Pläne für niederländisches AKW auf Eis gelegt
23.01.2012 - Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus NRW haben bis zum 12. Januar die Gelegenheit zur Stellungnahme genutzt, und haben gegen die Pläne Einwendungen erhoben. Mit Erfolg. Der Bau des AKW wurde nun verschoben. Vorhabensträger Delta verwies zur Begründung nach Medienberichten auf eine Verschlechterung des Investitionsklimas durch die Finanzkrise, auf Überkapazitäten in der Energieproduktion und damit niedrige Preise sowie auf Ungewissheiten beim Emissionshandel: "Diese Unsicherheiten sind zurzeit zu groß für ein Projekt dieses Ausmaßes", hieß es. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert eine Sprecherin mit der Aussage, dass das neue AKW zwischen fünf und sieben Milliarden Euro gekostet hätte. Im Gespräch war auch eine mögliche Beteiligung der RWE. Jetzt besteht große Hoffnung, dass das Projekt endgültig ad acta gelegt wird.
NRW-Bürgerinnen und Bürger können zu den Planungen eines neuen Kernkraftwerks in den Niederlanden Stellung nehmen
Im niederländischen Borssele - 215 Kilometer Luftlinie von Düsseldorf entfernt - soll ein neues Atomkraftwerk gebaut werden. Um den genauen Standort festzulegen, wird im Vorfeld eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Im Rahmen dieser Prüfung wird ein Grundlagenpapier ausgelegt, zu dem auch jeder Bürger und jede Bürgerin in Nordrhein-Westfalen bis zum 12. Januar 2012 Stellung nehmen kann.
Das Grundlagenpapiere für dieses Projekt können auf der Homepage des NRW-Umweltministeriums heruntergeladen werden. hier geladen werden.
Jedermann kann mündlich oder schriftlich Stellungnahmen zum Grundlagenpapier abgeben bzw. Einwendungen dagegen erheben. Die Frist dafür endet am Donnerstag, den 12. Januar 2012.
Das Grundlagenpapier geht ausschließlich auf die Untersuchung ein, die zur Begründung der Standortwahl durch die staatliche Verwaltung durchzuführen ist. Stellungnahmen bzw. Einwendungen, die in einer früheren Phase im Zuge der Auslegung der Grundlagenpapiere der Delta BV bzw. der ERH zur Realisierung eines AKW erhoben worden sind, müssen nicht erneut vorgebracht werden.
Schriftliche Stellungnahmen bzw. Einwendungen sind an folgende Adresse zu schicken:
Bureau Energieprojecten
Inspraakpunt Tweede kerncentrale Borssele
Postbus 223
NL - 2250 AE Voorschoten
Mündliche Stellungnahmen können unter folgender Nummer des niederländischen Bureau Energieprojecten abgeben werden:
Tel.: +31 (0)70 379 89 79.
Per E-Mail vorgebrachte Stellungnahmen bzw. Einwendungen werden in diesem Verfahren nicht berücksichtigt.
Muster-Einspruch gegen AKW Borssele 2 (NL)
Bureau Energieprojecten
Inspraakpunt Tweede kerncentrale Borssele
Postbus 223
NL - 2250 AE Voorschoten
Atomkraftwerk Borssele
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit erhebe ich Einspruch gegen den beantragten Bau des 2. Atomkraftwerks in Borssele. Wegen der generellen Unverträglichkeit mit der Umwelt und des Verstoßes gegen mein Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2,2 GG) darf das Vorhaben nicht realisiert werden.
Zur Begründung:
- Radioaktive Stoffe können von Borssele im Falle eine Störfalls über den Luftweg bis nach Nordrhein-Westfalen gelangen und damit in die Atemluft und in die Nahrung einer Bevölkerung von etwa 18 Millionen Menschen.
- Das AKW Borssele 2 würde eine zusätzliche Produktion und Lagerung von Atommüll verursachen und noch mehr Uran- und Atommülltransporte erfordern. Das Risiko von Transportunfällen, Flugzeugabstürzen und Anschlägen nimmt zu.
- Bereits im so genannten Normalbetrieb des AKW Borssele 2 würde Radioaktivität frei. In Deutschland dokumentierte 2007 eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz vermehrt Leukämiefälle bei Kleinkindern in AKW-Nähe. Die Ergebnisse der Studie müssen im Zusammenhang mit dem geplanten AKW Borssele 2 berücksichtigt werden.
- Bau und Betrieb des AKW Borssele 2 würden den lebensfeindlichen Uranabbau vermehren.
- Atomenergie ist kein Beitrag zur Bekämpfung der sich abzeichnenden Klimakatastrophe. Im Gegenteil: Die Uranvorräte sind von geringer Reichweite, der Bau neuer Atomkraftwerken blockiert eine zukunfsfähige und sichere Energieversorgung und generiert unabsehbare Ewigkeitsschäden.
- Wir befürchten die Verseuchung und Verstrahlung durch Leckagen, Störfälle und Erdbeben. Das AKW Borssele würde eine zusätzliche Produktion und Lagerung von Atommüll verursachen und noch mehr Uran- und Atommülltransporte erfordern. Das Risiko von Transportunfällen, Flugzeugabstürzen und Anschlägen nimmt zu.
- Radioaktivität (Strahlung / Partikel) und z. B. tritiumhaltige Abwässer aus Borssele gefährden vor Ort und entfernt, die Landwirtschaft und das Grund- und Trinkwasser.
- Eine militärische Nutzung von Atombrennstoff und Atommüll der Reaktoren in Borssele kann grundsätzlich ebenso wenig ausgeschlossen werden wie Atomspionage.
- Weltweit gibt es kein sicheres Endlager für Atommüll. Die schlechten Erfahrungen der Endlagerprojekte Asse und Gorleben sind zu berücksichtigen.
Ich behalte mir vor, diesen Einspruch näher zu erläutern und zu ergänzen und beantrage kostenlos und laufend persönlich über den Stand des Verfahrens informiert zu werden. Darüber hinaus bitte ich um die Bestätigung des Eingangs dieses Schreibens.
Mit freundlichen Grüßen












