19.09.2005 RWE-Vorstand billigt Kraftwerksneubau in Neurath
Der Vorstand der RWE AG hat im Grundsatz eine Entscheidung für den Bau und Betrieb des neuen Braunkohlenkraftwerks in Neurath bei Grevenbroich getroffen.Nach Mitteilung des Energiekonzerns haben die zuständigen Aufsichtsgremien im Konzern diesen Beschluss zustimmend zur Kenntnis genommen. RWE setzt damit seine Politik für die Aufheizung des Klimas konsequent fort. Allerdings stellt das RWE den Bau unter den Vorbehalt, dass die bisherige kostenfreie Zuteilung von CO2-Verschmutzungsrechten bestehen bleibt. Der BUND fordert das RWE auf, diese "Milliardeninvestition gegen den Klimaschutz" zu stoppen und stattdessen in Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und klimafreundlichere Gaskraftwerke zu investieren.
Die Investitionsentscheidung für dieAnlage ist von RWE nach eigener Aussage unter der Annahme getroffen worden, dass die heutigen Regelungen für die Ausstattung von Neu- und Ersatzanlagen mit Emissionsrechten auch ab 2008 im Rahmen des so genannten Nationalen Allokationsplans 2 (NAP2) Gültigkeit behalten. RWE will hierüber noch vor der konkreten Umsetzung des Projekts das Gespräch mit der Bundesregierung suchen. Im Rahmen der kostenfreien Zuteilung von Verschmutzungsrechten hatte das RWE das Recht erhalten, bis 2007 knapp 85 Mio. Tonnen Kohlendioxid im Rheinland freisetzen zu dürfen. Diesen Status quo will das RWE offenbar dauerhaft sichern, womit alle Anstrengungen zum Klimaschutz in NRW zunichte gemacht würden. Allein das BoA-Kraftwerk Neurath würde stündlich mindestens 1.600 t CO2 ausstoßen - und das für weitere 40 Jahre.
Das so genannte Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik BoA (2/3) wird als Doppelblockanlage mit einer Nettoleistung von insgesamt rund 2.100 Megawatt am bereits bestehenden Kraftwerksstandort Neurath geplant. Die neue Anlage, die Ende 2009 ans Netz gehen soll, stellt mit 2,2 Mrd. Euro die größte Kraftwerksinvestition des RWE-Konzerns dar.