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Steinkohlekraftwerk Lausward: Klimakiller und Dreckschleuder

Düsseldorf  - 09.05.2007 BUND fordert Vorrang für den Klimaschutz

Anlässlich des Beginns des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens für das geplante 400 Megawatt-Steinkohlekraftwerk in der Düsseldorfer Lausward fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen Stopp der Kraftwerksplanungen. „Anstatt auf die klimaschädliche Steinkohle zu setzen und die Düsseldorfer Bevölkerung durch hohe Feinstaub- und Schwermetallemissionen zu gefährden, sollten die Stadtwerke eine bedarfsgerechte  und umweltfreundliche Energieversorgung sicherstellen“, so der Appell der Umweltschützer.

Mit dem so genannten Scoping-Termin zur Festlegung des Untersuchungsumfangs für die gesetzliche vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung begann am 8. Mai das offizielle Genehmigungsverfahren. Der BUND hatte hierzu im Vorfeld eine erste Stellungnahme eingereicht. Zentrale Forderung der Umweltschützer ist, das Verfahren unter umfassender Beteiligung der betroffenen Bevölkerung durchzuführen. Entgegen erster Verlautbarungen der Stadtwerke sicherte die Bezirksregierung jetzt ein solchermaßen transparentes Verfahren zu.

Die grundsätzliche inhaltliche Kritik an dem Kraftwerks-Vorhaben konnte indessen nicht ausgeräumt werden. „Neben jährlich etwa 2,5 Millionen Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid würde ein solches Kraftwerk jährlich hunderte Kilogramm gesundheitsschädlicher Schwermetalle wie Quecksilber, Blei und Cadmium ausstoßen. Dazu kämen stündlich etwa 22 kg Feinstaub. Angesichts der Diskussion um großräumige Verkehrssperrungen zur Senkung der Feinstaub-Belastung in Düsseldorf wäre es geradezu aberwitzig, eine solche Dreckschleuder zu genehmigen“, sagt Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen. Die prognostizierten Feinstaub-Emissionen des Steinkohlekraftwerks von über 100 Tonnen pro Jahr würden den Ausstoß an gefährlichen Partikeln der Düsseldorfer Industriebetriebe „glatt verdoppeln“ und entsprächen gut 25 % der gesamten Feinstaub-Emissionen des hiesigen Verkehrs.

Auch aus energiepolitischer Sicht kann der BUND dem geplanten Steinkohle-Kraftwerk nichts Positives abgewinnen. Wer angesichts des fortschreitenden Klimawandels weiterhin auf die Kohle als klimaschädlichstem aller Energieträger setze, habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt. „Dass die Stadtwerke Düsseldorf versuchen, die Akzeptanz für das Klimakiller-Kraftwerk mit der vermeintlich geplanten Nutzung der Prozesswärme in Kraft-Wärme-Kopplung herbeizureden, ist ein Etikettenschwindel“, ist sich Michael Süßer vom Vorstand der BUND-Kreisgruppe Düsseldorf sicher. „Bislang können die Stadtwerke weder Konzept für ein entsprechend erweitertes Fernwärmenetz noch potenzielle Abnehmer vorweisen.“

Statt auf die Steinkohle zu setzen, fordert der BUND die Auflage eines kommunalen Energiesparprogramms und den Einstieg in erneuerbare Energien. Als Brückentechnologie kämen ergänzend dezentrale Blockheizkraftwerke auf Gasbasis in Betracht. Da zur Deckung der Düsseldorfer Nachfrage maximal 150 MW an installierter Leistung fehlten, sei ein solches alternatives „Energiesparkraftwerk“ zudem kostengünstiger und mit wesentlich positiveren Auswirkungen für die lokale Wirtschaft verbunden.

Mehr Infos
Ausführliche Stellungnahmen zum Kraftwerk und zum Scoping-Termin finden Sie hier



Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
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Vortrag von Dirk Jansen (BUND), Wesel, 31.01.2012

 

Der Vortrag als Download

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