Sie befinden sich hier:

BUND begrüßt Kraftwerksstopp in Herne

Düsseldorf, 30.01.2008 Evonik legt Kohlekraftwerk auf Eis / Erfolg für Klimaschutzbewegung / Noch immer neun Kohlekraftwerke in NRW in Bau oder Planung

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die heute bekannt gewordene Ankündigung von Evonik, auf den Bau des geplanten 700 MW-Steinkohlekraftwerks Herne 5 zu verzichten. Damit würden der Atmosphäre langfristig Kohlendioxid-Emissionen von jährlich etwa 4,5 Millionen Tonnen erspart. Die 28 an dem Projekt beteiligten Kommunen forderte der BUND auf, die eingesparten Gelder in kommunale Klimaschutzprogramme, Stromspartechnologien und dezentrale Versorgungsstrukturen umzulenken.

Die Bezirksregierung Arnsberg hatte am 14.12.2007 den immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid für das Kraftwerk erteilt. Der BUND hatte daraufhin die notwendigen Schritte für eine Klage eingeleitet, die nun überflüssig geworden sein dürfte. Für die Umweltschützer ist das ein weiterer Erfolg der Anti-Kohlekraft-Bewegung: Nach Bremen, Köln, Querschied, Ensdorf und Bielefeld werde damit ein weiterer Klimakiller „beerdigt“.

Aber die Neubauwelle von neuen Kohlekraftwerken ist damit noch lange nicht gestoppt. Allein in NRW sind neun weitere Kohlekraftwerke in Bau oder Planung. Neben den in Bau befindlichen Kraftwerken in Neurath (RWE), Duisburg-Walsum (Evonik) und Datteln (E.On) seinen die Genehmigungsverfahren für Niederaußem und Hamm (RWE), sowie Krefeld und Lünen (Trianel) bereits weit fortgeschritten. Die von EnBW majorisierten Stadtwerke Düsseldorf hätten für das Frühjahr eine Investitionsentscheidung zum Bau eines 400 MW-Kraftwerks in Düsseldorf angekündigt. Dazu hatte Evonik ursprünglich den Bau eines weiteren Kraftwerkblocks in Lünen angekündigt. Bei einer Realisierung dieser Projekte würden alle Klimaschutzziele verfehlt und die Bevölkerung unverantwortlichen Risiken durch gesundheitsschädliche Feinstäube und andere Luftschadstoffe ausgesetzt, so die BUND-Kritik.

Der BUND appellierte deshalb an die Vorhabensträger, sämtliche Planungen zu stoppen und stattdessen in umweltfreundliche Alternativen zu investieren. Durch die Verteuerung von Kraftwerkskomponenten und die sich abzeichnenden Zusatzbelastungen durch den Erwerb von Emissionszertifikaten ab 2013 entfielen auch die letzten vermeintlichen ökonomischen Argumente für den Bau der Klimakillerkraftwerke.

Würden die Vorhabensträger trotzdem wider alle energie- und klimaschutzpolitische Vernunft an dem Bau neuer Kohlekraftwerke festhalten, müssten sie mit einer Klagewelle rechnen, so die Ankündigung des BUND. Die Umweltschützer klagen bereits gegen das E.On-Kraftwerk in Datteln und bereiten nach eigenen Angaben weitere Verfahren vor.

Mehr Infos hier



Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Vortrag von Dirk Jansen (BUND), Wesel, 31.01.2012

 

Der Vortrag als Download

Noch bis zum 12. Januar 2012! Machen Sie mit!

Energiesparen schützt das Klima und schont die Haushaltskasse. Mit ihren persönlichen Erfolgen im Kampf gegen die Energieverschwendung können Sie jetzt Deutschland aufs Siegertreppchen verhelfen. Treten Sie im deutschen Nationalteam im europäischen "Energiesparcup" an! Jeder Sparwillige mehr und jede Kilowattstunde weniger zählen.

Gasrausch in NRW - die Claims sind schon abgesteckt. Doch die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen ist nicht risikolos.

Info Flyer, November 2010

Ökologisches Feigenblatt CCS

Der BUNDhintergrund Ökologisches Feigenblatt CCS - CO2-Abscheidung ist kein Beitrag zum Klimaschutz (2. Auflage Juni 2009) beschäftigt sich mit der Frage, ob Carbon Capture und Storage ein Muss für den Klimaschutz ist.

Radioaktivität aus Kohlekraftwerken

Weltweit gelten Braun- und Steinkohlekraftwerke neben Atomkraftwerken als die größte Quelle radioaktiver Kontamination der Umwelt. Der BUND hat einige Argumente in einem BUNDhintergrund „Radioaktivität aus Kohlekraftwerken“ zusammengefasst.

Suche

Metanavigation: