Sie befinden sich hier:

Windkraft in NRW

Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung in NRW lag im Jahr 2005 bei 3%. Bezogen auf den Endenergieverbrauch Strom betrug er in 2006 gut 5 % (7,5 TWh). Dieser Anteil liegt deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von knapp 16 % oder etwa 82 TWh. Der überwiegende Teil der Stromerzeugung entfällt dabei mit 3,65 TWh auf die Windkraft. Die installierte Windkraftleistung in NRW lag 2006 bei etwa 2.390 MW.

Nach einer starken Wachstumsphase von 2000 bis 2003 verlangsamte sich der Zuwachs an installierte Windkraftleistung danach deutlich. Maßgeblich verantwortlich dafür ist der nach 2005 geänderte Windkrafterlass, der den Zubau und das Repowering deutlich erschwerte. Die schwarz-gelbe Landesregierung war im Wahlkampf angetreten, der Windkraft den Garaus zu machen - mit Erfolg.

  • O-Ton Ministerpräsident Rüttgers, 30.06.04: "Diese Übersubventionierung der Windenergie ist nicht nur energiewirtschaftlich falsch."
  • O-Ton Bauminister Wittke, 10.08.05: "Wir wollen mir der Verspargelung der Landschaft in Nordrhein-Westfalen schluss machen." Nach der Wahl sagte der neue Bauminister Wittke über die Windkraft:"Das ist das erste, was wir kaputt machen." [Quelle: WDR, Westpol, 22.06.2008]

Während derLeistungszuwachs im Jahre 2002 bei 430 MW lag, sank er bis 2006 auf etwa 167 MW ab. Bundesweit stieg die installierte Leistung von Windenergieanlagen 2006 um ca. 2.230 MW. Damit stellt NRW trotz guter Standort-Eignung und einem Windstromanteil von 12 % an der bundesweiten Erzeugung einen unterdurchschnittlichen Anteil am nationalen Wachstum von gerade einmal 7,5 %. [ Quelle: EUtech 2008]

Dieser geringe Zuwachs liegt nicht zuletzt darin begründet, dass an vielen Standorten aufgrund von eingeführten Höhenbegrenzungen und unverhältmismäßig restriktiven Abstandsregelungen unzeitgemäße Anlagen mit geringer Leistung anstelle leistungsstarker Neuanlagen (2,5 - 5 MW-Klasse) installiert werden. Dabei würde insbesondere das Repowering dazu beitragen, den Anteil des Windkraftstroms unter Beachtung der ökologischen und sozialen Notwendigkeiten deutlich zu erhöhen. Bei Ersatz z.B. einer 250 kW-Anlage durch eine moderne 1,5 MW-Anlage kann der Ertrag um das Achtfache gesteigert werden.

Trotzdem bleibt v.a. die FDP auf ihrem starren Anti-Windkraft-Kurs:

  • O-Ton Gerhard Papke, FDP-Fraktionsvorsitzender NRW: "Es bleibt dabei: Wenn 2600 große Windindustrieanlagen nur weniger als ein Prozent Beitrag leisten zu unserer Stromversorgung und überhaupt keinen Beitrag leisten zu unserer CO2-Minderung, dann ist das ökonomisch wie ökologisch nicht sinnvoll. Und deshalb gibt es überhaupt keinen Anlass, von unserer restriktiven Haltung jetzt Abstand zu nehmen." [Quelle: WDR, Westpol, 22.06.2008]
Bruttostromerzeugung in NRW (2005)

Dabei könnte die Windkraft in NRW einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Erneuerbaren Energien leisten. Die Landesregierung selbst hat in ihrem Klima- und Energieprogramm ein Einsparziel von 7 Mio. t CO2/a durch den Ausbau Erneuerbarer Energien vorgegeben. Wie das allerdings konkret geschehen soll, skizziert die Landesregierung nicht.

Das von Bündnis 90 / Die Grünen in Auftrag gegebene Gutachten "NRW-Klima 2020" prognostiziert hingegen eine mögliche Verdreifachung der installierten Windkraftleistung. Dazu müsste lediglich eine geringfügige Ausweitung der ausgewiesenen Windkraftvorranggebiete von heute 0,85 auf 1 % der Landesfläche erfolgen. Weitere Voraussetzung wäre der Wegfall der Höhenbegrenzungen für Windkraftanlagen und die Überplanung der verfügbaren Fläche mit Anlagen der 6 MW-Klasse.

Für den BUND ist klar: Bleibt die Landesregierung bei ihrem formulierten Zeil einer 33 %igen CO2-Reduktion bis 2020 geht dies nicht ohne eine massiven Ausbau der Windkraft. Hierzu muss der restriktive Windkrafterlass unverzüglich geändert werden. Damit würde der Weg frei für einen ökologisch und sozial verträglichen Ausbau unter Berücksichtigung der berechtigten Ansprüche der Bevölkerung und der Notwendigkeiten des Klimaschutzes.



Windkraft in NRW - BUND ergänzt Position

Oktober 2009 - Seit Amtsantritt der schwarz-gelben Landesregierung ist der vorherige Boom der Windkraft in Nordrhein-Westfalen deutlich abgeflaut. Ende 2008 waren in Nordrhein-Westfalen  2.150 Windkraftanlagen (WKA) mit einer installierten Leistung von 2.678 MW in Betrieb. Der Windstromanteil am Bruttostromverbrauch betrug 3,0 Prozent (bundesweit: 7,0 %). Gemessen am Anteil der Windenergie am Bruttostromverbrauch ist NRW auf Rang 9 aller Bundesländer zurückgefallen.

Viele Experten machen dafür vor allem den restriktiven Windkrafterlass der Landesregierung verantwortlich. Darin sind z.B. Abstandsregelungen verankert, die noch nicht einmal für Großkraftwerke wie das in Datteln gelten. Auch wird der Ersatz von Altanlagen durch emissionsarme und effiziente Neuanlagen („Repowering“) durch Höhenbegrenzungen deutlich erschwert. Nicht nachvollziehbar ist auch, warum Waldgebiete bzw. als solche ausgewiesenen Bereiche grundsätzlich von der Errichtung von WKA ausgenommen werden sollen. Wie unter diesen Prämissen das Ziel der Landesregierung, den Beitrag der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung bis 2020 auf 20 TWh (entspricht 12%) zu verdoppeln, erreicht werden soll, bleibt schleierhaft.

In einem aktuellen Positionspapier fordert der BUND einen weiteren ökologischen Ausbau der Windkraft und setzt sich für den Wegfall der Restriktionen ein. Auch im Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen wird der BUND das Thema forcieren.

 

 

Mehr Infos: Das Positionspapier „Windkraft in NRW“ vom Oktober 2009.

BUNDposition: Windkraft in NRW

Windkraft in Nordrhein-Westfalen - Regionalplanerische Steuerungselemente und Argumente, Juni 2002/2004

 

 

Suche

Metanavigation: