NETZAUSBAU BEDARFS- UND UMWELTGERECHT GESTALTEN

Neuer Szenariorahmen genehmigt

Massiver Rückgang der Braunkohlenkapazitäten

19.12.2014 | Mit der Erstellung des vierten Szenariorahmens hatte der Prozess begonnen, der den notwendigen Netzausbau bis zum Jahr 2025 beziehungsweise 2035 ermittelt. Die Bundesnetzagentur hat den Szenariorahmen am 19. Dezember 2014 genehmigt. Der Szenariorahmen beschreibt die wahrscheinliche Entwicklung der installierten Kapazitäten erneuerbarer Energien und der konventionellen Kraftwerke sowie des Stromverbrauchs in den kommenden zehn beziehungsweise 20 Jahren.

Interessant dabei: Anders als bisher sehen die Szenarien einen massiven Wegfall der Kapazitäten von Braunkohlenkraftwerken im Rheinland vor. Unterm Strich bleiben nur noch die drei BoA-Blöcke mit etwa 3.000 MW installierter Leistung übrig [vgl. Kraftwerksliste]. Im Szenariorahmen wird einen Lebensdauer für Braunkohlenkraftwerke von maximal 50 Jahren angenommen. Am wahrscheinlichsten ist danach ein Szenario mit einer angenommenen Lebensdauer von max. 45 Jahren. Begründet wird dies damit, dass angesichts der gesteigerten politischen Anstrengungen, die gesetzten Klimaziele auch tatsächlich zu erreichen,  nicht davon auszugehen sei, dass sich die Situation für die betroffenen Kraftwerke entspannen wird. Im Gegenteil, es dürften typischerweise die älteren Kraftwerke mit einem in der Regel niedrigeren Wirkungsgrad und entsprechend höheren CO2-Emissionen bei gleichzeitig vergleichsweise schlechter Kosteneffizienz sein, die unter zusätzlichen Druck geraten. Das betrifft 17 der 20 RWE-Kraftwerksblöcke im Rheinischen Revier.

NEP 2013 in der Kritik

Stellungnahme des BUND zum zweiten Entwurf Netzentwicklungsplans Strom 2013, zum Entwurf des Offshore-Netzentwicklungsplans 2013 und zum Entwurf des Umweltberichts 2013

08.11.2013 | Die Erstellung des Szenariorahmens ist nicht ausreichend an den Zielen der Einsparung von Strom und einem integrierten Ausbau von Strom aus erneuerbaren Energien und dem Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung ausgerichtet, so das Fazit der aktuellen BUND-Stellungnahme zum Entwurf des Netzentwicklungsplans 2013. Damit legt der Szenariorahmen quasi schon die Schienen nicht in die richtige Richtung und lässt keinen ausreichenden Rahmen für eine Ermittlung und Abwägung von vernünftigen Alternativen zu. Der Netzentwicklungsplan 2013 beruht damit im Wesentlichen auf einem Marktmodell, das auf dem Widerspruch zu politischer Beschlüsse zum Klimaschutz und der Förderung der KWK zu unnötig hohen Anteilen der Stromerzeugung aus Kohlestrom und hierbei insbesondere Braunkohle führt. Etliche NRW-Projekte Bestimmte Maßnahmen des Startnetzes, die nicht im EnLAG erwähnt sind, wurden keiner energiewirtschaftlichen Prüfung unterzogen. Die betrifft in NRW folgende Maßnahmen:

 ·         AMP-012   Netzerweiterung östl. Ruhrgebiet

 ·         AMP-019   Netzverstärkung zum Anschluß eines Kraftwerks am Standort Lünen

 ·         AMP-028   Netzerweiterung und Netzanschluss des Kraftwerks am Standort Herne

 ·         AMP-029   Netzanschluss des Kraftwerks am Anschluss Krefeld-Uerdingen

Diese Auflistung erweckt den Eindruck, dass sämtliche Kohlekraftwerks-Anschlüsse ohne weitere Überprüfung ins Startnetz aufgenommen worden sind. Inwieweit der geplante Netzausbau der Integration erneuerbarer Energien dient, bleibt damit mehr als fraglich.

Stromleitung verstößt gegen Artenschutz

380 kV-Hochspannungsfreileitung in Lünen vor Gericht

19.06.2013 - Am kommenden Freitag (21.06.2013) verhandelt das Oberverwaltungsgericht Münster die Klage des BUND gegen den energierechtlichen Planfeststellungsbeschluss für den Neubau einer 380-kV-Hochspannungsfreileitung auf dem Gebiet der Städte Lünen und Waltrop. Die Stromleitung soll der Anbindung des gerichtlich gestoppten Trianel-Kohlekraftwerks dienen. mehr

Widerstand gegen Konverter

Leitung für Braunkohlestrom / Bürger auf den Barrikaden

Der Gegenwind für die fortgesetzte Nutzung der Braunkohle zur Stromversorgung wird immer stärker. Erst unlängst bescheinigte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin den Braunkohlenkraftwerken im Rheinland, zukünftig aus wirtschaftlichen, klimaschutzpolitischen und auch aus Gründen der schlechten Netzintegration zukünftig nicht mehr rentabel wirtschaften zu können. Braunkohlenstrom - so das Fazit der DIW-Studie - werde in einem zukunftsfähgen Energiesystem immer weniger benötigt. Trotzdem aber plant die Bundesregierung im engen Schulterschluss mit dem RWE, die Braunkohlennutzung auf hohem Niveau künstlich zu verlängern. Dazu sollen neue Hochspannungsleitungen gebaut werden, die den hier nicht mehr benötigten Strom nach Süddeutschland und Belgien transportieren. Doch dagegen regt sich heftiger Widerstand.

Dieser kulminiert in Meerbusch-Osterath bei Düsseldorf. Dort plant der Netzbetreiber Amprion mit dem Segen der Bundesnetzagentur die Errichtung eine Konverterstation mit 100.000 Quadratmetern Grundfläche und bis zu 20 Meter hohen Hallen. Die Konverterstation im Netzverknüpfungspunkt soll eine wichtige Schnittstelle im beschlossenen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetz (HGÜ) zwischen den Off-shore-Windparks im Norden und den Verbrauchszentren im Süden bilden. Sie sei für die Energiewende unverzichtbar, so das Argument.

Tatsächlich aber nutzt das Vorhaben zunächst vor allem RWE und seinen Braunkohlenkraftwerken. Versteckt in den Unterlagen der Bundesnetzagentur zum Netzentwicklungsplan 2012 findet sich denn auch die verräterische Aussage, dass so der in Braunkohlenkraftwerken erzeugte Strom besonders gut in die Verbrauchszentren Süddeutschlands transportiert werden könne. Und nur dafür braucht man einen Konverter, der den Drehstrom umwandelt und so die Einspeisung in das HGÜ-Netz ermöglicht. Gleiches gilt auch für die alten und neuen Kohlekraftwerke im Ruhrgebiet. Der NEP sieht vor, auch die aus Lünen, Datteln und Hamm verursachten Übertragungsengpässe durch den Bau von Freileitungen und den Ausbau des Netzknotens in Meerbusch-Osterath zu beseitigen.

Kein Wunder also, dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger auf die Barrikaden gehen. Letztendlich soll die schon jetzt durch Ewigkeitslasten geschundene NRW-Kohleregion die Energieversorgung Süddeutschlands sichern. Dabei wäre die Lösung einfach: Ein starker Ausbau der erneuerbaren Energien da, wo er gebraucht wird, und eine Absicherung der Lastschwankungen durch flexible Gaskraftwerke.

Erneute Kritik am Entwurf des Netzentwicklungsplans

Noch unzureichende Grundlage für den Bundestag

02.11.2012 - Die nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände BUND, LNU und NABU üben weiter heftike Kritik am Entwurf des Netzentwicklungsplans 2012. In einer gemeinsamen Stellungnahme im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung durch die Bundesnetzagentur kritisieren die Verbände

  • die nur eingeschränkte Prüfung des energiewirtschaftlichen Bedarfs seitens der BNetzA,
  • die offenbar ungeprüfte Aufnahme etlicher Leitungsvorhaben in den NEP-E, die der nicht mehr zeitgemäßen Kohleverstromung dienen,
  • die nicht ausreichend bergründete Bevorzugung der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ),
  • fehlende Alternativenprüfungen im Umweltbericht und
  • die nur lückenhafte, oft beschönigende Darstellung von Umweltrisiken.

Die Projekte, die nach heutiger Einschätzung Nordrhein-Westfalen betreffen können, sind in einer aktualisierten Übersicht zusammengestellt.

BUND lehnt Netzentwicklungsplan ab

Ende der Konsultationsphase für den Netzentwicklungsplan 2012

10.07.2012 - Die Netzbetreiber müssen ihre Pläne zum Ausbau der Stromnetze noch einmal gründlich überarbeiten. Viele angedachte Leitungen sind überflüssig, wenn mehr Windenergie im Süden gebaut und endlich mehr für das Einsparen von Strom getan wird. Jede Stromleitung, die unnötig gebaut wird, erhöht den Widerstand vor Ort. Der BUND lehnt deshalb den Entwurf des Netzentwicklungsplan 2012 ab und fordert eine Neuberechnung unter Einbeziehung der vom BUND vorgeschlagenen Varianten. Auch die Planungen für NRW sind inakzeptabel: Die Netzausbauplanung erscheint eher als eine Angebotsplanung für Kohlekraftwerksbetreiber, als eine an einem zukunftsfähigen Energiesystem ausgerichtete Konzeption.

 

Netzbetreiber tricksen bei Strommengen aus Kohlekraftwerken

BUND: Netzentwicklungsplan so nicht tragbar

29.06.2012 - Die Netzbetreiber gehen bei ihren Planungen zum Netzausbau von einer viel zu hohen künftigen Strommenge aus Kohlekraftwerken aus. Dies ist das Ergebnis einer Analyse des Netzentwicklungsplans, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vorgelegt hat. Die prognostizierten Strommengen aus Kohlekraftwerken für das Jahr 2022 lägen mit fast 250 Terawattstunden (TWh) bis zu 100 TWh über den aktuellen Annahmen in den Energieszenarien der Bundesregierung. Rein rechnerisch entspräche dieser Unterschied der Stromproduktion von über 30 Kohlekraftwerken und einem Mehr-Ausstoß von etwa 90 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2022. Mit diesen Zahlen würden sich die Netzbetreiber weit von der gesetzlichen Vorgabe entfernen, die Netzausbauplanung nach den energiepolitischen Zielen der Bundesregierung auszurichten, so der BUND.

„Die unrealistisch hohen Annahmen der Netzbetreiber stehen im krassen Widerspruch zu dem Trend, dass durch den erfolgreichen Ausbau der erneuerbaren Energien die Produktion von Kohlestrom zurückgeht. Folge dieser Prognose wäre ein ungerechtfertigter, überdimensionierter Ausbau des Stromnetzes“, so der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Zur Anhebung der Strommengen hätten die Netzbetreiber einen Rechentrick verwendet. Zwar hätten sie die von der Bundesnetzagentur vorgeschriebene reduzierte Leistung von Kohlekraftwerken für ihre Berechnungen akzeptiert. Gleichzeitig hätten sie jedoch die Auslastung, also die Leistungsdauer der Kohlekraftwerke in ihren Annahmen drastisch erhöht und damit auch die produzierte Strommenge.

„Mit dieser Manipulation von Zahlen hebeln die Übertragungsnetzbetreiber die Energiewende doppelt aus: indem der Weg für mehr Kohlekraft frei und der Bevölkerung der Netzausbau madig gemacht wird. Diese Taschenspielertricks dürfen die Bundesnetzagentur und die Bundesregierung auf keinen Fall als Grundlage für die weitere Netzplanung akzeptieren“, forderte Weiger. Die Netzbetreiber müssten ihren Plan umgehend überarbeiten und die Strommengen den energiepolitischen Zielen der Bundesregierung anpassen.

Die derzeitige Netzplanung diene neben der besseren Auslastung von fossilen Kohlekraftwerken möglicherweise auch dem Ziel, neue Kohlekraftwerke bauen zu können, kritisierte der BUND. So lägen die Annahmen der Netzbetreiber zur künftigen Auslastung von Braunkohlekraftwerken mit 8000 Volllaststunden im Jahr 2022 nicht nur deutlich über dem heutigen Durchschnittswert sondern auch über dem, was technisch für die derzeit vorhandenen Kraftwerke leistbar sei.

Weiger: „Der Ausbau eines überdimensionierten Stromnetzes, um darin Strom aus Kohlekraftwerken besser transportieren zu können, wäre pures Gift für die Energiewende und das Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung. Die Energiewende ist nur dann erfolgreich, wenn alte zentrale und fossile Energieträger schnell an Marktanteilen verlieren. Nur dann findet der Ausbau der Netze auch die Akzeptanz der Bürger, ohne die die Energiewende nicht möglich ist.“

Klar sei, dass für die Integration der erneuerbaren Energien die Stromnetze in Deutschland um- und ausgebaut werden müssten. Allerdings dürfe es nicht vorschnell zur Festlegung auf mehrere Nord-Süd-Stromautobahnen kommen. Vorher müssten alle Möglichkeiten des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Süden des Landes geprüft und dann in den Entwicklungsplan einbezogen werden.

„Es darf nicht sein, dass jetzt der Neubau möglichst vieler Trassen forciert wird. Viele davon könnten sich schon in wenigen Jahren als Fehlplanung erweisen", so Weiger. Um seine Kritik und Änderungsvorschläge an dem Netzentwicklungsplan einzubringen, werde der BUND bis zum 10. Juli eine Stellungnahme im Konsultationsverfahren der Netzbetreiber einreichen.


Die BUND-Analyse „Kein Netzausbau für Kohlekraft“ finden Sie als pdf zum Download unter: www.bund.net/pdf/netzentwicklungsplan_analyse

Neue Stromtrassen: Anregungen und Einwände jetzt!

Entwurf der Übertragungsnetzbetreiber für den Netzentwicklungsplan 2012 - Auswertung und Übersicht der Projekte in Nordrhein-Westfalen

Am 30. Mai 2012 haben die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH, 50 Hertz Transmission GmbH, TenneT TSO GmbH und EnBW Transportnetz, den von ihnen entwickelten Entwurf eines Netzentwicklungsplans (im folgenden NEP-E) veröffentlicht und auf der gemeinsam betriebenen Internetseite www.netzentwicklungsplan.de zur Ansicht eingestellt. Bis zum 10. Juli 2012 führen die Übertragungsnetzbetreiber dazu eine sogenannte Konsultation durch, bei der jede/r Stellungnahmen entweder postalisch oder per Kontaktformular auf der Internetseite einreichen kann.

Für Nordrhein–Westfalen hat das Landesbüro der Naturschutzverbände NRW aus den Angaben des NEP-E (insbesondere „Anhang Startnetzmassnahmen“ und „Anhang Ergebnismassnahmen“) eine tabellarische Übersicht erstellt, in der alle Projekte benannt sind, die Nordrhein-Westfalen bereits betreffen oder zukünftig betreffen können. Die Übersicht enthält Hinweise, welche Kreise/ kreisfreien Städte betroffen sind - häufig ist die genaue Lage aber noch unklar! - und an welcher Stelle im NEP-E die Projektskizzen zu finden sind.

Das Landesbüro der Naturschutzverbände NRW wird für die anerkannten Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) eine gemeinsame Stellungnahme erarbeiten. Hierbei geht es insbesondere um Aspekte der Notwendigkeit/ Erforderlichkeit der aufgeführten Maßnahmen („Bedarf“), die Anforderungen an die Strategische Umweltprüfung für den NEP-E im Sinne einer Umweltrisikoeinschätzung und Alternativenprüfung.

3.800 Kilometer neue Stromtrassen sind nicht alternativlos

30.05.2012 - Der heute von den Netzbetreibern vorgestellte "Netzentwicklungsplan 2012" (NEP) ist nicht alternativlos. Der Ruf nach dem Neubau von 3.800 Kilometern neuer Stromautobahnen berücksichtigt nicht die künftigen Entwicklungen im deutschen Strommarkt. Diese hätten Auswirkungen auf den Netzbedarf und müssten deshalb in die Planungen einbezogen werden, so der BUND in einer aktuellen Stellungnahme.
Die Minderung des Stromverbrauchs und ein beschleunigter Ausbau der Windenergie im Süden Deutschlands könnten einen Großteil der geplanten Leitungen überflüssig machen. "Jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht oder die direkt vor Ort erzeugt wird, muss nicht quer durch Deutschland transportiert werden. Und das ist die Zukunft der Energieversorgung", sagte der BUND-Energieexperte Werner Neumann.
Der BUND forderte die Bundesnetzagentur auf, im Rahmen der vorgeschriebenen strategischen Umweltprüfung (SUP) sämtliche Alternativen zu den vorgeschlagenen Netzausbauvorhaben zu prüfen. Dabei müsse es darum gehen, die Auswirkungen neuer Stromtrassen auf Natur und Anwohner zu minimieren.
Wenn es Alternativen gibt, die den Ausbaubedarf verringern, dann müssen sie ebenfalls geprüft werden und im Zweifel Vorrang erhalten. Nicht eintreten darf, dass jetzt der Neubau möglichst vieler Trassen forciert wird. Viele davon könnten sich schon in wenigen Jahren als Fehlplanungen erweisen.

Der BUND-Experte lobte hingegen, dass im Netzentwicklungsplan ein wesentlicher Teil der neuen Leitungen als HGÜ-Gleichstromkabel (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) vorgesehen sei. Gleichstromkabel entlasteten die Anwohner von den negativen Auswirkungen elektromagnetischer Felder.

Stand der vordringlichen Stromtrassen gemäß Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG)

07.05.2012 - Die Bundesnetzagentur hat auf der Grundlage der quartalsweisen Berichte und ergänzenden Angaben der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) ein detailliertes EnLAG-Monitoring vorgenommen.

Der Stand der einzelnen Projekte und ihr ungefährer Verlauf lassen sich in der Deutschlandkarte "Stand der vordringlichen Stromtrassen gemäß Energieleitungsausbaugesetz" erkennen. Die Konzessionsgebiete der vier Höchstspannungsnetzbetreiber (TenneT, 50Hertz, Amprion und TransnetBW) sind farbig markiert.

Der Genehmigungs- und Realisierungsstand der Projekte des EnLAG sieht wie folgt aus:

  • Stand Mai 2012 sind mit 214 km knapp 12 % der derzeit 1.834 km EnLAG-Leitungen realisiert.
  • Von den 24 Projekten sind 2 bereits vollständig gebaut und in Betrieb genommen worden, bei 4 weiteren Projekten wurden bereits Teilabschnitte fertig gestellt. Für 2 der EnLAG-Projekte werden erst noch Machbarkeitsstudien erstellt. Für diese beiden liegen weder Planungs- noch Investitionsbudgetanträge vor. Die restlichen 16 Vorhaben befinden sich in unterschiedlichen Stufen der Genehmigungsverfahren.
  • Die ÜNB erwarten die Fertigstellung der ersten Hälfte der Leitungsvorhaben bis 2016 (963 km von 1834 km).

Erst Stromnetz optimieren, dann ausbauen

Februar 2012 - Mit dem großen Gesetzespaket zur Energiewende im Sommer 2011 hat die Bundesregierung auch die Stromnetzplanung neu geregelt. Bisher fand die Ermittlung des Ausbaubedarfs intransparent und mit fragwürdigen Grundannahmen basierend auf Studien der Deutschen Energieagentur statt. Der Bedarf wurde dann in das Energieleitungsausbaugesetz über­nommen und so einer gerichtlichen Überprüfung in konkreten Planungsverfahren entzogen. Eine übergeordnete Prüfung von Alternativen fand nicht statt. Dieses Verfahren führte dazu, dass viele Leitungsausbauvorhaben vor Ort keine Akzeptanz fanden und auf Protest stießen. Klar ist, dass für die Energiewende und die Netzintegration der erneuerbaren Energien die Stromnetze in Deutschland um- und ausgebaut werden müssen.

Entscheidend ist dabei jedoch, dass die Ermittlung des Ausbaubedarfs transparent und auf der Basis von nach­vollziehbaren Energieszenarien erfolgt, denen die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung zugrunde liegen. Der erste Schritt ist mit der Konsultation und Genehmigung von Energieszenarien durch die Bundesnetzagentur erfolgt. Diese Szenarien bilden eine akzeptable Grundlage für die Ermittlung des Netzausbaubedarfs, die bis Mitte des Jahres erfolgen soll. Allerdings ist es dabei dringend erforderlich, dass die Netzbetreiber der Aufforderung der Bundesnetzagentur nach mehreren "Sensi­tivitäts­analysen" nachkommen. Insbesondere muss es darum gehen, auch das Ziel der Bundesregierung, den Stromverbrauch bis 2020 um zehn Prozent zu reduzieren, als Basis für die Berechnungen der Netzbetreiber zu nehmen.

Der BUND hat sich im vergangenen Jahr erfolgreich für die Einführung der Strategischen Umweltprüfung bei der Stromnetzplanung eingesetzt. Jetzt ist dieses Instrument gesetzlich vorgeschrieben und muss parallel zur Aufstellung des Netzentwicklungsplans durch die Übertragungsnetzbetreiber von der Bundesnetzagentur durchgeführt werden. Am 27. und 28. Februar 202 beriet die Bundesnetzagentur darüber, wie die Strategische Umweltprüfung umgesetzt werden soll. Der BUND fordert, dass grundsätzlich Alternativen zu den Plänen der Netzbetreiber untersucht werden müssen. Auch die Auswirkungen einer Reduktion des Strom­verbrauchs, einer Senkung der Jahreshöchstlast und einer Regionalisierung der Stromerzeugung müssen geprüft werden.

Die Bundesnetzagentur muss über die Strategische Umweltprüfung dafür sorgen, dass das NOVA-Prinzip die zentrale Basis für die Netzausbauplanung wird. Dies bedeutet, dass Netzoptimierung und Netz­verstärkung Vorrang vor dem vor Ausbau der Stromnetze haben müssen.

Stellungnahme der Umweltverbände zur Strategischen Umweltprüfung vom 6.2.2012

BUND zum Szenariorahmen für den Netzentwicklungsplan

Stellungnahme zum Arbeitsentwurf des Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) vom 27. Mai 2011 und zum Entwurf des Energiewirtschaftsgesetzes EnWG vom 6. Juni 2011



  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
  • Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

26.11.2012 - Die Bundesnetzagentur hat den Netzentwicklungsplan Strom 2012 (NEP 2012) bestätigt und dem Bundeswirtschaftsministerium vorgelegt. Er dient als Grundlage für den Bundesbedarfsplan, der den Ausbaubedarf im Höchstspannungsnetz für die kommenden zehn Jahre feststellt. mehr

Startschuss für den NEP 2013

Am 30. November 2012 hat die Bundesnetzagentur den Szenariorahmen 2013 genehmigt. Auf dieser Basis beginnen die Übertragungsnetzbetreiber nun mit der Arbeit am Netzentwicklungsplan (NEP) 2013. mehr

Aktuelle BUND-Informationen aus NRW; Ausgabe 3/2012.

Schwerpunktthema : Streit um Netzausbau

Alle Pläne und Dokumente sowie Hinweise zum Konsultationsverfahren unter http://www.netzentwicklungsplan.de/
content/netzentwicklungsplan-2012

Die Übersichtskarten zum Startnetz und zu den Szenarien finden Sie hier als PDF-Datei (7.22 MB).

Fachgespräch am 25.01.2012 - Fachleute diskutierten über die gesundheitlichen Auswirkungen von Hochspannungsleitungen

 

Das NRW-Umweltministerium hat zu der Frage „Wie können Gesundheitsschutz und Vorsorge beim Ausbau des Stromnetzes in Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden?“ zu einem Fachgespräch am 25. Januar 2012 geladen. Fachleute aus den für den Netzausbau und den Immissionsschutz zuständigen NRW-Landesbehörden, Bundesbehörden und aus den Bereichen Forschung, Technik und Betrieb der Versorgungsnetze sowie aus verschiedenen Interessenverbänden und fachkundige Bürgerinnen und Bürger diskutierten die Herausforderungen beim Netzausbau. Ziel des Fachgesprächs war es, die unterschiedlichen Positionen deutlich zu machen und die Grundlagen für zukünftige Entscheidungen zum Netzausbau sowie für die anstehende Überarbeitung der rechtlichen Regelungen zu verbessern.

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