In der Studie „Energiewirtschaftliche, strukturelle und industriepolitische Analyse der Nachrüstung von Kohlekraftwerken mit einer CO2-Rückhaltung in NRW“ setzen sich die Wuppertaler Forscher mit verschiedenen CCS-Strategien auseinander. Als ein Ergebnis wird festgehalten, dass, ausgehend von der Klimaschutzstrategie der Landesregierung, die als zentralen Baustein den Neubau von Kohlekraftwerken vorsieht, eine 80-90%ige CO2-Reduktion bis 2050 nur durch einen umfassenden Einsatz von CCS erreichbar sein würde. Dies würde auch die CCS-Nachrüstung aller Kraftwerke voraussetzen. Zwischen 2020 und 2028 müssten danach Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 30 GW nachgerüstet werden! Zum Transport des abgeschiedenen Kohlendioxids in die potenziell zur Verfügung stehenden Speichergebiete im Norden müssten gemäß der Studie Pipeline-Kapazitäten zwischen 1.000 und 7.000 Kilometern aufgebaut werden!
Das Wuppertal Institut zeigt aber auch alternative Lösungsmöglichkeiten auf. Gemäß der auf NRW herunter gebrochenen „Leitstudie 2008“ des BMU könnten die erforderliche Reduktion der CO2-Emissionen mittels Energieeinsparung, erneuerbarer Energien und effizienter Energieerzeugung erbracht werden. Dazu müssten allerdings bis 2020 12 GW an fossilen Altkraftwerken stillgelegt und 12 GW erneuert werden. Maximal 3-4 GW seien als Kohlekraftwerke zu tolerieren; 8-9 GW müssten auf Gasbasis betrieben werden. Durch die in Planung befindlichen Kraftwerke von 11,3 GW sei die insgesamt zulässige Leistung weitgehend ausgeschöpft, wobei sich darunter allerdings nur 0,4 GW auf Erdgasbasis befinden würden. Das Wuppertal Institut leitet daraus ab, dass zum einen die Umsetzung des Leitszenarios 2008 in NRW schon aus strukturellen Gründen scheitern wird und zum anderen die notwendigen Beiträge zur CO2-Reduktion aus anderen Sektoren erbracht werden müssten.
Auftragsgemäß klammert die Studie sowohl die Kosten der CCS-Technologie als auch die Risiken von Transport und Endlagerung aus.
Weitere Projektinformationen:
Energiewirtschaftliche, strukturelle und industriepolitische Analyse der Nachrüstung von Kohlekraftwerken mit einer CO2-Rückhaltung
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