Grevenbroich / Düsseldorf, 08.12.2007 Tausende forderten: Konsequenter Klimaschutz jetzt!
Tausende Menschen haben am heutigen globalen Klimaaktionstag in Deutschland für mehr Klimaschutz demonstriert. Die „klima-allianz nrw“ hatte zu einer zentralen Kundgebung am Braunkohlekraftwerk Grevenbroich-Neurath bei Düsseldorf aufgerufen, um ihre Forderung nach einem Stopp neuer Kohlekraftwerke zu unterstreichen. Parallel zur Veranstaltung in Neurath fand vor dem Brandenburger Tor in Berlin eine weitere Großkundgebung der „klima-allianz“ statt. Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, von Umwelt- und Eine-Welt-Verbänden, Globalisierungskritikern sowie Entwicklungs- und weiteren Nichtregierungsorganisationen forderten die Landes- und Bundesregierung auf, ihren Worten endlich Taten folgen zu lassen und eine konsequent klimaschonende Energiepolitik umzusetzen. Unterstützt wurden sie dabei in Neurath vom Klimaexperten Prof. Dr. Hartmut Graßl.
Im Schatten der beiden existierenden RWE-Braunkohlekraftwerke Frimmersdorf und Neurath kritisierten die Klimaschützer das bisherige Versagen von Politik und Wirtschaft speziell in Nordrhein-Westfalen. Allein diese beiden Kraftwerke pusteten alljährlich fast 40 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid in die Luft – ein Viertel der kraftwerksbedingten CO2-Emissionen NRWs. Insgesamt sei allein das RWE im Rheinland für den Ausstoß von 96 Millionen Tonnen Kohlendioxid verantwortlich. Doch anstatt diese Klimakiller stillzulegen, entstehe derzeit in Neurath ein weiteres Braunkohlekraftwerk. Ab 2010 sollen dort insgesamt mehr als 35 Mio. t CO2 jährlich in die Luft geblasen werden. Neurath würde damit das RWE-Kraftwerk Niederaußem als größten Klimakiller Europas ablösen.
Für die Kohle würde buchstäblich die Heimat Tausender verheizt. Zudem ziehe der Klimawandel nicht nur die Industrieländer als Verursacher in Mitleidenschaft, sondern habe schon jetzt katastrophale Auswirkungen vor allem für Menschen in Entwicklungsländern.
Wer es mit dem Klimaschutz ernst meine, so die Vertreter der Klimaallianz, der könne so nicht weiter machen. Deshalb forderte die Klimaallianz Landes- und Bundesregierung erneut dazu auf, zu handeln und ein Moratorium beim Bau von Kohlekraftwerken durchzusetzen. Zudem müsse sofort ein schlüssiges Konzept zur Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen um 80 % bis zur Mitte des Jahrhunderts erarbeitet und umgesetzt werden. Dieser Dialog dürfe nicht dadurch konterkariert werden, dass die Energiewirtschaft jetzt durch den Bau neuer Klimakiller Fakten für mehr als 40 Jahre schaffe.
Nordrhein-Westfalen käme dabei als Schlüsselland für den konsequenten Klimaschutz in Deutschland eine besondere Rolle zu. Deshalb erwartet die Klimaallianz von der Landesregierung, sich endlich ohne Wenn und Aber und ohne Hintertürchen zu den Reduktionszielen der Bundesregierung zu bekennen und 2008 ein NRW-Energie- und Klimaschutzkonzept vorzulegen, das diesen Namen auch verdient. An Ministerpräsident Rüttgers appellierte die Klimaallianz von Neurath aus: „Machen Sie den Klimaschutz zur Chefsache in NRW! Setzen Sie sich mit uns endlich an einen Tisch!“
Die Veranstalter zeigten sich mit dem Verlauf der Demonstration mehr als zufrieden. Mehr als 3.000 TeilnehmerInnen aus der Region, dem Westen und Süden der Republik waren in Neurath angereist, um die Forderungen der Klimaallianz friedlich zu unterstützen. Aus mehr als 30 Städten Deutschlands hatten sich bereits im Vorfeld der Kundgebung Reisebusse mit TeilnehmerInnen angemeldet.
Mehr Infos: Zitate und Sprechtexte der Vortragenden finden Sie hier
Weitere Fotos: hier als PDF