05.07.2007 Farblos - geruchlos - tödlich
Seit Mai 2007 baut Bayer an seiner Kohlenmonoxid-Pipeline im Duisburger Süden und auf Äckern in Langenfeld – Kreis Mettmann. Mit dem Beginn der Bauarbeiten wurden die Anwohner der Trasse hellwach und fragten zu Recht: Was soll den da an unserem Garten vorbei gebaut werden und wer hat es versäumt, uns zu informieren?
Zunächst kamen die Bürgermeister der Städte Hilden, Langenfeld, Erkrath und Ratingen ins Visier der Kritik. Der Monheimer Bürgermeister Dr. Thomas Dünchheim hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits fast ein Jahr lang im Kampf gegen Bayer und die Giftgasleitung vehement zur Wehr gesetzt. Mittlerweile stehen alle Trassen-Bürgermeister im Kreis Mettmann und auch Landrat Thomas Hendele Seite an Seite mit den Initiativen zum „Bau-Stopp der Bayer-Pipeline“.
Der Kreis Mettmann hatte eine Studie in Auftrag gegeben, um abzuschätzen wie hoch die Zahl der betroffenen Menschen im dichtest besiedelten Kreis Deutschlands sein könnten. Bei einem Vollbruch könnten 143.000 Menschen potenziell gefährdet sein und im schlimmsten Fall zu Tode kommen. Vor allem, weil es bisher überhaupt keinen Gefahrenabwehr- und Rettungsplan für diese Pipeline gibt.
Die Informationsveranstaltungen am 29. Mai in Hilden und am 31. Mai in Langenfeld haben den Bürgern deutlich gezeigt, dass nur der gemeinsame Protest die Front von Bayer, einer willfährigen Bezirksregierung und einer ahnungslosen Landespolitik aufbrechen kann. So kam es am 16. Juni 2007 zu einer mächtigen Demonstration in Hilden. Dort marschierten etwa 1.000 Leute an der Stadtgrenze zwischen Hilden und Langenfeld – dort waren die Bauarbeiten schon heftig im Gang – los und bis zur Ankunft vor dem Hildener Bürgerhaus hatten sich insgesamt etwa 2500 Leute dem Demonstrationszug angeschlossen.
Vor dem Bürgerhaus wurde ein offener Brief an den Regierungspräsidenten, den Bayer-Vorstand, den Ministerpräsidenten Rüttgers und die Landtagspräsidentin von den Initiativensprechern der Städte Hilden, Erkrath, Monheim und Langenfeld verlesen. Darin wurde ein sofortiger Baustopp der Giftgas-Pipeline und eine Überprüfung des Enteignungsgesetzes, das der Landtag schon im März 2006 einstimmig und ohne Diskussion verabschiedet hatte, gefordert.
Als weitere Aktion der Abschlusskundgebung sollten 12000 Unterschriften in sowohl an den Regierungspräsidenten als auch an Bayer übergeben werden. Da beide nicht zu der Demo gekommen waren und auch Landesvater Rüttgers nicht erschienen war, hatten diese – als Pappkameraden - stellvertretend Gelegenheit in einer symbolischen Schweigeminute Ihre Worte zu vernehmen. Zum Abschluss der vor Veranstaltung wurden in 100 schwarzen Luftballons das CO-Giftgas zu Bayer zurückgeschickt.
Gespräche der Initiative mit den CDU-Landtagsabgeordneten des Kreis Mettmann führten zu einer gemeinsame Presseerklärung, mit der diese signalisierten, auf parlamentarischem Wege einen Baustopp unterstützen zu wollen.
Inzwischen hat es die ersten Besitzeinweisungen in Ratingen und Hilden gegeben und die Klagen vor den Verwaltungsgerichten laufen an.
Aber es hat auch den Zusammenschluss der Mettmanner Initiativen mit den Betroffenen im Süden Duisburgs gegeben. Am 5. Juli beschäftigte sich der Düsseldorfer Landtag mit der Giftgas-Pipeline.
Bayer, die Bezirksregierung und die Landesregierung zeigen sich zwar weiter hartleibig, aber sie spüren den zunehmenden Druck. Mittlerweile fordern mehr als 23.000 Bürger mit Ihrer Unterschrift den Baustopp. Das wird weiter wachsen und dagegen dürfte eine Giftgas-Anlage in der Nähe von Wohngebieten letztlich nicht durchsetzbar sein. Wir arbeiten weiter hart auf allen Ebenen daran.
Mehr Infos und Kontakt:
Dieter Donner, BUND Hilden und Pressekoordinator der Initiativen Monheim, Langenfeld, Hilden, Erkrath und Ratingen „Bau-Stopp der Bayer-Pipeline“, dieter.donner@bund.net
mehr Infos: http://www.muthilden.de/