10.01.2008 10. Tag der Obstwiesenbesetzung
13.00 Uhr: Auch am 10. Tag der Verteidigung des BUND-Eigentums vor den RWE-Braunkohlebaggern ist der Widerstand ungebrochen. Seit einer Woche hat der BUND keinen offiziellen Kontakt mehr mit dem RWE. Der BUND hat sich deshalb auf einen unbegrenzten Aufenthalt auf seiner Obstwiese eingerichtet. Inzwischen hat sich die Obstwiese zu einem wahren "Pilgerziel" entwickelt. Heute besuchten 20 angehenden Geographen der Universität Heidelberg das Widerstandscamp, um sich aus erster Hand über die Braunkohlenproblematik informieren zu lassen. Für das bevorstehende Wochenende werden wieder zahlreiche Besucher auf der Wiese erwartet. Am kommenden Montag tagen auf Einladung des BUND die Landtagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen und der bündnisgrüne Landesvorstand im "Hotel Garzweiler".
15:00 Uhr: Am Nachmittag verdichten sich dann doch die Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Zwangsräumung. Starke polizeiliche Einsatzkräfte werden im Raum Hackhausen gesichtet. Dem BUND lagen Hinweise vor, dass für den kommenden Morgen die Räumung geplant war. Diese wird offenbar aus taktischen Gründen vorgezogen. Um 17.11 Uhr verkündet die Polizei offiziell die bevorstehende Zwangsräumung; der BUND alarmiert die Presse.
18:14 Uhr: Nachdem die Polizei den Zugang zur BUND-Obstwiese schon in etlichen Kilometern Entfernung unterbunden hat, riegelt sie nun auch das Grundstück selbst ab. Einige BUND-Aktivisten und Mitglieder von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, die sich querfeldein zur Obstwiese durchgeschlagen haben, müssen nun das Geschehen von außen verfolgen. Eine Einsatzhundertschaft der Polizei errichtet Flutlichtmasten, der Einsatzleiter informiert den BUND über das weitere Vorgehen. Ein Vertreter des Bergamtes verliest den Räumungstitel und fordert die Aktivisten auf, die Wiese zu räumen. Der BUND weigert sich und beginnt eine Sitzblockade. Daraufhin wird die Polizei vom Bergamt um Amtshilfe ersucht. Diese fordert die neun AktivistInnen ebenfalls auf, das Grundstück zu räumen.
19:00 Uhr: Nachdem die ObstwiesenverteidigerInnen auch der dritten Aufforderung der Polizei zur Räumung der Wiese nicht Folge leisten, werden sie nacheinander von jeweils drei Beamten unter Protestrufen ("Bergrecht bricht Grundrecht", "Zukunft statt Braunkohle") von der Wiese getragen. Nach Erfassung der Identität und Abfotografierens werden sie vom Gelände gebracht. RWE beginnt unmittelbar darauf, die Bäume zu fällen. Damit ist der zehntägige Kampf des BUND gegen die Braunkohle-Bagger vorerst zu Ende.