Tagebau Inden

Der Tagebau Inden erstreckt sich zwischen der Gemeinde Aldenhoven und der A 44 (Düsseldorf-Aachen) im Norden und der A 4 (Köln-Aachen) im Süden. Er berührt damit die Landkreise Düren und Aachen. Die Größe des genehmigten Abbaufeldes beträgt gemäß Braunkohlenplan 4.500 Hektar.

Mit seiner Jahresförderung von rund 20 Millionen Tonnen Braunkohle dient der Tagebau Inden der Versorgung des Kraftwerks Weisweiler. Dieses war 2007 für CO2-Emissionen in Höhe von 19,7 Millionen Tonnen verantwortlich. Die Kohleflöze des Abbaufeldes sind bis zu 45 Meter mächtig und liegen bis zu 230 Meter tief unter der Erdoberfläche. Um die noch im Abbaufeld befindlichen 510 Millionen Tonnen Kohle gewinnen zu können, müssen 1,6 Milliarden Kubikmeter Abraum bewegt werden.

Bis 2006 wurde etwa 5.115 Hektar Landschaft in Anspruch genommen.

Geschichte des Tagebaus

1910 war der Beginn des Braunkohletagebaus im Eschweiler Raum durch die Braunkohle-Industrie-Aktien-Gesellschaft-Zukunft“ (BIAG Zukunft). Der Aufschluss des Tagebaus Zukunft zwischen Eschweiler und Hehlrath fand am 4. November 1935 statt, wobei es zum ersten Einsatz eines Schaufelradbaggers im Grubenbereich West kam. Am 21. Februar 1938 begann die Braunkohlenförderung. Während des Zweiten Weltkriegs kam der Tagebau Zukunft im Oktober 1944 zum Erliegen. Am 1. Februar 1946 nahm die BIAG Zukunft die Förderung wieder auf.

Die Beendigung der Braunkohlenförderung auf Eschweiler Gebiet erfolgte am 3. September 1987, nachdem der Tagebau Zukunft-West insgesamt 530 Mio. Tonnen Braunkohle gefördert hatte. Die Braunkohlenabbaufläche Inden - Räumlicher Teilabschnitt I folgte von 1985 bis ca. 2000. Sie umfasste rund 2.700 ha und hatte einen Kohlevorrat von rund 490 Mio. t. Im Abbaubereich lag der Ort Pattern., der inzwischen abgebaggert ist.

Der folgende Braunkohlentagebau Inden - Räumlicher Teilabschnitt II - umfasst rund 1780 ha und hat einen Kohlevorrat von rd. 470 Mio. Bei einer geplanten jährlichen Kohleförderung von 20 - 24 Mio. t ist kann das Kraftwerk Weisweiler bis zum Jahr 2030 versorgt werden. Im Abbaubereich liegen die Ortschaften Altdorf, Inden und Pier (alle Gemeinde Inden).

Umsiedlung

Die ersten tagebaubedingten Umsiedlungen fanden 1953 statt (Velau bei Helrath). Am 10. Mai 1962 wurde im Zusammenhang mit dem Tagebau „Zukunft-West“ die Umsiedlungsfläche für Lohn/Pützlohn festgelegt. Außerdem folgt das Flurbereinigungsverfahren für Hehlrath. Am 6. Juli 1966 werden die Umsiedlungs- flächen für Langweiler festgelegt, 1974 das Flur- bereinigungsverfahren für Kinzweiler, 1982 für Warden/Niedermerz und 1984 für Fronhoven/Lohn (Neu-Lohn).

Im Abbaugebiet des Tagebaues Inden II liegen die Ortschaften Altdorf, Inden und Pier. Die Ortschaften Altdorf und Inden (ursprünglich ca. 850 bzw. 2.150 EW) sind inzwischen umgesiedelt worden, die Umsiedlung von Pier mit ca. 1.442 Einwohnern steht zurzeit an. Grundlage hierfür ist die Genehmigung des entsprechenden Braunkohlenplans am 5. Mai 2004. Östlich der Ortschaft Jüngersdorf entsteht zurzeit auf einer Gesamtfläche von 27,5 ha der Umsiedlungsstandort für die vom fortschreitenden Braunkohlentagebau Inden II betroffenen Bürgerinnen und Bürger aus der Ortschaft Pier der Gemeinde Inden.

Verfüllung oder Restsee?

Die Rekultivierungsplanung für die Fläche von Inden II wurde mehrfach geändert. Zuerst sollte landwirtschaftlich rekultiviert werden, aber wegen eines misslungenen Abraummanagements und hoher Verfüllungskosten favorisiert RWE Power nunmehr einen Restsee. Für diesen „Inde’schen Ozean“ wurde inzwischen ein Braunkohlenplanänderungsverfahren eingeleitet. Der See würde bei einer Fläche von 1.100 ha, und 180 m Tiefe ein Volumen von 800 Mio. m3 aufweisen. Der BUND lehnt diese Restsee-Variante ab. Es gibt keine begründeten Hinweise darauf, das sich die Grundannahmen des Braunkohlenplanes Inden II von 1989/90 so wesentlich geändert haben, dass eine Änderung nach den strengen Kriterien des § 48 LPlG erfolgen dürfte (s. BUND-Stellungnahme).

Kunstfluss Inde

Im Jahr 2005 erreichte der Tagebau nördlich von Lamersdorf den früheren Verlauf der Inde, dem Fluss, der dem Ort Inden und damit auch dem Tagebau seinen Namen gegeben hat. Bereits 1996 war im Bereich der Rekultivierung des Tagebaus mit der Herstellung des neuen Flussbettes begonnen worden. Nördlich von Lamersdorf verlässt nun die neue Inde ihr altes Flussbett und verläuft auf etwa 12 Kilometern frei durch eine neue, bis zu 300 Meter breite Aue. Südlich von Kirchberg erreicht sie wieder ihr altes Flussbett kurz vor der Einmündung in die Rur. Dieser neue Indeabschnitt ersetzt damit rund fünf Kilometer des alten, natürlichen Flusslaufes. Inwieweit dieser Kunstfluss alle ökologischen Funktionen eines Fließgewässers erfüllen kann und welche Wechselwirkungen mit dem fortschreitenden Tagebau eintreten, bleibt abzuwarten.

Insgesamt wurden bis 2006 etwa 3.800 Hektar ehemalige Tagebaufläche rekultiviert, der Großteil davon (3.100 ha) dient heute wieder der Landwirtschaft.



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