernehmen LandschaftspflegerInnen und NaturschützerInnen oft die frühere Rolle der Bauern. Sie mähen, entfernen den Gehölzaufwuchs und sorgen für Beweidung und offene Bodenstellen. Auf dem alten Bahnhofsgelände Ahrdorf im Kreis Euskirchen sind die Bestände des Argusbläulings dank der kontinuierlichen Pflege der NaturschützerInnen mittlerweile stabil. Größere Vorkommen finden sich in Nordrhein-Westfalen auch noch in den trockenwarmen Kalkmulden der Eifel, auf dem ehemaligen Munitionsdepot Brüggen-Bracht und in der Senne.

 

Bei den Männchen sind die Flügeloberseiten metallisch tiefblau mit einem breiten dunklen Rand, beim Weibchen bräunlich mit orangen Flecken am Rand. In beiden Geschlechtern haben die Flügel einen weißen pelzigen Saum. Mit einer Flügelspannweite von nur 20-23 Millimeter zählt der Argusbläuling zu den kleineren Schmetterlingen.

 

Der Name des Falters leitet sich von seinen „Argusaugen“ her. Das sind schwarz-orange-blaue Flecken an den Flügelunterseiten, die vor allem bei den Weibchen ausgeprägt sind.

 

Argusbläulinge sind in den gemäßigten Zonen Europas und Asiens beheimatet. Sie saugen Nektar von Heidepflanzen und Schmetterlingsblütlern wie Hornklee, Hufeisenklee und Bunter Kronwicke. In warmen Gegenden fliegen sie in zwei Generationen von Mai bis Anfang September, in kälteren Regionen und Moorgebieten kommt zwischen Juni und August nur eine Generation vor.

 

In trockenen Gegenden legen die Weibchen ihre Eier an Schmetterlingsblütler wie Besenginster ab, an moorigen Standorten an Heidepflanzen, die auf trockenen Bulten wachsen. Aus den Eiern, die im Frühsommer gelegt werden, schlüpfen nach kurzer Zeit die Raupen. Erfolgt die Eiablage im Spätsommer, überwintern die Eier, und die Raupen schlüpfen im Frühling des nächsten Jahres. Die Farbe der Raupen variiert zwischen grün und braun. Ihre Rücken ziert ein breiter dunkler und kontrastreich mit Weiß abgesetzter Streifen. Nach wenigen Wochen verpuppen sich die Raupen, und nach kurzer Puppenphase schlüpfen dann die fertigen Schmetterlinge.

Das Verhalten der Raupen des Argusbläulings ist besonders interessant. So gehen sie mit Ameisen eine Symbiose ein. Während Ameisen normalerweise Schmetterlingsraupen fressen, beschützen sie die Raupen des Argusbläulings vor feindlichen Insekten und Spinnen. Im Gegenzug scheiden die Raupen, wenn sie von Ameisenfühlern stimuliert werden, zuckerhaltige Sekrete aus, die die Ameisen dann aufnehmen.

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  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
  • Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

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