BUND kritisiert: Monsanto lässt Nachbarfeld mit gentechnikfreiem Mais zerstören – Amtliche Anordnungen ausgehebelt

- Der Monsanto Genmais-Acker in Borken.

- Fotos: R. Bilke/BUND
Borken/Düsseldorf, 03.06.2007 Borkener Genmais-Acker bleibt erhalten
Der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert, dass der Agro-Konzern Monsanto eine Ackerfläche mit gentechnikfreiem Mais umbrechen lässt, um so seinen umstrittenen Anbau des Gentech-Mais MON 810 in unmittelbarer Nachbarschaft aufrecht erhalten zu können. „Es ist skandalös, dass nun auf einem gentechnikfrei bewirtschafteten Acker die Pflanzen zerstört werden, weil Monsanto zuvor Mindestabstände nicht eingehalten hat“, so Ralf Bilke, Agrarreferent des BUND NRW. Seit mehr als zwei Wochen liegen dem Unternehmen Anordnungen des Bundessortenamts und der Bezirksregierung Münster vor, den Genmais-Acker ‚unverzüglich’ umzupflügen. Auch NRW-Landwirtschaftsminister Eckehard Uhlenberg hatte dies vor wenigen Tagen in einer Debatte des Landtags verlangt.
„Monsanto hat sich diesen Anordnungen hartnäckig widersetzt, binnen einer Woche mit drei komplett unterschiedlichen Angaben zur Größe des mit MON 810 bestellten Ackers Öffentlichkeit und Behörden verwirrt (1000m2, 200m2 , 378m2 , dann wieder 1000m2) und nun offenbar den Feldnachbarn ‚eingekauft’, damit dieser seinen nicht manipulierten Mais zerstört und so eine maisfreie Schneise von mindestens 150m entsteht“, so der BUND.
Der Umweltverband ruft dazu auf, nunmehr verstärkt die aggressiven Geschäftspraktiken des Agro-Multis unter die Lupe zu nehmen. „Das Vorgehen der letzten Wochen ist erneut eine einzige Provokation!“
BUND: Monsanto täuscht die Öffentlichkeit
Borken / Düsseldorf, 23.05.2007 Verwirrspiel um Größe des Genmaisackers
Der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft der Firma Monsanto im Zusammenhang mit dem Genmais-Anbau in Borken eine „schier unglaubliche Täuschung der Öffentlichkeit“ über die tatsächliche Größe der Anbaufläche vor. „Innerhalb von einer Woche hat Monsanto nunmehr drei verschiedene Angaben über die Größe des mit MON810 bestellten Ackers gemacht“, so Ralf Bilke, Agrarreferent des BUND NRW.
Angemeldet hatte Monsanto beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am 15.1.07 ursprünglich eine Genmaisfläche von 1000m2, die entsprechend ins amtliche Standortregister aufgenommen wurde. In Beiträgen der Borkener Zeitung vom 17.05.07 und des Bocholt-Borkener Volksblatts vom 19.5.07 sagte Unternehmenssprecher Dr. Thierfelder, dass für die Wertprüfung gentechnisch veränderter Sorten in Borken eine Fläche von etwa 200m2 in Anspruch genommen worden sei. Am 16.5.2007 teilte das Unternehmen dem BVL mit, die Aussaat wäre auf einer Fläche von 378m2 erfolgt; das Bundesamt änderte sein Register entsprechend. Mit Stand vom 22.5.07 teilte Monsanto dem BVL nun mit, die Angabe vom 16.5. sei irrtümlich erfolgt, das Unternehmen hätte doch eine Fläche von 1000m2 eingesät.
Aus Sicht des BUND handelt es sich bei diesem Verwirrspiel mit verschiedenen Angaben um ‚Tricksereien’ im Zusammenhang mit der Anordnung des Bundessortenamts, den Acker umgehend umzupflügen. „Was Monsanto hier aufführt, ist mehr als ein absurdes Theater: Das Unternehmen setzt über gesetzliche Vorschriften ebenso hinweg wie über die berechtigen Sorgen der Bevölkerung,“ so Ralf Bilke. Der BUND hat daher das BVL schriftlich um Stellungnahme gebeten und darauf hingewiesen, dass das Unternehmen seiner Auffassung nach gegen § 16a Gentechnikgesetz verstoßen und ordnungswidrig gehandelt hat.







