Tagung: "Das Braunkohlenrevier nach der Braunkohle - Stand und Perspektiven"

Auerbachhaus, Grevenbroich, 10. Dezember 2011

„Das Braunkohlerevier nach der Braunkohle – Stand und Perspektiven“ war der Titel einer Fachtagung am 10. Dezember in Grevenbroich. Auf Einladung des NRW-Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) diskutieren mehr als 50 Experten aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft und Energiewirtschaft die energiewirtschaftliche Zukunft des Rheinischen Reviers. 

 

Die Region im Städtedreieck zwischen Aachen, Köln und Düsseldorf wird seit mehr als einem Jahrhundert durch die Braunkohlengewinnung und –nutzung geprägt. Noch immer leistet die Braunkohle einen erheblichen Beitrag zur Stromerzeugung und ist ein wichtiger regionaler Wirtschaftsfaktor. Gleichzeitig ist die Braunkohle aber auch der Klimasünder Nummer 1: Mehr als ein Viertel der nordrhein-westfälischen Treibhausgasemissionen gehen auf ihr Konto. 

 

Nach dem Willen der Landesregierung soll auch die Braunkohle zukünftig ihren Beitrag zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen des Landes leisten. Laut Koalitionsvertrag soll der Ausstoß von Kohlendioxid im Rheinischen Braunkohlenrevier bis 2050 um 80 bis 95 Prozent reduziert und das Gebiet zu einer „Innovationsregion" umgewandelt werden. Neue Tagebaue sollen nicht genehmigt werden. Im Landtag wird derzeit das NRW-Klimaschutzgesetz beraten, dass verbindliche CO2-Reduktionsziele vorsieht. Damit scheint das Ende der Braunkohle eingeleitet.

 

 

Im Frühjahr 2011 fiel mit der Konstituierung des Beirats für die Innovationsregion Rheinisches Revier der offizielle Startschuss für die neue strukturpolitische Initiative der Landesregierung. Im November tagte die gemeinsame Arbeitsgruppe der Regionalräte Düsseldorf und Köln zur Begleitung des Prozesses. Auch der BUND ist in den Arbeitsgruppen vertreten. Erste Entwicklungsschwerpunkte und Leitlinien wurden diskutiert. Bis 2015 soll ein tragfähiges Konzept für den Strukturwandel im Rheinischen Braunkohlenrevier erarbeitet werden.

 

 

Die vom BUND in Kooperation mit der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) veranstaltete Tagung beleuchtet den aktuellen Stand der Entwicklung und die Perspektiven für die Region. Der Fokus der Diskussion mit ausgewählten Vertretern aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft und Energiewirtschaft liegt dabei auf der energiewirtschaftlichen Zukunft der Region. „Wir haben hochkarätige Referenten gewinnen können“, sagte Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND. „Die Tagung ist auch Ausdruck einer neuen Gesprächskultur zwischen den Akteuren. Die Zeit der Grabenkämpfe zwischen RWE und BUND muss der Vergangenheit angehören.“

 

 

Nach Ansicht des BUND ist die Region allerdings noch weit von einer zukunftsfähigen Ausrichtung entfernt. RWE komme dabei eine Schlüsselrolle zu. Anstatt neue Braunkohlenkraftwerke zu planen und einen weitere Rahmenbetriebsplanzulassung für den Tagebau Hambach zu beantragen, müsse endlich die Wende hin zu einer umweltverträglichen Energieversorgung eingeleitet werden.

 

Medienberichterstattung (Auszug)

Grevenbroich

Expertenrunde zum Tagebau

VON RUDOLF BARNHOLT - zuletzt aktualisiert: 12.12.2011 

Grevenbroich (NGZ). Umweltschutz-Experten und Fachleute aus dem Energiesektor haben sich im Auerbach-Haus zu einer Fachtagung getroffen. Dabei ging es um den Tagebau und die Forderung nach einer umweltverträglicheren Energieversorgung.

Ist die Braunkohlegewinnung in der Region in absehbarer Zeit Geschichte? Das wurde jetzt bei einer Fachtagung des Landesverbandes des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Auerbach-Haus erläutert. Für Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND, ist diese Tagung auch Ausdruck einer neuen Gesprächskultur zwischen den Akteuren.

Ganz in diesem Sinne war auch ein Vertreter von RWE power dabei. Jansen lobte zwar die neue Offenheit, vermisste aber klare Bekenntnisse zu einer umweltverträglichen Energieversorgung. "Das Braunkohlerevier nach der Braunkohle", lautete das etwas provokante Thema der Fachtagung.

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Einführung: Das Rheinische Braunkohlenrevier - Stand und Perspektiven

Dirk Jansen, Geschäftsleiter BUND NRW e.V.

 

Der einführende Vortrag schildert die energie- und klimaschutzpolitische Ausgangssituation im Städtedreieck Aachen, Köln, Düsseldorf und skizziert strukturpolitische Handlungsfelder.

 

Der Vortrag als Download

Die Innovationsregion Rheinisches Revier

Dr. Heinz Baues, Abteilungsleiter im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Der Referent erläutert die Klimaschutzziele der Landesregierung, leitet die sich daraus ergebenden Handlungsnotwendigkeiten ab und stellt die Innovationsregion Rheinisches Revier vor.

 

Der Vortrag als Download

Handlungsoptionen auf dem Weg zu einer CO2-freien Region

Prof. Dr. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie GmbH

 

Ausgehend von den Erwartungen an die Energieversorgung der Zukunft spannt der Vortrag den Rahmen von den aktuellen Energieszenarien bis zu den Handlungsoptionen für eine klimaneutrale Region.  

 

Der Vortrag als Download

Die Zukunft des Rheinischen Braunkohlenreviers

Dr. Markus Kosma, Leiter Tagebauplanung und Umweltschutz RWE Power AG

 

Der Vortrag beleuchtet die mögliche Zukunft des Reviers aus Sicht des Energieversorgers. Neue Kohlekraftwerke und das Festhalten an der Braunkohle seien unverzichtbar und würden die Region noch lange prägen.

 

Der Vortrag als Download

 

Nachhaltige Perspektiven für das Braunkohlenrevier

Oliver Krischer, MdB, Mitglied im Beirat der Innovationsregion Rheinisches Revier

 

 

Das Braunkohlenrevier soll bis 2050 zu einer nahezu klimaneutralen Region umstrukturiert werden. Welche Handlungsfelder für zukunftsfähiges Wirtschaften gibt es? Welche Fehlentwicklungen müssen vermieden werden?

 

Der Vortrag als Download



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Die Voträge der Tagung

Einführung: Das Rheinische Braunkohlenrevier - Stand und Perspektiven; Dirk Jansen, Geschäftsleiter BUND NRW e.V.

 

Die Innovationsregion Rheinisches Revier; Dr. Heinz Baues, Abteilungsleiter im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Handlungsoptionen auf dem Weg zu einer CO2-freien Region; Prof. Dr. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie GmbH

 

Die Zukunft des Rheinischen Braunkohlenreviers; Dr. Markus Kosma, Leiter Tagebauplanung und Umweltschutz RWE Power AG

 

 

Nachhaltige Perspektiven für das Braunkohlenrevier; Oliver Krischer, MdB, Mitglied im Beirat der Innovationsregion Rheinisches Revier

Weiterführende Materialien

  • Arbeitsbericht IRR - Sachstand und Ausblick: Der Weg zum Innovationsprogramm, Herbst 2011

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Empfehlenswerte Websites:

www.rheinisches-revier.de

 

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