Tagebaue Garzweiler, Hambach und Inden
In der Hauptflözgruppe der Ville finden sich heute Braunkohlen von bis zu 70
Metern Mächtigkeit. In der letzten Phase des Miozäns bildeten sich über der Rurscholle im Westrevier die Flöze der Indener Schichten. Im Pliozän bildeten sich keine Flöze, stattdessen geriet das Gebiet in verstärkte tektonische Unruhe. Das Becken zerbrach entlang zweier Hauptbruchlinien (Rurrand- und Erftlinie) in drei Schollen, die ihrerseits kleinere Geländesprünge und Staffelbrüche ausbildeten (Rurscholle, Erftscholle, Venloer Scholle).
Diese sich nach Norden abdachenden Schollen senkten sich unterschiedlich stark ab und kippten dabei nach Osten. Durch die unterschiedliche Absenkung der einzelnen Schollen liegen die Braunkohlenflöze heute in unterschiedlicher Tiefe. Während sie im tektonischen Horst des Villerückens oberflächennah anstehen – und deshalb dort die Braunkohlennutzung begann -, erreichen sie auf der Erftscholle (Tagebau Hambach) ein Tiefe von mehr als 450 Metern.
Die Rheinische Braunkohlenlagerstätte beinhalte auf einer Fläche von etwa 2.500 qkm ursprünglich ein Vorkommen von etwa 55 Milliarden Tonnen. Sie ist damit das größte geschlossene Braunkohlevorkommen Europas. Große Teile davon gelten als technisch und wirtschaftlich gewinnbar. Der Braunkohlenvorrat in genehmigten Tagebauen beläuft sich auf 3,7 Mrd. t. Die jährliche Abbaumenge in den drei Tagebauen Garzweiler, Hambach und Inden liegt bei 100 Millionen Tonnen.