Die Landwirtschaft wäre der große Verlierer bei einer Restsee-Lösung. Von ursprünglich 1.522 ha vor der bergbaulichen Inanspruchnahme sollen lediglich 455 übrig bleiben. Schon jetzt gingen der Landwirtschaft im Rheinischen Braunkohlenrevier mehr als 9.000 ha Fläche verloren, mit den Restseen der drei Großtagebaue würden weitere 7.400 ha hinzukommen.
Wasserbeschaffung zur Befüllung: Das Restloch soll über Jahrzehnte Hinweg mit Wasser aus der Rur künstlich befüllt werden. Schon jetzt besitzt RWE Power eine wasserrechtliche Bewilligung zur Entnahme von jährlich 20 Mio. m3 Rurwasser zur Kühlung des Kraftwerks Weisweiler und für die MVA Weisweiler. Weitere 40 Mio. m3/a sollen zur Füllung des Restsees dazukommen. Der BUND hält dies für unvereinbar mit den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die einen guten ökologischen Zustand der Fließgewässer bis 2015 vorschreibt und auch ein Verschlechterungsverbot beinhaltet. Die Entnahme reduziert die Wasserspiegellage der Rur. Das kann Naturschutzgebiete unterhalb der Entnahmestelle evtl. bis zur Einmündung der Wurm bei Heinsberg-Kempen beeinträchtigen (ca. 40 Flusskilometer). Nach der Bestandsaufnahme gem. WRRL gilt die Zielerreichung im überwiegenden Teil des Rur-Einzugsgebietes schon jetzt als „unwahrscheinlich“ . Mit der zusätzlichen Wasserentnahme würde sie gänzlich unmöglich. Unklar bleibt weitere Fragen: Wie sieht die Klimatische Entwicklung in Zukunft aus? Wird die Rur ganzjährig genug Wasser führen? Wie sieht die hydraulische Kopplung Rurscholle – Erftscholle – Venloer Scholle mit ihren drei Großtagebauen aus? Welche Wechselwirkungen gibt es mit der "neuen Inde"?
Weitere mögl. Probleme: Ein See dieser Größenordnung ist immer mit mesoklimatische Änderungen (+ Nebelzunahme, Schwülehäufigkeit) verbunden. Dazu kann die von den Tagebauen ausgelöste Seismizität sowohl die Böschungen beeinflussen als auch das Schichtungsverhalten.