20.09.2006 BUND-Obstwiese bei Otzenrath
Garzweiler - Der heutige Ernteeinsatz auf der BUND-Obstwiese brachte eine reiche Ernte. Angesichts der näher rückenden Braunkohle-Bagger pflückten Aktive der BUND-Kreisgruppe Neuss und des BUND-Landesverbandes etwa 700 kg Äpfel. V.a. alte, traditionelle Apfelsorten wie der Rheinische Bohnapfel, die Rheinische Schafnase, Gravensteiner, Kaiser Wilhelm oder Rote Sternrenette finden auf der ökologisch bewirtschafteten Obstwiese im geplanten Abbaugebiet Garzweiler (noch) gute Wachstumsbedingungen.
Die Früchte werden jetzt in einer Bioland-Brennerei am Niederrhein zu einem feinen Obstbrand destilliert (www.bio-neubauer.de). In etwa 6-7 Wochen kann dann das fertige Produkt verkostet werden. Wir hoffen, dass dessen Genuss einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Widerstandskraft leisten hilft.
Bereits in den letzten Wochen waren körbeweise Pflaumen, Zwetschgen und Mirabellen geerntet worden. Auch die diesjährige Kirschernte war sehr ergiebig. Obwohl bereits das gesamte Umfeld durch den Tagebau weitgehend in Anspruch genommen wurde, erfreut sich die BUND-Obstwiese offenbar v.a. am Wochenende regen Besuchs. Trotz der "Betreten verboten"-Schilder waren etliche Bäume schon weitgehend leegeräumt. Selbst eine Leiter wurde hier schon aufgefunden. Solange das "wilde Pflücken" nur dem Hausgebrauch dient, sehen wir aber großzügig darüber hinweg.
Derweil geht das juristische Verfahren um die BUND-Obstwiese weiter. Demnächst wird das Oberverwaltungsgericht Münster sich mit der Berufungs-Klage des BUND gegen die geplante Zwangsenteignung beschäftigen. Die mündliche Verhandlung ist allerdings noch nicht terminiert.
Wir hoffen, auf unserer Wiese noch zahlreiche Früchte ernten zu können, denn die energiewirtschaftliche Notwendigkeit für Garzweiler II konnte von RWE Power bislang nicht belegt werden. Eine Zwangsenteignung ist deshalb unrechtmäßig.