Aufgrund des bergbaulich bedingten Massendefizites verbleiben in den Tagebauen nach der Auskohlung riesige Restlöcher. Diese Löcher würden sich im Laufe der Jahrhunderte nach Bergbauende allmählich mit Wasser füllen. Doch solange wollen die Planer nicht warten, so dass eine künstliche Befüllung geplant ist.
Der Garzweiler-Restsee mit einer geplanten Tiefe von etwa 180 Metern, einer Größe von 2.300 ha und einem Volumen von über 2 Milliarden Kubikmetern müsste über etwa 40 Jahre mit jährlich bis zu 60 Mio. Kubikmeter Wasser künstlich angereichert werden, um den vorgesehenen Wasserstand von 65 m ü. NN zu erreichen. Zu diesem Zwecke soll aufbereitetes Rheinwasser über Stollen im Grundgebirge weit unter der Tagebausohle herangeführt werden, ohne dass die technische Machbarkeit einer solchen Maßnahme eingehend geprüft worden wäre.
Um den etwa im Jahre 2080 erreichten Seewasserspiegel von 65 m ü. NN dauerhaft zu halten, würde bis in ungewisse Zeiten eine Fremdwasserzufuhr notwendig sein. RWE Power rechnet damit, dass bis zum Jahre 2100 etwa 25 Mio. m3 jährlich und ab 2100 30 Mio. m3 jährlich zugeführt werden müssen, um den Abstrom in die Erftscholle zu kompensieren. Erst nach erfolgtem Grundwasseranstieg in der vom Tagebau Hambach beanspruchten Erft-Scholle, also in 300 bis 400 Jahren, können diese Einleitungen eingestellt werden.
Der für den Tagebau Hambach geplante Restsee hat dem gegenüber noch gigantischere Dimensionen: 250 m Tief, 4.000 ha Fläche, 4 Mrd. m3 Inhalt; die künstliche Befüllung beläuft sich auf max. 270 Mio. m3/a. Auch hierfür soll eine Pipeline mit Rhein-Wasser sorgen.
Neuerdings soll auch im Tagebau Inden entgegen der ursprünglichen Vorgaben ein 1.100 ha großer und bis zu 180 m tiefer Restsee entstehen. Dieser soll mit Wasser aus der Rur befüllt werden und im Jahr 2060 seinen endgültigen Wasserstand erreichen.