BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Kraftwerk Neurath

Kraftwerk Neurath; Foto: D. Jansen

Neurath ist im Vergleich zu den anderen rheinischen Kraftwerksstandorten vergleichsweise jung: Der erste Kraftwerksblock ging dort erst 1972 ans Netz. Bis 1976 wurden insgesamt drei 300-Megawatt-Blöcke und zwei 600-Megawatt-Blöcke in Betrieb genommen. Das Kraftwerk nutzt v.a. die Braunkohle aus dem Tagebau Garzweiler und in Teilen des Tagebaus Hambach. Lieferant

Mit mehr als 2.200 Megawatt decken die fünf Blöcke mehr als zehn Prozent der installierten Leistung der eigenen Kraftwerke der RWE Power AG. Seit Anfang 2006 errichtet die RWE Power AG am Standort Neurath zwei Braunkohlekraftwerksblöcke mit optimierter Anlagentechnik (BoA).

Das Kraftwerk stößt jährlich (2007) 16,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus und liegt damit deutschlandweit auf Platz 5 der größten Klimakiller.

 

 

Kraftwerkstyp

Braunkohlengroßkraftwerk mit 5 Blöcken

Einsatzbereich

Grundlast

Inbetriebnahmen

1972-1976

Leistung (brutto)

MW

2.208

Leistung (netto)

MW

2.067

gemittelter Braunkohleneinsatz
2004–2006

 

Mio. t/a

18,79

Anzahl der Blöcke

300 MW
600 MW
1000 MW

3 Blöcke
2 Blöcke
im Bau (BoA 2&3) 2 Blöcke

gemittelte Bruttostromerzeugung
2004–2006

TWh

15,92

Lage des Kraftwerks

Stadt Grevenbroich, Nordrhein-Westfalen

Friedliche Klimademo vor Braunkohlekraftwerk bei Neurath

Grevenbroich / Düsseldorf, 08.12.2007 Tausende forderten: Konsequenter Klimaschutz jetzt!

Tausende Menschen haben am heutigen globalen Klimaaktionstag in Deutschland für mehr Klimaschutz demonstriert. Die „klima-allianz nrw“ hatte zu einer zentralen Kundgebung am Braunkohlekraftwerk Grevenbroich-Neurath bei Düsseldorf aufgerufen, um ihre Forderung nach einem Stopp neuer Kohlekraftwerke zu unterstreichen. Parallel zur Veranstaltung in Neurath fand vor dem Brandenburger Tor in Berlin eine weitere Großkundgebung der „klima-allianz“ statt. Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, von Umwelt- und Eine-Welt-Verbänden, Globalisierungskritikern sowie Entwicklungs- und weiteren Nichtregierungsorganisationen forderten die Landes- und Bundesregierung auf, ihren Worten endlich Taten folgen zu lassen und eine konsequent klimaschonende Energiepolitik umzusetzen. Unterstützt wurden sie dabei in Neurath vom Klimaexperten Prof. Dr. Hartmut Graßl.

Im Schatten der beiden existierenden RWE-Braunkohlekraftwerke Frimmersdorf und Neurath kritisierten die Klimaschützer das bisherige Versagen von Politik und Wirtschaft speziell in Nordrhein-Westfalen. Allein diese beiden Kraftwerke pusteten alljährlich fast 40 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid in die Luft – ein Viertel der kraftwerksbedingten CO2-Emissionen NRWs. Insgesamt sei allein das RWE im Rheinland für den Ausstoß von 96 Millionen Tonnen Kohlendioxid verantwortlich. Doch anstatt diese Klimakiller stillzulegen, entstehe derzeit in Neurath ein weiteres Braunkohlekraftwerk. Ab 2010 sollen dort insgesamt mehr als 35 Mio. t CO2  jährlich in die Luft geblasen werden. Neurath würde damit das RWE-Kraftwerk Niederaußem als größten Klimakiller Europas ablösen.

Für die Kohle würde buchstäblich die Heimat Tausender verheizt. Zudem ziehe der Klimawandel nicht nur die Industrieländer als Verursacher in Mitleidenschaft, sondern habe schon jetzt katastrophale Auswirkungen vor allem für Menschen in Entwicklungsländern.

Wer es mit dem Klimaschutz ernst meine, so die Vertreter der Klimaallianz, der könne so nicht weiter machen. Deshalb forderte die Klimaallianz Landes- und Bundesregierung erneut dazu auf, zu handeln und ein Moratorium beim Bau von Kohlekraftwerken durchzusetzen. Zudem müsse sofort ein schlüssiges Konzept zur Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen um 80 % bis zur Mitte des Jahrhunderts erarbeitet und umgesetzt werden. Dieser Dialog dürfe nicht dadurch konterkariert werden, dass die Energiewirtschaft jetzt durch den Bau neuer Klimakiller Fakten für mehr als 40 Jahre schaffe.

Nordrhein-Westfalen käme dabei als Schlüsselland für den konsequenten Klimaschutz in Deutschland eine besondere Rolle zu. Deshalb erwartet die Klimaallianz von der Landesregierung, sich endlich ohne Wenn und Aber und ohne Hintertürchen zu den Reduktionszielen der Bundesregierung zu bekennen und 2008 ein NRW-Energie- und Klimaschutzkonzept vorzulegen, das diesen Namen auch verdient. An Ministerpräsident Rüttgers appellierte die Klimaallianz von Neurath aus: „Machen Sie den Klimaschutz zur Chefsache in NRW! Setzen Sie sich mit uns endlich an einen Tisch!“

Die Veranstalter zeigten sich mit dem Verlauf der Demonstration mehr als zufrieden. Mehr als 3.000 TeilnehmerInnen aus der Region, dem Westen und Süden der Republik waren in Neurath angereist, um die Forderungen der Klimaallianz friedlich zu unterstützen. Aus mehr als 30 Städten Deutschlands hatten sich bereits im Vorfeld der Kundgebung Reisebusse mit TeilnehmerInnen angemeldet.

Mehr Infos: Zitate und Sprechtexte der Vortragenden finden Sie hier

Weitere Fotos: hier als PDF

Konsequenter Klimaschutz jetzt – Globaler Klimaaktionstag am 8. Dezember

Riefen zur Großdemo vor dem RWE-Kraftwerk in Neurath auf (v.l.n.r.): Klaus Breyer, Paul Kröfges und Monika Dülge von der klima-allianz nrw

05.12.2007 Klima-Allianz ruft zur Großdemonstration am RWE-Kraftwerk Neurath auf

Grevenbroich / Düsseldorf     Zum ersten Mal in Deutschland werden am globalen Klimaaktionstag am 8. Dezember bundesweit Tausende Menschen für mehr Klimaschutz demonstrieren. Die „klima-allianz nrw“ ruft zu einer zentralen Kundgebung am Braunkohlekraftwerk Neurath bei Düsseldorf auf, um ihre Forderung nach einem Stopp neuer Kohlekraftwerke zu unterstreichen. Parallel zur Veranstaltung in Neurath findet vor dem Brandenburger Tor in Berlin eine weitere Großkundgebung der „klima-allianz“ statt. mehr

Klimaallianz fordert Umkehr in der Energiepolitik

20.11.2007 Aufruf zur Demonstration in Grevenbroich-Neurath am 8. Dezember

 Anlässlich des bevorstehenden weltweiten Klimaaktionstages am 8. Dezember hat die „klima-allianz nrw“ heute in Düsseldorf eine Umkehr der deutschen Energiepolitik gefordert und zur Demonstration vor der Baustelle des RWE-Braunkohlekraftwerks in Neurath aufgerufen. Insbesondere kritisierte die Klimaallianz, dass die Landesregierung bislang weder ein Klimaschutzkonzept noch ein zukunftsfähiges Energieszenario für Nordrhein-Westfalen vorgelegt habe. Im Gegenteil: Derzeit seien hierzulande elf Kohlekraftwerke in Bau oder Planung. Würden diese Kraftwerke in Betrieb gehen, sei das Ziel der Bundesregierung einer 40%igen CO2-Reduktion bis 2020 unerreichbar. mehr

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Quelle: http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/braunkohle/braunkohlekraftwerke/kraftwerk_neurath/