xDas natürliche Uran-238 liegt meist als Uranoxid, eingeschlossen in Silikat-Molekülen, vor - also z.B. in Sanden und Kiesen. Wird das Material nicht bewegt, ist es ziemlich ortsfest und wenig reaktiv.
Jedoch bleiben radioaktive Elemente wie das Uran-238 nicht in ihrer ursprünglichen Menge bestehen. Durch den radioaktiven Zerfall gemäß ihrer Halbwertzeit sind im Laufe der Erdgeschichte viele weitere radioaktive Stoffe entstanden. Diese Radionuklide (Zerfallsprodukte) liegen zuerst als Elemente vor.
Die aktuell vorhanden Konzentration im Boden hängt allerdings davon ab, wie schnell ein Stoff in andere Stoffe weiter zerfällt und ob diese am Ort des Zerfalls bleiben oder wegen ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften von Wasser gelöst und transportiert werden oder z.B. versickern können.
Es sind bei den Zerfallsprodukten grob drei Stoffgruppen/Stoffe zu unterscheiden: Schwermetalle (wie Uran, Thorium, Palladium, Blei usw.), das Element Radium als Erdalkalimetall (und damit verwandt mit dem lebenswichtigen Calcium) und das Edelgas Radon (verwandt mit den Edelgasen Helium, Neon und Argon).
Giftige Schwermetalle: Schwermetalle sind im Allgemeinen giftig. Wenn sie mit schwach sauerem Wasser in Berührung kommen (z.B. ergibt Regenwasser mit Kohlendioxid Kohlensäure), dann gehen sie in Lösung und können vom Wasser fortgeschwemmt werden. In Wasser gelöst können sie auch gut vom Körper aufgenommen werden.
Reaktionsfreudiges Radium: Radium ist als unedles Erdalkalimetall sehr reaktiv und damit gut wasserlöslich. Nur in kalkhaltigem Wasser kann es eine in Wasser schwer lösliche Form bilden, die sich (an anderer Stelle) anreichern kann. Besonders kritisch sind Situationen zu betrachten, in denen bei Wasseransammlungen am Boden dieses längere Zeit stehen bleibt, bevor es abgepumpt wird. Hier kann es durch Absetzen von Aufschlämmungen zu einer deutlichen Anreicherung von Radium-226 kommen.Wegen der Verwandtschaft mit Calcium kann der Körper Radium in den Knochen einbauen, wo dann die ionisierende Strahlung wirksam wird.
Bewegliches Edelgas Radon: Radon als Edelgas ist sehr beständig und es existieren nur sehr wenige chemische Verbindungen. Allerdings ist Radon das schwerste von allen Edelgasen und fällt damit etwas aus der Reihe. Besonders auffällig ist seine gute Löslichkeit in Wasser. Bei 25 °C lösen sich in einem Liter Wasser 224 cm3 (von Sauerstoff lösen sich z.B. bei 25 °C nur 28 cm3 in Wasser). Je tiefer die Temperaturen sinken, desto besser wird die Löslichkeit von Gasen in Wasser. Bei 0°C lösen sich 510 g Radon in einem Liter Wasser.Die ausgeprägteste Eigenschaft des Radons ist seine gute Haftung an Kohle (die Filtereigenschaft und Aufnahmefähigkeit von Aktivkohle wird z.B. bei der Trinkwasseraufbereitung genutzt). Früher wurden Edelgase aus Luft gewonnen, in dem man sie an Aktivkohle anlagerte und dann durch Erwärmen nach und nach von der Kohle wieder abtrennte, denn die Adsorbierbarkeit der Edelgase an Aktivkohle nimmt mit steigendem Atomgewicht stark zu.