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BUND: „Heiße Luft und Schönrechnerei“

Düsseldorf, 30.04.2008 Energie- und Klimaschutzstrategie der Landesregierung

Mit heftiger Kritik reagierte der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf die heute vorgestellte Energie- und Klimaschutzstrategie der Landesregierung. Das Konzept beinhalte neben einigen positiven Ansätzen vor allem viel heiße Luft. Insbesondere der darin vorgesehene Neubau von 12 Kohlekraftwerken könne nur durch massive Schönrechnerei als zentraler Beitrag für den Klimaschutz ausgegeben werden.

Paul Kröfges, BUND-Landesvorsitzender: „Wer weiter auf den Klimakiller Kohle in zentralen Großkraftwerken und die Atomenergie als vermeintliche Brückentechnologie für eine effizienten Klimaschutz setzt, hat die Zeichen der Zeit noch immer nicht erkannt.“ Positiv bewertet der BUND, dass die Landesregierung entgegen der bisherigen Strategie endlich eine Zielmarke zur beabsichtigten CO2-Reduktion benannt habe. Daran werde sie sich fortan messen lassen müssen. Zwar bliebe die Landesregierung mit einer angestrebten CO2-Reduktion gegenüber dem Basisjahr 1990 von rund 33% hinter dem 40%-Ziel der Bundesregierung zurück, angesichts der bisherigen, nicht erkennbaren Klimaschutzpolitik seien gewisse Fortschritte aber unverkennbar.

Nach dem Konzept der Landesregierung kommt der Erneuerung des Kraftwerksparks eine zentrale Rolle zu. Der Bau von 16 neuen Kraftwerken, davon allein 12 auf Kohlebasis, soll dabei zu einer CO2-Reduktion von 30 Millionen Tonnen jährlich führen. „Diese leicht durchschaubare Schönrechnerei ist unseriös und unverantwortlich. Mit dem Neubau von Kohlekraftwerken bleiben alle hehren Klimaschutzziele unerreichbar“, kritisiert BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen. Nach BUND-Berechnungen würden allein die derzeit konkret geplanten oder in Bau befindlichen Kohlekraftwerke zu einer jährlichen Erhöhung des Kohlendioxidausstoßes von etwa 25 Millionen Tonnen führen. Die Landesregierung unterstelle hingegen wider besseren Wissens die unverzügliche Stilllegung von Altanlagen und eine gleich bleibende Stromproduktion. Dagegen setzten die Kraftwerksbetreiber auf den höchst lukrativen Weiterbetrieb der längst abgeschriebenen Altanlagen und eine höhere Stromproduktion bei gleichem Brennstoffeinsatz.

Im unveränderten Festhalten der Landesregierung am „Klimakiller Nr.1 Braunkohle“ sieht der BUND einen „klimaschutzpolitischen Offenbarungseid“. Neben dem im Bau befindlichen Braunkohlenkraftwerk Neurath beinhaltet die Energie- und Klimaschutzstrategie der Landesregierung den Neubau von zwei weiteren Braunkohlegroßkraftwerken (BoA-Blöcke 4/5 und 6/7). Damit aber würde die klimaschädliche Braunkohlenutzung bis weit über die Mitte dieses Jahrhunderts festgeschrieben.

Mehr Infos:
Die "Energie- und Klimaschutzstrategie Nordrhein-Westfalen" (Download)
alle Infos zu Kohlekraftwerken in NRW
Braunkohle im Rheinland



Materialien/Downloads

NRW-Klima2020 - Beitrag NRWs zur Erreichung des nationalen Klimaschutzziels, 2008

Die Braunkohle in der deutschen Energiewirtschaft

Braunkohleabbau sozialverträglich beenden

Alternativen zur Braunkohle - Gutachten des Öko-Instituts 2004

Energiewirtschaftliche Bewertung Braunkohlentagebau Garzweiler I/II  - Gutachten des Öko-Instituts 2004

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