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Steinkohlenkraftwerk Herne

Evonik Steag plant seit dem Jahr 2006, das Steinkohlekraftwerk in Herne auszubauen: ein neuer Kraftwerksblock mit einer Leistung von 750 MW sollte mit einem jährlichen CO2-Ausstoß von 4,2 Millionen Tonnen den Klimawandel verstärken. Obwohl die Evonik das Projekt nach der Genehmigung erst einmal auf Eis gelegt hat, hält der BUND an seiner Klage gegen das Vorhaben fest. 

Das Vorhaben im Überblick

Standort: Herne

Investor: Evonik Steag

Investitionssumme: ca. 1,6 Mrd. Euro

Typ: Steinkohleverbrennung

Baubeginn: geplant 2008

geplante Fertigstellung: 2011

vorerst aufgegeben am: 30.1.2008

Leistung: 750 MW elektr.

Feuerungswärmeleistung: 1.750 MW th.

CO2-Ausstoß: 4,2 Mio. Tonnen pro Jahr

Kraftwerksstandort Herne; Foto: Steag

Nach Kostenexplosion: Kraftwerksplanung wird verschoben

Am 30. Januar 2008 verkündete Evonik Steag, die Kraftwerksplanung zu verschieben, da die Wirtschalftlichkeit des Projekts "derzeit nicht gegeben" sei. Grund dafür seien die Preissteigerung beim Bau von Anlagen von ursprünglich 980 Millionen Euro auf 1,6 Milliarden Euro und der Vorschlag der EU-Kommission, den Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten nach dem Jahr 2012 auch auf Neuanlagen auszuweiten. "Dessen ungeachtet wird Evonik die Möglichkeiten für den Bau weiter offen halten", so eine Sprecherin. Sollten sich die Bedingungen verbessern, wolle das Unternehmen kurzfristig den Bau beschließen.

 

BUND klagt gegen Steinkohlekraftwerk Herne

Der BUND hat im Februar 2008 beim Oberverwaltungsgericht NRW in Münster Klage gegen die immissionsschutzrechtliche Anlagengenehmigung für das Steinkohlenkraftwerk Herne 5 eingelegt.

Der BUND befürchtet, dass sich der Kraftwerksbauer alle Optionen offen halten will, das Projekt „mit der Genehmigung in der Tasche“ zu einem späteren Zeitpunkt doch noch „durch die Hintertür“ zu realisieren. Die Unwirksamkeit des immissionsschutzrechtlichen Vorbescheids soll daher im gerichtlichen Verfahren verbindlich geklärt werden.

Der am 14.12.2007 von der Bezirksregierung Arnsberg erlassene Vorbescheid würde nur unwirksam, wenn der Antragsteller nicht innerhalb von zwei Jahren nach Eintreten der Unanfechtbarkeit die Genehmigung beantragt.

 

AKTUELLES

  

Kohlekraftwerk Herne: Bundesverwaltungsgericht entscheidet

BUND legt Beschwerde ein

 

28.01.2010 - Der Rechtsstreit um das von der Evonik-Steag geplante Steinkohlenkraftwerk in Herne geht in die nächste Runde. Der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat jetzt beim Oberverwaltungsgericht Münster Beschwerde gegen die im Urteil vom 09.12.2009 ausgesprochene Nichtzulassung der Revision eingelegt. Sollte das OVG der Beschwerde nicht abhelfen, so landet der Fall damit automatisch beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. mehr

 

Klage gegen Evonik-Kohlekraftwerk Herne abgewiesen

BUND kündigt weiteren juristischen Widerstand an

09.12.2009 - Der 8. Senat des Oberverwaltungsgerichts Münster hat am Abend die Klage des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung des von Evonik geplanten Steinkohlekraftwerks Herne 5 aus formalen Gründen abgewiesen. Eine Revision wurde nicht zugelassen. Begründet wurde die Klageabweisung mit einer vermeintlich im Jahre 2006 acht Minuten zu spät bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereichten Einwendung des Umweltverbandes. Der Vorsitzende machte in der Verhandlung deutlich, dass ansonsten durchaus entscheidungserhebliche Kritikpunkte des BUND an der Kraftwerksgenehmigung hätten betrachtet werden müssen. Der BUND hält diese so genannte „Präklusion“ für europarechtswidrig und wird deshalb Beschwerde gegen die Nichzulassung der Revision einlegen. mehr

Klagen gegen Klimakiller in Herne

Oberverwaltungsgericht Münster verhandelt Klagen gegen Evonik-Kohlekraftwerk

Am kommenden Mittwoch verhandelt das Oberverwaltungsgericht Münster die Klagen des NRW-Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und zweier Privatpersonen gegen das von der Evonik Steag GmbH in Herne geplante Steinkohlekraftwerk. Mit den Klagen wird die Aufhebung der von der Bezirksregierung Arnsberg erteilten immissionsschutzrechtlichen Kraftwerksgenehmigung angestrebt.

[OVG Münster Aktenzeichen:8 D 10/08.AK, 8 D 6/08.AK, 8 D 12/08.AK; Termin: 09.12.2009, 10.00 Uhr Oberverwaltungsgericht Münster, Hauptgebäude, Sitzungssaal I] mehr

Klage gegen Evonik-Kohlekraftwerksplanung in Herne

BUND reicht Klagebegründung ein

31.03.2009 - Der Kampf gegen die Genehmigung neuer Kohlekraftwerke in NRW geht weiter: Nachdem die Klage gegen das von Trianel geplante Kohlekraftwerk in Lünen vom Oberverwaltungsgericht (OVG) bis zur Entscheidung des im dortigen Verfahren angerufenen Europäischen Gerichtshofs ausgesetzt wurde, hat der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt dem OVG die Begründung der Klage gegen das geplante Kohlekraftwerk in Herne vorgelegt. mehr

Kraftwerk Herne 5 / Evonik hält an Genehmigung fest

BUND-Befürchtung bestätigt: „Evonik hält sich Hintertürchen offen“

08.03.2008 - Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht sich in seiner Vermutung bestätigt, dass sich Evonik alle Optionen offen halten will, das Kraftwerksprojekt Herne 5 zu einem späteren Zeitpunkt doch noch „durch die Hintertür“ zu realisieren. Auf Antrag des BUND teilte Evonik dem Oberverwaltungsgericht (OVG) nun mit, dass „hinsichtlich der Realisierung des streitgegenständlichen Vorhabens …, wir die Realisierung lediglich verschoben und nicht endgültig aufgegeben haben.“

Der BUND hatte am 19. Februar 2008 beim Oberverwaltungsgericht Münster trotz des verkündeten Kraftwerksstopps Klage eingereicht und beantragt, den am 14.12.2007 von der Bezirksregierung Arnsberg erlassenen Vorbescheid aufzuheben. Jetzt forderte das OVG den BUND auf, eine Klagebegründung bis Ende April 2008 vorzulegen.

Die seitens Evonik verfolgte Strategie wertet der BUND als „vorsätzlich intransparent und verschleiernd“: Erst werde lauthals der Kraftwerksstopp verkündet, um dann später mit einer bestandskräftigen Genehmigung in der Tasche das Projekt doch noch zu realisieren. Insofern bekräftigte der BUND seine Ankündigung, die Rechtmäßigkeit der Kraftwerksgenehmigung „in aller Konsequenz“ gerichtlich überprüfen zu lassen.

Das Kraftwerk würde zu einer Erhöhung der jährlichen Kohlendioxid-Emissionen um netto etwa 3,7 Millionen Tonnen führen. Im Gegenzug für die Inbetriebnahme des 700 MW-Kraftwerkblocks war lediglich die Stilllegung einer Altanlage mit einer Leistung von 150 MW geplant worden. Dazu würde ein solches Steinkohlekraftwerk jährlich etwa 300 Tonnen gefährlicher Feinstaub-Partikel mit einem Giftcocktail aus Quecksilber, Blei, Arsen, Cadmium und anderen Schwermetallen ausstoße - und das inmitten einer der am dichtesten besiedelten und ohnehin schon durch andere Industrieanlagen und Kraftwerke höchst belasteten Regionen Europas und zudem in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet.

„Für die betroffene Region wäre das ein fataler Rückschlag in Sachen Klimaschutz und Lebensqualität“, so der BUND.

 

 

Oberverwaltungsgericht muss Kraftwerksstopp durch Evonik klären

BUND klagt gegen Steinkohlekraftwerk Herne

21.02.2008 - Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat jetzt beim Oberverwaltungsgericht NRW in Münster Klage gegen die immissionsschutzrechtliche Anlagengenehmigung für das Evonik/Steag-Steinkohlenkraftwerk Herne 5 eingelegt. „Zwar hatte Evonik am 30. Januar verkündet, alle Planungen zum Bau des Kraftwerks auf Eis zu legen. Unklar bleibt aber, ob dies nur ein Trick von Evonik ist, oder das Projekt endgültig gestorben ist“, sagt Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND. In enger Abstimmung mit den örtlichen BUND-Gruppen wurde deshalb beantragt, den am 14.12.2007 von der Bezirksregierung Arnsberg erlassenen Vorbescheid aufzuheben.

Der BUND befürchtet, dass sich der Kraftwerksbauer alle Optionen offen halten will, das Projekt „mit der Genehmigung in der Tasche“ zu einem späteren Zeitpunkt doch noch „durch die Hintertür“ zu realisieren. Die Unwirksamkeit des immissionsschutzrechtlichen Vorbescheids soll daher im gerichtlichen Verfahren verbindlich geklärt werden. Deshalb hält der BUND an der Klage fest und hat das OVG über seine anwaltliche Vertretung, die Rechtanwaltskanzlei Philipp-Gerlach & Teßmer aus Frankfurt, gebeten, die Evonik Steag GmbH aufzufordern, sich zu erklären, ob sie die Realisierung des Vorhabens endgültig aufgegeben hat.

Das neue Kraftwerk würde zu einer Erhöhung der jährlichen Kohlendioxid-Emissionen um etwa 3,7 Millionen Tonnen führen. Im Gegenzug für die Inbetriebnahme des 700 MW-Kraftwerkblocks war lediglich die Stilllegung einer Altanlage mit einer Leistung von 150 MW geplant worden. Dazu würde ein solches Steinkohlekraftwerk jährlich etwa 300 Tonnen gefährlicher Feinstaub-Partikel und einen Giftcocktail aus Quecksilber, Blei, Arsen, Cadmium und anderen Schwermetallen ausstoßen.

Der BUND appellierte deshalb an die Vorhabensträger, sämtliche Planungen offiziell zu stoppen und stattdessen in umweltfreundliche Alternativen zu investieren. Durch die Verteuerung von Kraftwerkskomponenten und die sich abzeichnenden Zusatzbelastungen durch den Erwerb von Emissionszertifikaten ab 2013 entfielen auch die letzten vermeintlichen ökonomischen Argumente für den Bau des Klimakillerkraftwerks.

 

 

Kraftwerksaus in Herne?

BUND hält an Widerstand fest

31.01.2008 - Nach der gestrigen Ankündigung der Evonik, die Planungen für das Herner Kraftwerksblock 5 auf Eis zu legen, ist keineswegs garantiert, dass das Projekt damit „gestorben“ ist. Der BUND-Landesverband wird daher in enger Abstimmung mit den örtlichen BUND-Aktiven an seiner Strategie festhalten, und weiter alle Vorbereitungen für eine Klage gegen den Vorbescheid treffen.

 

Dieser am 14.12.2007 von der Bezirksregierung Arnsberg erlassene Vorbescheid würde nur unwirksam, wenn der Antragsteller nicht innerhalb von zwei Jahren nach Eintreten der Unanfechtbarkeit die Genehmigung beantragt. Da Evonik betont, der Kraftwerksbau sei nur verschoben worden, gehen wir davon aus, dass sich der Konzern alle Optionen offen halten wird. Der BUND ist darauf jedenfalls vorbereitet, auch wenn es für das Vorhaben bislang „nur“ den Vorbescheid, nicht aber eine 1. Teilgenehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz gibt.

 

 

Allerdings wird die Realisierung des klimaschutzpolitisch ebenso unsinnigen wie für die lokale Bevölkerung schädlichen Kraftwerks immer unwahrscheinlicher. „Der kostenpflichtige Erwerb von Emissionsberechtigungen wird die CO2-intensive Energiequelle Kohle aus dem Markt verdrängen“, hatte Evonik-Vorstand Alfred Tacke erst vor kurzem auf einer Handelsblatt-Tagung in Berlin erklärt. „Ein CO2-Preis von über 60 Euro/t wird die Investitionen für den Bau eines Kohlekraftwerks verdoppeln und seinen Betrieb unwirtschaftlich machen“, sagte Tacke. Derzeit deutet alles darauf hin, dass ab 2013 die Emissionszertifikate für den Stromsektor komplett auktioniert werden, womit die besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerke nicht mehr rentabel betrieben werden könnten.

 

 

Für die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CCS-Technik) sieht Tacke ebenfalls keine Zukunft in Deutschland. In seinen Augen fehle die Akzeptanz in der Bevölkerung, die Kosten seien zu hoch. Zudem sei CCS keine nachhaltige Technik und deshalb nicht zukunftsfähig, argumentierte der Evonik-Vorstand.

 

 

Mit dieser Analyse stützt Tacke die Argumentation des BUND. Wir gehen davon aus, dass mit der gestrigen Entscheidung zumindest auch das Aus für das in Lünen geplante Evonik-Kraftwerk besiegelt wurde. Trotzdem sind mit den Kraftwerken in Datteln (E.On), Hamm (RWE) und Lünen (Trianel) noch drei weitere Klimakiller-Kraftwerke im östlichen Ruhrgebiet in Bau oder Planung, die es zu verhindern gilt. Offenbar scheinen die Vorstände von E.On, RWE und Trianel nicht so genau zu rechnen, denn es ist schon jetzt absehbar, dass sich auch diese Kraftwerke als Fehlinvestitionen erweisen werden.

 

 

 

 

 

Evonik legt Kohlekraftwerk auf Eis / Erfolg für Klimaschutzbewegung / Noch immer neun Kohlekraftwerke in NRW in Bau oder Planung

 

BUND begrüßt Kraftwerksstopp in Herne

30.01.2008 - Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die heute bekannt gewordene Ankündigung von Evonik, auf den Bau des geplanten 700 MW-Steinkohlekraftwerks Herne 5 zu verzichten. Damit würden der Atmosphäre langfristig Kohlendioxid-Emissionen von jährlich etwa 4,5 Millionen Tonnen erspart. Die 28 an dem Projekt beteiligten Kommunen forderte der BUND auf, die eingesparten Gelder in kommunale Klimaschutzprogramme, Stromspartechnologien und dezentrale Versorgungsstrukturen umzulenken.

Die Bezirksregierung Arnsberg hatte am 14.12.2007 den immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid für das Kraftwerk erteilt. Der BUND hatte daraufhin die notwendigen Schritte für eine Klage eingeleitet, die nun überflüssig geworden sein dürfte. Für die Umweltschützer ist das ein weiterer Erfolg der Anti-Kohlekraft-Bewegung: Nach Bremen, Köln, Querschied, Ensdorf und Bielefeld werde damit ein weiterer Klimakiller „beerdigt“.

Aber die Neubauwelle von neuen Kohlekraftwerken ist damit noch lange nicht gestoppt. Allein in NRW sind neun weitere Kohlekraftwerke in Bau oder Planung. Neben den in Bau befindlichen Kraftwerken in Neurath (RWE), Duisburg-Walsum (Evonik) und Datteln (E.On) seinen die Genehmigungsverfahren für Niederaußem und Hamm (RWE), sowie Krefeld und Lünen (Trianel) bereits weit fortgeschritten. Die von EnBW majorisierten Stadtwerke Düsseldorf hätten für das Frühjahr eine Investitionsentscheidung zum Bau eines 400 MW-Kraftwerks in Düsseldorf angekündigt. Dazu hatte Evonik ursprünglich den Bau eines weiteren Kraftwerkblocks in Lünen angekündigt. Bei einer Realisierung dieser Projekte würden alle Klimaschutzziele verfehlt und die Bevölkerung unverantwortlichen Risiken durch gesundheitsschädliche Feinstäube und andere Luftschadstoffe ausgesetzt, so die BUND-Kritik.

Der BUND appellierte deshalb an die Vorhabensträger, sämtliche Planungen zu stoppen und stattdessen in umweltfreundliche Alternativen zu investieren. Durch die Verteuerung von Kraftwerkskomponenten und die sich abzeichnenden Zusatzbelastungen durch den Erwerb von Emissionszertifikaten ab 2013 entfielen auch die letzten vermeintlichen ökonomischen Argumente für den Bau der Klimakillerkraftwerke.

Würden die Vorhabensträger trotzdem wider alle energie- und klimaschutzpolitische Vernunft an dem Bau neuer Kohlekraftwerke festhalten, müssten sie mit einer Klagewelle rechnen, so die Ankündigung des BUND. Die Umweltschützer klagen bereits gegen das E.On-Kraftwerk in Datteln und bereiten nach eigenen Angaben weitere Verfahren vor.

 

 

 

Beteiligung kommunaler Partner am neuen Kraftwerksblock Herne 5 steht

29.05.2008 - Nach Mitteilung der STEAG GmbH, Essen, wurden jetzt mit 28 kommunalen Energieversorgungsunternehmen Verträge über Beteiligungen am neuen Steinkohle-Kraftwerksblock Herne 5 und langfristige Stromlieferungen geschlossen. Mit den Verträgen werden 600 Megawatt (MW) der gesamten Nettoleistung von rund 700 MW des neuen Blocks abgedeckt. Mit der verbleibenden Nettoleistung will STEAG nach eigenen Angaben unter anderem die Versorgung der Fernwärmeschiene Ruhr sicherstellen.

 

 

 

Recklinghäuser Zeitung, Donnerstag, 15. März 2007

BUND prüft Klage gegen Kraftwerkausbau

Recklinghausen -  Der BUND und betroffene Bürger aus der Südstadt prüfen eine Klage gegen den umstrittenen Ausbau des STEAG-Kraftwerkes in Herne. Das erklärte gestern Abend die BUND-Kreisvorsitzende Claudia Baitinger bei einer Informationsveranstaltung.

Rund 40 interessierte Bürger waren erschienen, um sich im Gemeindehaus an der Madalenenstraße über den Ausbau des Kraftwerkes zu informieren. Die Initiatoren Manfred Wleklik, Walter Jeworutzki und Dieter Schäper präsentierten eine Vielzahl von Datenmaterial. Dieses ließ für das Trio nur einen Schluss zu: Die Bevölkerung im Süden von Recklinghausen muss durch den geplanten Block 5 des STEAG-Kraftwerkes mit erheblicher Mehrbelastung rechnen. Eine bereits gestartete Unterschriftenaktion gegen das Projekt soll fortgesetzt werden.


Außerdem wollen sich die Aktivisten in Düsseldorf, Berlin und Brüssel gegen den Ausbau des Kohlekraftwerkes einsetzen. Geprüft wird zudem die Möglichkeit einer Klage. "Als Bürger sind wir ganz klar ausgehebelt worden", kritisierte Claudia Baitinger. Sie monierte Formfehler im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für das Projekt. So seien die Bürger nicht in ausreichendem Maße informiert und einbezogen worden. Auf eine Veröffentlichung in den Amtlichen Bekanntmachungen der RZ habe die Bezirksregierung Arnsberg ebenso verzichtet, wie auf die Auslegung der Antragsunterlagen durch die Stadtverwaltung Recklinghausen.

 

 

15.02.2005

Und noch ein Kraftwerk in und um den Kreis Recklinghausen: Steag Herne

von Claudia Baitinger, BUND NRW e.V. 

"Wer jetzt noch nicht wach ist, der muss sich fragen, was denn eigentlich passieren muss, damit man den Ernst der Lage erkennt". Völlig unberührt von dieser aktuellen Aussage Klaus Töpfers, Ex-Chef des UN-Weltprogramms, zum jüngsten Klimabericht bauen die großen Energiekonzerne RWE, E.ON und Steag ein Kohlegroßkraftwerk nach dem anderen. Nur scheinbar werden damit alte Kraftwerke ersetzt und der Absatz heimischer Steinkohle gesichert, in Wirklichkeit wird in Deutschland eine noch nie dagewesene Aufrüstung von Fossiltechnologie gestartet, die jeglichem Klimaschutz Hohn spricht.

26 Mega-Kohlekraftwerke sind in Planung bzw. im Bau, für eines der größten umweltpolitischen Dinosaurier wurde in Datteln gerade grünes Licht gegeben und der erste Spatenstich gefeiert. Jeder neu gebaute Kühlturm wird zu einem Mahnmal menschlicher Dummheit und Ignoranz. Wenn über solche Kühltürme dann auch noch die gesamten Abgase eines solchen Mega-Kraftwerkes aus Schornstein-Ersparnisgründen in die Luft geblasen werden, ist das ein rein von ökonomischen Gesichtspunkten getragener Angriff auf die menschliche Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen.

Dieses Horrorszenarium wird sich auch bald in Herne einstellen. Inmitten eines der am dichtesten besiedelten und am höchsten belasteten Gebiete Europas soll das Steag-Kraftwerk um den mit 1750 MW thermische Leistung / 700 MW elektr. Leistung geplanten Block 5 erweitert werden - ein energie- und umweltpolitischer Offenbarungseid sondergleichen.

Offenbar ahnte man in Politik und Wirtschaft, dass dieser Kraftwerksbau nur noch schwer zu vermitteln ist, zumal auf der unzureichenden Grundlage eines fast 29 Jahre alten Bebauungsplans. Nur so ist zu erklären, dass das Genehmigungsverfahren in einer bisher in NRW einmaligen Nacht- und Nebelaktion an der Öffentlichkeit und betroffenen Bürgern vorbei durchgeboxt werden soll. Die Geheimhaltungsstrategie der Arnsberger Genehmigungsbehörde gipfelte Mitte Januar im nur spärlich besuchten Erörterungstermin: Obwohl von den BUND-Vertretern auf ihr schwerwiegendes Informationsversäumnis hingewiesen, behaupteten die Behörden-Vertreter wahrheitswidrig, dass die "ordnungsgemäß erfolgte Bekanntmachung" in allen im Untersuchungsgebiet liegenden Gemeinden in der örtlichen Tagespresse erfolgt sei und dass alle diese Bürger zeitnah und frühest möglich alle notwendigen Informationen erhalten hätten.

Das auf dem Steag-Gelände nur ca. 200 m von der Recklinghäuser Stadtgrenze geplante Vorhaben wird die hoch belastete Region mit weiteren Kohlelagern - übrigens pikanterweise im Bereich der vorgesehenen Emscher-Renaturierungsflächen - und einem 180 m hohen, 67 m breiten Kühlturm, über den auch sämtliche Abgase in Form feinster unkalkulierbar staubbelasteter Nebeltröpfchen (Aerosole) lungengängig abgeleitet werden sollen, weiter über die Maßen belasten. "Vorsorglich" fehlt in den Genehmigungsunterlagen die für solche Vorhaben zwingend vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung! Die Bezirksregierung verneint sogar die UVP-Relevanz, da die Belastungen, die vom Vorhaben insgesamt ausgehen, irrelevant seien.

 

 

 

Inzwischen erkundigen sich aufmerksame Umweltschützer deutschlandweit nach dem Bau des Herner Kraftwerks, denn die Steag versucht derzeit, das nötige "Kleingeld" für den Bau durch Verkauf von Stromoptionen "einzusammeln". Für uns hier in der Region würde das bedeuten: In Gütersloh und Augsburg beispielsweise flösse dann der "saubere" Herner Strom aus den Steckdosen, der Kraftwerksdreck bliebe hier -   das fiele nicht weiter ins Gewicht, weil die Belastungen in der Emscherregion sowieso so hoch sind. Man will uns wohl glauben machen, dass  die Menschen im Recklinghäuser Süden durch jahrhunderte lange Selektion eine Art Immunität gegen Umweltverschmutzung entwickelt haben.

08.03.2008 <//font><//font>  <//span><//span>

Kraftwerk Herne 5 / Evonik hält an Genehmigung fest

BUND-Befürchtung bestätigt: „Evonik hält sich Hintertürchen offen“

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht sich in seiner Vermutung bestätigt, dass sich Evonik alle Optionen offen halten will, das Kraftwerksprojekt Herne 5 zu einem späteren Zeitpunkt doch noch „durch die Hintertür“ zu realisieren. Auf Antrag des BUND teilte Evonik dem Oberverwaltungsgericht (OVG) nun mit, dass „hinsichtlich der Realisierung des streitgegenständlichen Vorhabens …, wir die Realisierung lediglich verschoben und nicht endgültig aufgegeben haben.“

Der BUND hatte am 19. Februar 2008 beim Oberverwaltungsgericht Münster trotz des verkündeten Kraftwerksstopps Klage eingereicht und beantragt, den am 14.12.2007 von der Bezirksregierung Arnsberg erlassenen Vorbescheid aufzuheben. Jetzt forderte das OVG den BUND auf, eine Klagebegründung bis Ende April 2008 vorzulegen.

Die seitens Evonik verfolgte Strategie wertet der BUND als „vorsätzlich intransparent und verschleiernd“: Erst werde lauthals der Kraftwerksstopp verkündet, um dann später mit einer bestandskräftigen Genehmigung in der Tasche das Projekt doch noch zu realisieren. Insofern bekräftigte der BUND seine Ankündigung, die Rechtmäßigkeit der Kraftwerksgenehmigung „in aller Konsequenz“ gerichtlich überprüfen zu lassen.

Das Kraftwerk würde zu einer Erhöhung der jährlichen Kohlendioxid-Emissionen um netto etwa 3,7 Millionen Tonnen führen. Im Gegenzug für die Inbetriebnahme des 700 MW-Kraftwerkblocks war lediglich die Stilllegung einer Altanlage mit einer Leistung von 150 MW geplant worden. Dazu würde ein solches Steinkohlekraftwerk jährlich etwa 300 Tonnen gefährlicher Feinstaub-Partikel mit einem Giftcocktail aus Quecksilber, Blei, Arsen, Cadmium und anderen Schwermetallen ausstoße - und das inmitten einer der am dichtesten besiedelten und ohnehin schon durch andere Industrieanlagen und Kraftwerke höchst belasteten Regionen Europas und zudem in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet.

„Für die betroffene Region wäre das ein fataler Rückschlag in Sachen Klimaschutz und Lebensqualität“, so der BUND.

 

 

21.02.2008<//font>  

Oberverwaltungsgericht muss Kraftwerksstopp durch Evonik klären

BUND klagt gegen Steinkohlekraftwerk Herne

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat jetzt beim Oberverwaltungsgericht NRW in Münster Klage gegen die immissionsschutzrechtliche Anlagengenehmigung für das Evonik/Steag-Steinkohlenkraftwerk Herne 5 eingelegt. „Zwar hatte Evonik am 30. Januar verkündet, alle Planungen zum Bau des Kraftwerks auf Eis zu legen. Unklar bleibt aber, ob dies nur ein Trick von Evonik ist, oder das Projekt endgültig gestorben ist“, sagt Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND. In enger Abstimmung mit den örtlichen BUND-Gruppen wurde deshalb beantragt, den am 14.12.2007 von der Bezirksregierung Arnsberg erlassenen Vorbescheid aufzuheben.

Der BUND befürchtet, dass sich der Kraftwerksbauer alle Optionen offen halten will, das Projekt „mit der Genehmigung in der Tasche“ zu einem späteren Zeitpunkt doch noch „durch die Hintertür“ zu realisieren. Die Unwirksamkeit des immissionsschutzrechtlichen Vorbescheids soll daher im gerichtlichen Verfahren verbindlich geklärt werden. Deshalb hält der BUND an der Klage fest und hat das OVG über seine anwaltliche Vertretung, die Rechtanwaltskanzlei Philipp-Gerlach & Teßmer aus Frankfurt, gebeten, die Evonik Steag GmbH aufzufordern, sich zu erklären, ob sie die Realisierung des Vorhabens endgültig aufgegeben hat.

Das neue Kraftwerk würde zu einer Erhöhung der jährlichen Kohlendioxid-Emissionen um etwa 3,7 Millionen Tonnen führen. Im Gegenzug für die Inbetriebnahme des 700 MW-Kraftwerkblocks war lediglich die Stilllegung einer Altanlage mit einer Leistung von 150 MW geplant worden. Dazu würde ein solches Steinkohlekraftwerk jährlich etwa 300 Tonnen gefährlicher Feinstaub-Partikel und einen Giftcocktail aus Quecksilber, Blei, Arsen, Cadmium und anderen Schwermetallen ausstoßen.

Der BUND appellierte deshalb an die Vorhabensträger, sämtliche Planungen offiziell zu stoppen und stattdessen in umweltfreundliche Alternativen zu investieren. Durch die Verteuerung von Kraftwerkskomponenten und die sich abzeichnenden Zusatzbelastungen durch den Erwerb von Emissionszertifikaten ab 2013 entfielen auch die letzten vermeintlichen ökonomischen Argumente für den Bau des Klimakillerkraftwerks.

 

 

31.01.2008 <//font>  

Kraftwerksaus in Herne? Evonik-Kraftwerk in Lünen gestorben?

BUND hält an Widerstand fest

nach der gestrigen Ankündigung der Evonik, die Planungen für das Herner Kraftwerksblock 5 auf Eis zu legen, ist keineswegs garantiert, dass das Projekt damit „gestorben“ ist. Der BUND-Landesverband wird daher in enger Abstimmung mit den örtlichen BUND-Aktiven an seiner Strategie festhalten, und weiter alle Vorbereitungen für eine Klage gegen den Vorbescheid treffen.<//span><//span>

 

Dieser am 14.12.2007 von der Bezirksregierung Arnsberg erlassene Vorbescheid würde nur unwirksam, wenn der Antragsteller nicht innerhalb von zwei Jahren nach Eintreten der Unanfechtbarkeit die Genehmigung beantragt. Da Evonik betont, der Kraftwerksbau sei nur verschoben worden, gehen wir davon aus, dass sich der Konzern alle Optionen offen halten wird. Der BUND ist darauf jedenfalls vorbereitet, auch wenn es für das Vorhaben bislang „nur“ den Vorbescheid, nicht aber eine 1. Teilgenehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz gibt.<//span><//span>

 

Allerdings wird die Realisierung des klimaschutzpolitisch ebenso unsinnigen wie für die lokale Bevölkerung schädlichen Kraftwerks immer unwahrscheinlicher. „<//span>Der kostenpflichtige Erwerb von Emissionsberechtigungen wird die CO2-intensive Energiequelle Kohle aus dem Markt verdrängen“, hatte Evonik-Vorstand Alfred Tacke erst vor kurzem auf einer Handelsblatt-Tagung in Berlin erklärt. „Ein CO2-Preis von über 60 Euro/t wird die Investitionen für den Bau eines Kohlekraftwerks verdoppeln und seinen Betrieb unwirtschaftlich machen“, sagte Tacke. Derzeit deutet alles darauf hin, dass ab 2013 die Emissionszertifikate für den Stromsektor komplett auktioniert werden, womit die besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerke nicht mehr rentabel betrieben werden könnten.<//span><//span>

 

Für die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CCS-Technik) sieht Tacke ebenfalls keine Zukunft in Deutschland. In seinen Augen fehle die Akzeptanz in der Bevölkerung, die Kosten seien zu hoch. Zudem sei CCS keine nachhaltige Technik und deshalb nicht zukunftsfähig, argumentierte der Evonik-Vorstand.<//span><//span>

 

Mit dieser Analyse stützt Tacke die Argumentation des BUND. Wir gehen davon aus, dass mit der gestrigen Entscheidung zumindest auch das Aus für das in Lünen geplante Evonik-Kraftwerk besiegelt wurde. Trotzdem sind mit den Kraftwerken in Datteln (E.On), Hamm (RWE) und Lünen (Trianel) noch drei weitere Klimakiller-Kraftwerke im östlichen Ruhrgebiet in Bau oder Planung, die es zu verhindern gilt. Offenbar scheinen die Vorstände von E.On, RWE und Trianel nicht so genau zu rechnen, denn es ist schon jetzt absehbar, dass sich auch diese Kraftwerke als Fehlinvestitionen erweisen werden. <//span><//span>

 

 

30.01.2008 <//font><//font>  

Evonik legt Kohlekraftwerk auf Eis / Erfolg für Klimaschutzbewegung / Noch immer neun Kohlekraftwerke in NRW in Bau oder Planung

BUND begrüßt Kraftwerksstopp in Herne

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die heute bekannt gewordene Ankündigung von Evonik, auf den Bau des geplanten 700 MW-Steinkohlekraftwerks Herne 5 zu verzichten. Damit würden der Atmosphäre langfristig Kohlendioxid-Emissionen von jährlich etwa 4,5 Millionen Tonnen erspart. Die 28 an dem Projekt beteiligten Kommunen forderte der BUND auf, die eingesparten Gelder in kommunale Klimaschutzprogramme, Stromspartechnologien und dezentrale Versorgungsstrukturen umzulenken.

Die Bezirksregierung Arnsberg hatte am 14.12.2007 den immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid für das Kraftwerk erteilt. Der BUND hatte daraufhin die notwendigen Schritte für eine Klage eingeleitet, die nun überflüssig geworden sein dürfte. Für die Umweltschützer ist das ein weiterer Erfolg der Anti-Kohlekraft-Bewegung: Nach Bremen, Köln, Querschied, Ensdorf und Bielefeld werde damit ein weiterer Klimakiller „beerdigt“.

Aber die Neubauwelle von neuen Kohlekraftwerken ist damit noch lange nicht gestoppt. Allein in NRW sind neun weitere Kohlekraftwerke in Bau oder Planung. Neben den in Bau befindlichen Kraftwerken in Neurath (RWE), Duisburg-Walsum (Evonik) und Datteln (E.On) seinen die Genehmigungsverfahren für Niederaußem und Hamm (RWE), sowie Krefeld und Lünen (Trianel) bereits weit fortgeschritten. Die von EnBW majorisierten Stadtwerke Düsseldorf hätten für das Frühjahr eine Investitionsentscheidung zum Bau eines 400 MW-Kraftwerks in Düsseldorf angekündigt. Dazu hatte Evonik ursprünglich den Bau eines weiteren Kraftwerkblocks in Lünen angekündigt. Bei einer Realisierung dieser Projekte würden alle Klimaschutzziele verfehlt und die Bevölkerung unverantwortlichen Risiken durch gesundheitsschädliche Feinstäube und andere Luftschadstoffe ausgesetzt, so die BUND-Kritik.

Der BUND appellierte deshalb an die Vorhabensträger, sämtliche Planungen zu stoppen und stattdessen in umweltfreundliche Alternativen zu investieren. Durch die Verteuerung von Kraftwerkskomponenten und die sich abzeichnenden Zusatzbelastungen durch den Erwerb von Emissionszertifikaten ab 2013 entfielen auch die letzten vermeintlichen ökonomischen Argumente für den Bau der Klimakillerkraftwerke.

Würden die Vorhabensträger trotzdem wider alle energie- und klimaschutzpolitische Vernunft an dem Bau neuer Kohlekraftwerke festhalten, müssten sie mit einer Klagewelle rechnen, so die Ankündigung des BUND. Die Umweltschützer klagen bereits gegen das E.On-Kraftwerk in Datteln und bereiten nach eigenen Angaben weitere Verfahren vor.

 

 

 

29. Mai 2007

Beteiligung kommunaler Partner am neuen Kraftwerksblock Herne 5 steht

Nach Mitteilung der STEAG GmbH, Essen, wurden jetzt mit 28 kommunalen Energieversorgungsunternehmen Verträge über Beteiligungen am neuen Steinkohle-Kraftwerksblock Herne 5 und langfristige Stromlieferungen geschlossen. Mit den Verträgen werden 600 Megawatt (MW) der gesamten Nettoleistung von rund 700 MW des neuen Blocks abgedeckt. Mit der verbleibenden Nettoleistung will STEAG nach eigenen Angaben unter anderem die Versorgung der Fernwärmeschiene Ruhr sicherstellen.

 

 

 

Recklinghäuser Zeitung, Donnerstag, 15. März 2007

BUND prüft Klage gegen Kraftwerkausbau

Recklinghausen -  Der BUND und betroffene Bürger aus der Südstadt prüfen eine Klage gegen den umstrittenen Ausbau des STEAG-Kraftwerkes in Herne. Das erklärte gestern Abend die BUND-Kreisvorsitzende Claudia Baitinger bei einer Informationsveranstaltung.

Rund 40 interessierte Bürger waren erschienen, um sich im Gemeindehaus an der Madalenenstraße über den Ausbau des Kraftwerkes zu informieren. Die Initiatoren Manfred Wleklik, Walter Jeworutzki und Dieter Schäper präsentierten eine Vielzahl von Datenmaterial. Dieses ließ für das Trio nur einen Schluss zu: Die Bevölkerung im Süden von Recklinghausen muss durch den geplanten Block 5 des STEAG-Kraftwerkes mit erheblicher Mehrbelastung rechnen. Eine bereits gestartete Unterschriftenaktion gegen das Projekt soll fortgesetzt werden.


Außerdem wollen sich die Aktivisten in Düsseldorf, Berlin und Brüssel gegen den Ausbau des Kohlekraftwerkes einsetzen. Geprüft wird zudem die Möglichkeit einer Klage. "Als Bürger sind wir ganz klar ausgehebelt worden", kritisierte Claudia Baitinger. Sie monierte Formfehler im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für das Projekt. So seien die Bürger nicht in ausreichendem Maße informiert und einbezogen worden. Auf eine Veröffentlichung in den Amtlichen Bekanntmachungen der RZ habe die Bezirksregierung Arnsberg ebenso verzichtet, wie auf die Auslegung der Antragsunterlagen durch die Stadtverwaltung Recklinghausen.

 

15.02.2005

Und noch ein Kraftwerk in und um den Kreis Recklinghausen: Steag Herne

von Claudia Baitinger, BUND NRW e.V. 

"Wer jetzt noch nicht wach ist, der muss sich fragen, was denn eigentlich passieren muss, damit man den Ernst der Lage erkennt". Völlig unberührt von dieser aktuellen Aussage Klaus Töpfers, Ex-Chef des UN-Weltprogramms, zum jüngsten Klimabericht bauen die großen Energiekonzerne RWE, E.ON und Steag ein Kohlegroßkraftwerk nach dem anderen. Nur scheinbar werden damit alte Kraftwerke ersetzt und der Absatz heimischer Steinkohle gesichert, in Wirklichkeit wird in Deutschland eine noch nie dagewesene Aufrüstung von Fossiltechnologie gestartet, die jeglichem Klimaschutz Hohn spricht.

26 Mega-Kohlekraftwerke sind in Planung bzw. im Bau, für eines der größten umweltpolitischen Dinosaurier wurde in Datteln gerade grünes Licht gegeben und der erste Spatenstich gefeiert. Jeder neu gebaute Kühlturm wird zu einem Mahnmal menschlicher Dummheit und Ignoranz. Wenn über solche Kühltürme dann auch noch die gesamten Abgase eines solchen Mega-Kraftwerkes aus Schornstein-Ersparnisgründen in die Luft geblasen werden, ist das ein rein von ökonomischen Gesichtspunkten getragener Angriff auf die menschliche Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen.

Dieses Horrorszenarium wird sich auch bald in Herne einstellen. Inmitten eines der am dichtesten besiedelten und am höchsten belasteten Gebiete Europas soll das Steag-Kraftwerk um den mit 1750 MW thermische Leistung / 700 MW elektr. Leistung geplanten Block 5 erweitert werden - ein energie- und umweltpolitischer Offenbarungseid sondergleichen.

Offenbar ahnte man in Politik und Wirtschaft, dass dieser Kraftwerksbau nur noch schwer zu vermitteln ist, zumal auf der unzureichenden Grundlage eines fast 29 Jahre alten Bebauungsplans. Nur so ist zu erklären, dass das Genehmigungsverfahren in einer bisher in NRW einmaligen Nacht- und Nebelaktion an der Öffentlichkeit und betroffenen Bürgern vorbei durchgeboxt werden soll. Die Geheimhaltungsstrategie der Arnsberger Genehmigungsbehörde gipfelte Mitte Januar im nur spärlich besuchten Erörterungstermin: Obwohl von den BUND-Vertretern auf ihr schwerwiegendes Informationsversäumnis hingewiesen, behaupteten die Behörden-Vertreter wahrheitswidrig, dass die "ordnungsgemäß erfolgte Bekanntmachung" in allen im Untersuchungsgebiet liegenden Gemeinden in der örtlichen Tagespresse erfolgt sei und dass alle diese Bürger zeitnah und frühest möglich alle notwendigen Informationen erhalten hätten.

Das auf dem Steag-Gelände nur ca. 200 m von der Recklinghäuser Stadtgrenze geplante Vorhaben wird die hoch belastete Region mit weiteren Kohlelagern - übrigens pikanterweise im Bereich der vorgesehenen Emscher-Renaturierungsflächen - und einem 180 m hohen, 67 m breiten Kühlturm, über den auch sämtliche Abgase in Form feinster unkalkulierbar staubbelasteter Nebeltröpfchen (Aerosole) lungengängig abgeleitet werden sollen, weiter über die Maßen belasten. "Vorsorglich" fehlt in den Genehmigungsunterlagen die für solche Vorhaben zwingend vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung! Die Bezirksregierung verneint sogar die UVP-Relevanz, da die Belastungen, die vom Vorhaben insgesamt ausgehen, irrelevant seien.

 

Inzwischen erkundigen sich aufmerksame Umweltschützer deutschlandweit nach dem Bau des Herner Kraftwerks, denn die Steag versucht derzeit, das nötige "Kleingeld" für den Bau durch Verkauf von Stromoptionen "einzusammeln". Für uns hier in der Region würde das bedeuten: In Gütersloh und Augsburg beispielsweise flösse dann der "saubere" Herner Strom aus den Steckdosen, der Kraftwerksdreck bliebe hier -   das fiele nicht weiter ins Gewicht, weil die Belastungen in der Emscherregion sowieso so hoch sind. Man will uns wohl glauben machen, dass  die Menschen im Recklinghäuser Süden durch jahrhunderte lange Selektion eine Art Immunität gegen Umweltverschmutzung entwickelt haben.



Materialien

 

 

BUND klagt gegen Steinkohlekraftwerk Herne

21.02.2008 - Der BUND hat jetzt beim Oberverwaltungsgericht NRW in Münster Klage gegen die immissionsschutzrechtliche Anlagengenehmigung für das Evonik/Steag-Steinkohlenkraftwerk Herne 5 eingelegt. Zwar hatte Evonik am 30. Januar verkündet, alle Planungen zum Bau des Kraftwerks auf Eis zu legen. Unklar bleibe aber, ob dies nur ein Trick von Evonik ist, oder das Projekt endgültig gestorben ist. mehr

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