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Biomasse – Energie vom Acker?

Die Nutzung von Biomasse ist aus Sicht des BUND ein wichtiger Baustein im Mix der erneuerbaren Energien und kann hier eine gute Ergänzung insbesondere zur Wind- und Solarenergie darstellen. Ihr großer Vorteil liegt in der Grundlastfähigkeit. Sinnvoll eingesetzt, trägt die Biomasse zum Klimaschutz bei, stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe und eine dezentrale Energieversorgung und bringt Landwirten ein zusätzliches Einkommen.

Doch ‚Biomasse’ ist nicht immer ‚bio’: Werden intensiv und großflächig z.B. Mais, Raps oder Zuckerrüben zur Belieferung von Biogasanlagen oder zur Verarbeitung zu Agro-Sprit angebaut, gefährdet dies die Artenvielfalt und setzt bei Anbau, Transport und Verarbeitung neue klimaschädliche Gase frei. Da Ackerflächen nicht beliebig vermehrbar sind, entstehen zudem massive Konkurrenzen zum Anbau von Lebens- und Futtermitteln und zum Naturschutz.

In Nordrhein-Westfalen lieferte die Bioenergie 2008 mit 4,25 Mrd. Kilowattstunden Strom knapp 3% des nordrhein-westfälischen Bruttostrombedarfs. Ihr Anteil an der regenerativ erzeugten Strommenge lag damit bei 44% und so nur knapp hinter dem stärksten regenerativen Stromlieferanten – der Windenergie mit 46%. Dagegen nahm die Bioenergie im Bereich der regenerativ erzeugten Wärme den Spitzenplatz ein. So entsprachen die in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2008 produzierten 7,64 TWh einem Anteil von 85% an der gesamten aus Erneuerbaren Energien erzeugten Wärmemenge. Insgesamt waren 2008 rund 3.500 Menschen in der Biobranche beschäftigt (Quelle: LEE 2010).

Im Jahr 2009 wurden in Deutschland auf rd. 1,7 Millionen Hektar bzw. etwa 17 Prozent der Ackerflächen Energiepflanzen angebaut. Hinzu kommen weitere 294.000 ha Ackerflächen, auf denen Pflanzen für weitere technische Zwecke wie z.B. Stärkegewinnung für die Papierproduktion angebaut werden. Der Bau von Biogasanlagen boomt - auch in NRW, wo Anfang 2010 knapp 330 Anlagen in Betrieb und viele weitere in Planung sind.

Ein Anbau von ‚Energiepflanzen’ muss daher klar definierten energiewirtschaftlichen und ökologischen Mindeststandards genügen.

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