Steckbrief / Chronologie Tagebau Inden

Tagebaue Zukunft-West und Inden
Tagebaue Zukunft-West und Inden

Inden I (damals geplant) 1985 bis ca. 2000
Die Braunkohlenabbaufläche Inden - Räumlicher Teilabschnitt I - umfasst rund 2.700 ha und hat einen Kohlevorrat von rund 490 Mio. t. Bei einer geplanten jährlichen Kohleförderung von 21 - 24 Mio. t ist damit die Versorgung des Kraftwerkes Weisweiler für etwa 20 - 25 Jahre gesichert. Im Abbaubereich lag der Ort Pattern., der inzwischen abgebaggert ist.

Inden II ca. 2000 bis 2030
Der Braunkohlentagebau Inden - Räumlicher Teilabschnitt II - umfasst rund 1780 ha und hat einen Kohlevorrat von rd. 470 Mio. . Bei einer geplanten jährlichen Kohleförderung von 20 - 24 Mio. t ist damit die Versorgung des Kraftwerks Weisweiler voraussichtlich bis zum Jahr 2030 gesichert. Im Abbaubereich liegen die Ortschaften Altdorf, Inden und Pier (alle Gemeinde Inden). Inden und Altdorf haben ihre Umsiedlung beendet. Die Umsiedlungsplanung für Pier hat gerade begonnen. Die Rekultivierungsplanung für die Fläche von Inden II wurde mehrfach geändert. Zuerst sollte landwirtschaftlich rekultiviert werden aber Rheinbraun wollte einen Restsee. Jetzt soll wieder die Restseevariante untersucht werden.

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Größe des genehmigten Abbaufeldes

 

4.500 ha

Kohleinhalt ab 2006

 

510 Mio. t

Abraum

 

2,4 Mrd. m3

Kohle : Abraum-Verhältnis

 

3,1 : 1

jährliche Abraumleistung

 

80 - 85 Mio. t

jährliche Kohlenförderung

 

20 - 25 Mio. t

Landinanspruchnahme (bis Ende '06)

 

5.115 ha

Rekultivierung

 

3.820 ha

Umsiedlung ges.

 

7.400 Menschen

Kraftwerk Weisweiler

Die im Tagebau Inden geförderte Braunkohle dient der Stromerzeugung im Kraftwerk Weisweiler. Mit einem jährlichen Ausstoß von 19,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid (2007) liegt dieser Klimakiller bundesweit auf Platz 3, was den Ausstoß von Treibhausgasen betrifft. Die ältesten Kraftwerksblöcke gingen bereits in den 1950er-Jahren ans Netz. Im Jahre 2007 wurden zwei Vorschaltgasturbinen an den 600 MW-Blöcken G und H im Kraftwerk in den kommerziellen Betrieb gestellt. Sie verfügen über eine Nettoleistung von 190 Megawatt und dienen der Mittel- und Spitzenlastabdeckung.

Kraftwerksblöcke Weisweiler

Kraftwerksblöcke

C

D

E

F

G

H

Inbetriebnahme

1955

1959

1965

1967

1974

1975

Kesselleistung

t Dampf/h

2x300

480

2x550

2x500

1.900

1.900

Blockleistung in

MW (brutto)

145

155

366

342

625

625

Tagebau Inden - eine Chronologie

1819

Braunkohle wird auf dem Rittergut des Freiherrn von Goltstein (in Lucherberg) gefunden

1826

Die "Goltstein-Grube" nimmt den Betrieb auf. Jahresproduktion: 100.000 bis 150.000 schwerverkäuflicher Klütten (alte Form von Briketts). Verwendung in einer Ziegelei. Förderung maximal 300 Tonnen Kohle pro Jahr.

1869

Stillegung der "Goltsteingrube"

1839 - 41

Bau der Eisenbahnlinie Köln - Aachen. Eine Reihe von Braunkohlelagern werden angeschnitten.

bis 1898

Mehrer Konzessionen werden beantragt. Gewinnung der Kohle im Untertagebau (Förderung bis 2500 Tonnen pro Jahr)

1897

Die "Gewerkschaft Lucherberg" beginnt erneut mit dem Abbau und mit der Brikettproduktion (bis 1909 max 75 000 Tonnen Briketts)

1907

Der erste Schrämmbagger der "Eiserne Bergmann" wird in der Ville eingesetzt.

07.02.1913

Gründung der Braunkohle-Industrie AG Zukunft (BIAG) als Zusammenschluss verschiedener "Gewerkschaften". Ziel: der Bau eines Elektrizitätswerkes.

1914

Einstieg in die Elektrizitätsgroßerzeugung auf Braunkohlebasis mit dem "Goldenberg-Werk" (Ville)

1915

Auf Grund des Ermächtigungsgesetztes von 1914 erlässt der Bundesrat eine Verordnung, die dem Staat in Deutschland erstmalig die Möglichkeit zur Bildung von Zwangssyndikaten einräumt. Einsetzen eines Reichskohlekommissars (1917)

1919

Gesetz über die Regelung der Kohlenwirtschaft. "Die Leitung der Kohlenwirtschaft wird einem zu bildenden Reichskohlenrat übertragen...."

1920

Angliederung der "Roddergrube" (Ville) an das RWE

1922

RWE erwirbt Mehrheitsbeteiligung an der BIAG "Zukunft", die im Westen ein eigenes Kraftwerk besitzt

1935

Erschließung des Tagebaufeldes "Zukunft-West" (20 ha) westlich von Weisweiler. Es werden ausgedehnte landwirtschaftlich Nutzflächen beansprucht.

1937

Eine Änderung des "Allgemeinen Deutschen Berggesetzes" ermöglichte die Umsiedlung ganzer Dörfer.

1944

Die Kohle stand aufgrund der Kämpfe um Aachen in Brand. Das Kraftwerk musste stillgelegt werden.

1948

Gründung des "Verein Rheinische Braunkohlenwerke e.V.", zu dem sich 14 Unternehmen zusammenschlossen.

1950

BIAG "Zukunft", Eschweiler, fünf Millionen Jahretonnen Förderung und 1 Million Tonnen Brikettierkapazität

1950

Lagerstättenverhältnisse erzwangen Umdenken: die Entscheidung für wenige Großtagebaue (Tieftagebaue) fällt. Ein neues Abbaukonzept bis 2000 entsteht. Diese Entscheidung hat größeren Flächenbedarf und bedeutete in der Folge die Umsiedlungen ganzer Dörfer - anschießend - und die Rekultivierung der Tagebauflächen.

25.04.1950

Gesetz über die Gesamtplanung im Rheinischen Barunkohlenrevier (Braunkohlengesetz BrKG), Gründung des Braunkohlenausschusses (BKA) als Planungsausschuss für das Braunkohlerevier. Die Rekultivierung wird gesetzlich geregelt.

1955

Der erste 100 000er Bagger kommt zum Einsatz (Fortuna)

1955

Kraftwerk Weisweiler gebaut (Braunkohlekraftwerk mit 6 Blöcken, Grundlast, 2093 MW Nettostromerzeugung)

1956

Beginn der landwirtschaftlichen Rekultivierung in "Zukunft-West"

1959

Die Große Fusion: Rheinbraun entsteht (Rheinische Braunkohlenwerke AG)

10.05,1962

Umsiedlungsfläche für Lohn-Pützlohn festgelegt (Zukunft-West)

1962

Flurbereinigungsverfahren für Hehlrath (Einteilung der rekultivierten Fläche)

06.07.1966

Umsiedlungsflächen für "Langweiler" festgelegt (Zukunft-West)

03.06.1969

"Betriebsplan auf weite Sicht" für die Tagebaue Zukunft-West und Inden. (Geltungsdauer bis Ende 1985)

21.05.1973

Rahmenbetriebsplan für die Tagebaue Zukunft-West und Inden (Geltungsdauer bis Anfang 1989)

1974

Flurbereinigungsverfahren Kinzweiler (Einteilung der rekultivierten Fläche)

13.09.1979

Rahmenbetriebsplan für den Tagebau Inden (Geltungsdauer bis 1995) teilweise zugelassen

12.11.1979

Antrag der Rheinischen Braunkohlenwerke AG auf Verbindlichkeitserklärung für den Tagebau Inden

28.11.1979

Landesplanungsgesetz mit integrierter Braunkohlenplanung

1982

Flurbereinigungsverfahren Warden-Niedermerz (Einteilung der rekultivierten Fläche)

22.01.1982

Erarbeitungsbeschluss des Braunkohlenausschusses für einen Tagebau Inden. Einteilung der Verfahren in zwei Teilabschnitte, da die Festlegung der Umsiedlungsstandorte für Inden, Altdorf und Pier zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich waren.

Erarbeitungsbeschluss des Braunkohlenausschusses für einen Tagebau Zukunft-West

13.04. bis 25.05.1982

Öffentliche Auslage des Braunkohlenplanentwurfes Zukunft-West

26.04. bis 26.06.1982

Öffentliche Auslage des Braunkohlenplanentwurfes Inden I

24.06.1983

Aufstellungsbeschluss des Braunkohlenausschusses für den Braunkohlenplan Inden I

Aufstellungsbeschluss des Braunkohlenausschusses für den Braunkohlenplan Zukunft-West

1984

Flurbereinigungsverfahren Fronhoven-Lohn (Einteilung der rekultivierten Fläche), Planung des Blausteinsees

19.09.1984

Genehmigung des Braunkohlenplanes Inden I und des Braunkohlenplanes Zukunft-West durch den Minister für Landes- und Stadtentwicklung NRW

05.10.1984

Der Braunkohlenplan Inden I ist gültig

Der Braunkohlenplan Zukunft-West ist gültig

09.11.1984

Teilzulassung des Rahmenbetriebsplanes für den Tagebau Inden

04.10.1985

Erarbeitungsbeschluss des Braunkohlenausschusses für einen Braunkohlenplan Inden II

31.12.1985 bis 01.04.1986

Öffentliche Auslage des Braunkohlenplanentwurfs Inden II

20.01.1987

Abschlussbetriebsplan für den Tagebau Inden

23.01.1989

Aufstellungsbeschluss des Braunkohlenausschusses für den Braunkohlenplan Inden II

08.03.1990

Genehmigung des Braunkohlenplanes Inden II mit Änderungen bezüglich der späteren Umsiedlung von Inden-Pier durch das Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft NW

26.03.1990

Der Braunkohlenplan Inden II ist gültig.

26.09.2000

Der Braunkohlenausschuss leitet die Umsiedlungsplanung für Pier ein.

05.04.2004

Das Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung genehmigt den Braunkohlenplan Inden, sachlicher Teilabschnitt Umsiedlung Pier. Die Umsiedlung soll 2015 abgeschlossen werden.

 

 

 

BUND-Braunkohlen-Ausstiegs-Szenario



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