Castor-Strecken-Aktionstag 23. Oktober 2010

Protestaktionen an mehr als 100 Orten

23.10.2010 -  Mit einem „Castor-Strecken-Aktionstag“ demonstrierte der BUND zusammen mit vielen anderen Initiativen und Parteien am Samstag gegen bevorstehende Atommülltransporte. Mehr als 16.000 Menschen beteiligten sich an Protestaktionen an rund 120 Orten entlang der möglichen Strecken der nächsten Castor-Transporte. In NRW wurde unter anderem in Düsseldorf, Duisburg, Neuss und Jülich mit Aktionen und Veranstaltungen vor den Gefahren der Atomkraft gewarnt.

Bilder von den Aktionen in Duisburg finden Sie unter http://www.duisburg-atomfrei.de/2010/10/24/erfolgreiches-atommull-theater-in-duisburg/

Bildergalerie der Aktion in Düsseldorf:

 

Castor-Strecken-Aktionstag in Düsseldorf; Fotos: D. Jansen/BUND

Der BUND blockiert den Castor - Du auch?

BUND-Aufruf zum Castor-Transport 2010

 

In diesem Herbst steuert die Auseinandersetzung um die Atomkraft auf ihren Höhepunkt zu: Die Regierung will ihr in den nächtlichen Geheimabsprachen mit den Stromkonzernen ausgehandeltes Energiekonzept umsetzen und die Laufzeiten für die 17 Atomkraftwerke verlängern. Doch ob wirklich alle AKW weiterbetrieben werden oder ob diese Pläne angesichts des anhaltenden Protests dagegen schlicht nicht durchsetzbar sind, ist völlig offen. Denn die Regierenden fürchten den öffentlichen Aufschrei, sollten sie weiter auf die gefährliche Atomenergie setzen.

Ab dem 5. November soll ein Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll in das oberirdische Zwischenlager in Gorleben rollen. Er fällt in diesem Jahr also genau in diese für die Zukunft der Energiepolitik so entscheidende Zeit.

Gorleben steht für die ungelöste Entsorgung von Atommüll. Hier zeigt sich: Atomkraft bürdet unzähligen Generationen nach uns eine tödlich strahlende Hypothek auf. Der Salzstock Gorleben ist als Endlager genauso ungeeignet wie die Asse, die 100.000 Jahre dicht halten sollte, aber bereits nach vier Jahrzehnten absäuft. Umso unverantwortlicher, dass weiter hochradioaktiver Atommüll nach Gorleben rollen soll.

Die Bundesregierung setzt weiter einseitig auf den ungeeigneten Salzstock in Gorleben als potentielles Endlager für den hochradioaktiven Atommüll. Gorleben soll weiter erkundet werden – Alternativen werden nicht untersucht. Außerdem sollen zur Durchsetzung dieser Pläne die Möglichkeit der Enteignung wieder eingeführt werden und die Anforderungen an ein mögliches Endlager gesenkt werden.

Der BUND organisiert gemeinsam mit anderen die große Auftaktkundgebung am 6. November in Dannenberg. Aber wenn die Politik so einseitig die Politik die Interessen der großen Stromkonzerne vertritt und die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung nach Hinten stellt, dann wollen wir uns dieser Politik auch aktiv widersetzen!

Deshalb beteiligt sich der BUND an der gewaltfreien Blockade des Castor-Transportes der Kampagne „x tausendmal quer“.

Mit einer Aktion Zivilen Ungehorsams wollen wir ein entschlossenes Zeichen setzen: X-Tausende Menschen widersetzen sich gemeinsam dem Transport mit einer großen, gewaltfreien Sitzblockade. Unsere Botschaft an Regierung und Konzerne: Die Menschen wollen, dass endlich Schluss ist mit der Atomenergie. Wir setzen auf Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, statt auf eine überkommene Risikotechnologie!

Jetzt gilt es, den Atomausstieg selbst in die Hand zu nehmen. Für uns ist klar: Wir wollen mit gewaltfreiem aber entschlossenem Protest uns auf die Straße setzen. Wir werden uns einer Räumung nicht aktiv widersetzen aber auch nicht freiwillig weichen, wenn der Castor kommt.

Unsere Sitzblockade ist ein Akt des Zivilen Ungehorsams. Wir werden die Straße nicht freiwillig verlassen, weil wir in Anbetracht des atomaren Restrisikos und der ungelösten Entsorgungsfrage unsere Aktion als legitim und notwendig erachten. Bei polizeilichen Räumungen werden wir besonnen und ohne Gewalt handeln. 

Beteilige Dich am Protest gegen den Castor-Transport und gegen eine Renaissance der Atomkraft!

 

Wie kann ich mitmachen?

  • Das „x-tausendmal quer“ Aktionscamp steht ab dem 4. November bereit. Das Camp liegt etwa 2 km vom Zwischenlager Gorleben entfernt in Gedelitz. Dort wird der BUND zusammen mit der BUNDjugend einen Anlaufpunkt für Mitglieder und andere Aktive bieten.
  • Am 6. November um 13.00Uhr wird die große Auftaktkundgebung in Dannenberg stattfinden.
  • Ab dem 7. November wird blockiert.

Alle Infos:



  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
  • Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

BUND legt "Maßnahmenkatalog zum Sofortausstieg aus der Atomenergie" vor

Der BUND fordert Kanzlerin Merkel auf, endlich die richtigen Entscheidungen für eine beschleunigte Energiewende zu treffen. Nur die ältesten und gefährlichsten AKW in Deutschland abzuschalten, ist die falsche Antwort auf Fukushima. Wir brauchen deutlich mehr Effizienz im Energiesektor und einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien.

Download Maßnahmenkatalog Sofortausstieg

Am 26. April jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 25. Mal. Am Ostermontag, dem 25. April, organisiert der BUND zusammen mit anderen einen großen, bundesweiten und dezentralen Aktionstag gegen die Atomenergie. An derzeit neun Reaktoren und drei weiteren Atomanlagen werden große Aktionen stattfinden. Für diesen Tag bieten wir BUND-Mitgliedern neues Aktionsmaterial an: darunter Schilder, die man selbst beschriften kann, sowie Aufkleber und Broschüren. Außerdem liefern wir Flyer und Plakate zur Mobilisierung.

BUNDhintergrund AVR Jülich

Der Jülicher Pannerreaktor; Foto: BUND-Archiv

Der Jülicher Pannenreaktor weist eine jahrzehntelange Skandalchronik auf. mehr

Sie haben etwas gegen Atomkraft? Dann steigen Sie aus!

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